Wahlkreis Diepholz-Nienburg I

Bundestagskandidaten sehen Notwendigkeit für mehr Klimaschutz

An der Bassumer Freudenburg wollten die Moderatoren Joachim Golz (l.) und Thomas Suermann (r.) von den Bundestagskandidaten Jürgen Abelmann (Die Linke, 2.v.l.), Axel Knoerig (CDU), Sylvia-Holste-Hagen (Die Grünen), Peggy Schierenbeck (SPD) und Andreas Hinderks (FDP) wissen, wie sie zu unterschiedlichen Klimafragen stehen.
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An der Bassumer Freudenburg wollten die Moderatoren Joachim Golz (l.) und Thomas Suermann (r.) von den Bundestagskandidaten Jürgen Abelmann (Die Linke, 2.v.l.), Axel Knoerig (CDU), Sylvia-Holste-Hagen (Die Grünen), Peggy Schierenbeck (SPD) und Andreas Hinderks (FDP) wissen, wie sie zu unterschiedlichen Klimafragen stehen.

Fünf der acht Bundestagskandidaten im Wahlkreis „Diepholz-Nienburg I“ haben am Mittwochabend auf der Freilichtbühne an der Freudenburg in Bassum mit dem Klima-Aktions-Bündnis Bassum-Syke-Twistringen über das Klima gesprochen. Das Wetter zeigte sich dabei von seiner positiven Seite.

Bassum – Das Klima-Aktions-Bündnis, nach Worten von Thomas Suermann ein „loser Zusammenschluss von Menschen, die sich ums Klima sorgen“, hatte eingeladen und viele kamen. Neben den Kandidaten um das Direktmandat etwa 70 Personen, die diesen auf den Zahn fühlen wollten. Axel Knoerig (CDU), Peggy Schierenbeck (SPD), Sylvia Holste-Hagen (Grüne), Andreas Hinderks (FDP) und Jürgen Abelmann (Linke) stellten sich den Fragen und machten in ihren Antworten auch durchaus unterschiedliche Positionen deutlich.

Alle Kandidaten sehen noch Besserungspotenzial bei eigenem CO2-Fußabdruck

Thomas Suermann führte zusammen mit Joachim Golz sachkundig durchs Programm. Sie brachten die Podiumsteilnehmer bereits mit ihrer ersten Frage nach dem persönlichen CO2-Fußabdruck in die unangenehme Situation, diese Frage nicht detailliert beantworten zu können. Alle waren sich sicher, bereits recht bewusst zu leben und Möglichkeiten der CO2-Reduzierung im persönlichen Umfeld auch zu nutzen.

Die acht Kandidaten im Wahlkreis Diepholz-Nienburgr I

Bei den Bundestagswahlen am 26. September treten im Wahlkreis „Diepholz-Nienburg I“ gleich acht Direktkandidaten an. Mit dem 62-jährigen Rüdiger Gums ist auch ein parteiloser Kandidat dabei. Bis auf Axel Knoerig, Bundestagsabgeordneter der CDU und eindeutiger Gewinner der Bundestagswahl 2017, Jürgen Abelmann von der Partei „Die Linke“ und Rüdiger Gums ist die Kandidatur um das Direktmandat für alle anderen Bewerberinnen und Bewerber eine Premiere.

Als Direktkandidatin für die SPD geht Peggy Schierenbeck aus Weyhe ins Rennen, ebenfalls in Weyhe wohnt der Kandidat der FDP: Jan Andreas Hinderks. Für die AfD geht der Diepholzer Alfons Muhle auf Stimmenfang, für die Grünen tritt Sylvia Holste-Hagen aus Twistringen an. Auch bei der Bundestagswahl 2017 waren die genannten Parteien mit einem Direktkandidaten angetreten. Mit 44,6 Prozent der Erststimmen hatte dabei Axel Knoerig eindeutig die Nase vor. SPD-Kandidat Tevfik Özkan fand sich seinerzeit mit 27,3 Prozent auf dem zweiten Platz wieder, gefolgt von Karl-Heinz Gerd Breternitz (AfD) mit 8,1 Prozent, Klaus-Joachim Schmelz (Grüne) mit 7,7 Prozent, Alexander Carapinha-Hesse mit 7,0 Prozent und Jürgen Abelmann (Linke) mit 5,3 Prozent.

