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CDU-Landtagsfraktion informiert sich über Baupläne der Zentralklinik

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Von: Anika Seebacher

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Bassumer Krankenhaus.
Gespräche über das geplante Zentralklinikum während Besuchs im Bassumer Krankenhaus. © Seebacher/Spahr

Modern, klimaneutral, zentral: So soll das neue Zentralkrankenhaus im Landkreis Diepholz einmal werden. Der Arbeitskreis Soziales der CDU-Landtagsfraktion informierte sich nun über die Baupläne der Zentralklinik während eines Besuchs des Bassumer Krankenhauses.

Bassum – Die Krankenhäuser in Bassum, Sulingen und Diepholz haben zusammen 363 Betten. Alle drei Standorte werden geschlossen, sobald die Zentralklinik des Landkreises Diepholz ihren Betrieb aufnimmt. Auf der aktuell noch landwirtschaftlich genutzten Fläche in Borwede werden in einigen Jahren 344 Betten zur Verfügung stehen. Über den bisherigen Planungsprozess sprach nun Uwe Lorenz, Geschäftsführer der Kliniken Landkreis Diepholz, mit Mitgliedern des Arbeitskreises Soziales der CDU-Landtagsfraktion.

Dabei erinnerte er nicht nur an die Rekommunalisierung der Krankenhäuser im Jahr 2018, sondern auch an den Standortwettbewerb im vergangenen Jahr. Mit dem geplanten Neubau in Borwede bestehe die Chance, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft mit der Klinik identifizieren, meinte Ralph Ehring, ebenfalls Geschäftsführer der Kliniken Landkreis Diepholz. „Wir können dort sicherlich nicht alle Kompetenzen vorhalten, aber wir sollten den Mut haben, in größeren Einheiten zu denken“, so Ehring. Spezialisierungen müssten über die größeren Zentren im Umland abgewickelt werden.

Für Uwe Lorenz steht derweil fest, dass kleine Krankenhäuser mit bis zu 150 Betten zu klein seien „und vom Markt verschwinden“. Zwar sei auch die geplante Zentralklinik noch „relativ klein“, erklärte Lorenz, doch sie diene der Flächenversorgung in Sachen Notfallbetreuung. Mit Blick auf die Erreichbarkeit der Klinik erklärte Christoph Eilers (MdL, Wahlkreis Cloppenburg): „Es sollen am Ende alle Bürger gleichberechtigt sein. Egal, ob man nun direkt neben dem Krankenhaus wohnt oder weiter entfernt.“

Ralph Ehring lobte im Rahmen des Gesprächs im Krankenhaus Bassum die Arbeitsweise des Landkreises und die politischen Entscheidungen die Zentralklinik betreffend. „Der Landkreis Diepholz ist modellhaft“, betonte Ehring, der die Kliniken „für die kommenden 30 Jahre gut aufgestellt“ sieht. „Es gibt derzeit sehr intensive und kontroverse Besprechungen“, sagte Uwe Lorenz zum Zeitplan. Doch diese seien nötig, um eine Zentralklinik zu bekommen, „die unseren Ansprüchen genügt“.

Mitglieder CDU-Landtagsfraktion.
Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion informieren sich über das geplante Zentralklinikum: (v.l.) Burkhard Jasper (Wahlkreis Osnabrück), Volker Meyer (Wahlkreis Diepholz) Ralph Ehring und Uwe Lorenz von den Kliniken Landkreis Diepholz sowie Christoph Eilers (Wahlkreis Cloppenburg). © Seebacher/Spahr

Bei der Vorstellung des Neubaus machte Lorenz deutlich, „dass es keinesfalls nach Krankenhaus aussehen wird“. Mit viel Holz- und Glaselementen, einem Dachgarten und weiteren durchdachten Details solle der 144 Meter lange Bau „ein schönes Ambiente“ vermitteln.

Ein wichtiger Aspekt bei den Überlegungen zum Neubau sei der Wunsch, die Geburtshilfe und Frauenheilkunde in den Landkreis zurückzuholen. „Immerhin gibt es jährlich rund 2 000 Geburten im Landkreis“, wusste Lorenz. 28 Planbetten stehen für diesen Fachbereich im Konzept der Zentralklinik, die Abteilung soll im Erdgeschoss angesiedelt werden.

„Der Bevölkerung wird eine medizinisch-stationäre Leistung aus einer Hand angeboten“, heißt es außerdem in den Leitgedanken zur Zentralklinik bezüglich der Bündelung der medizinischen Fachabteilungen. Trotz fünf Stockwerken werde die Zentralklinik ein flacher Gebäudekomplex, präsentierte der Geschäftsführer die Entwürfe, die den Grund zeigen: ein abgesenktes Sockelgeschoss.

Eine weitere Besonderheit: „Wir werden das erste klimaneutrale Krankenhaus in Deutschland sein“, verkündete Uwe Lorenz. Die Stromversorgung der Zentralklinik soll ihm zufolge primär über einen Windpark erfolgen. Dieser ist keine zwei Kilometer vom geplanten Standort entfernt und soll in absehbarer Zeit repowered werden. Mit dem Strom aus dem Windpark sollen unter anderem die Warmwasserbereitung und Wärmepumpen betrieben werden.

Da weitsichtig geplant werde, seien mehrere Flächen für Erweiterungsbauten freigehalten. Zunächst werde das 2016 neu eröffnete Zentrum für Seelische Gesundheit in Bassum weiterbetrieben. „Doch vielleicht kommt es irgendwann mit nach Borwede“, gab Lorenz einen Ausblick. Zudem gebe es nach den aktuellen Erfahrungen einen separaten Eingang für infektiöse Patienten.

Ausbildung

Neben dem Sachstand zum Zentralklinikum ging es auch um die Ausbildung von Fachkräften. Hierzu berichtete Uwe Lorenz, dass die Kurse beim Pflegekompetenzzentrum in Syke gut angenommen werden und vollständig belegt seien. „Ab 2023 werden wir das Kursangebot verdoppeln.“ Es gelte nun, die ausgelernten Fachkräfte „für uns zu gewinnen“, ergänzte Ralph Ehring mit Blick auf den Wunsch einer höheren Übernahmequote.

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