Der parteilose Bewerber Rüdiger Gums aus Stuhr war 2013 schon einmal als Direktkandidat für den Bundestag angetreten. Ein Jahr zuvor hatte er sich bereits um das Amt des Stuhrer Bürgermeisters beworben, 2017 kandidierte er für den niedersächsischen Landtag – wie bei den anderen Kandidaturen ohne Erfolg.

Als unbeschriebenes Blatt gilt Detlev Pigors aus Weyhe, der bei den Bundestagswahlen als Direktkandidat für die Basisdemokratische Partei Deutschland antritt. Erst im Mai hatte diese Partei den Kreisverband Diepholz-Nienburg gegründet. Die Basisdemokratische Partei Deutschland war im Juli 2020 als eine Folge der Proteste gegen die staatliche Corona-Politik entstanden.

Beispielsweise indem Axel Knoerig seinen Strom fürs E-Auto mit der eigenen Fotovoltaikanlage produziert. Alle Kandidaten kaufen nach eigener Aussage überwiegend regional ein, und verzichten auch schon einmal auf den Fleischgenuss. Dennoch sahen alle bei sich persönlich noch Luft nach oben. Beide Moderatoren hatten sich in die jeweiligen Parteiprogramme eingelesen, für die die geladenen Bundestagskandidaten stehen. Peggy Schierenbeck hatte bei manchen Fragen aber den Eindruck, dass sie über unterschiedliche Programme reden. Suermann fand beispielsweise im Programm der SPD lediglich acht Zeilen zum Thema CO2-Reduzierung bei Gebäuden. Schierenbeck sprach dagegen von mehreren Seiten in dem ihr vorliegenden Programm.

Einigkeit beim Thema Windkraft

Grundsätzlich machten alle Teilnehmer auf dem Podium deutlich, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Über die Wege, notwendige Änderungen anzugehen, war man sich dann aber doch nicht mehr so einig. Joachim Golz bescheinigte Andreas Hinderks, dass er auf dem besten Wege sei, sein Freund zu werden. Zuvor hatte Hinderks mehrfach zu erkennen gegeben, dass er durchaus bereit sei, über staatliche Regulierung zu reden, obwohl die FDP grundsätzlich für Deregulierung und die Kräfte des freien Marktes eintritt. Hinderks war wichtig, in der ganzen Debatte „die Menschen mitzunehmen. Wenn die überzeugt sind, erledigen sich viele Dinge von allein und ohne gesetzliche Vorgaben“, behauptete er. Das sah Sylvia Holste-Hagen ganz anders. Am Beispiel einer Baumschutzsatzung machte sie deutlich, dass „wir das vor Ort nicht hinkriegen. Da ist eine Bundesregelung notwendig“.

Wie Besucherinnen und Besucher zur Klimafrage stehen, haben sie mittels Plakaten sehr deutlich gemacht.

In Bezug auf die Nutzung der Windkraft sind fast alle Teilnehmer davon überzeugt, nur damit den Klimawandel hinzubekommen. Jürgen Abelmann trat für eine stärkere Nutzung von Brennstoffzellen und Wasserstoff bei Mobilität und Heizung ein. Axel Knoerig setzt bei der Mobilität auch auf noch zu entwickelnde CO2-freie Kraftstoffe, „die auch vor Ort von der Landwirtschaft produziert werden können“. Holste-Hagen und Schierenbeck sehen aber die Zeit für die Entwicklung solcher Kraftstoffe nicht mehr. „Es muss sich sofort etwas ändern“, machten beide an der Freudenburg deutlich.

An Geschwindigkeitslimit auf Landstraße scheiden sich die Geister

Einigkeit wiederum bei der Notwendigkeit, eine Verkehrswende einzuleiten und den ÖPNV zu stärken. Bei der Publikumsfrage nach Geschwindigkeitsreduzierung auf den Straßen wurden hingegen wieder Unterschiede deutlich. Könnte man sich bei Autobahnen noch auf ein Geschwindigkeitslimit einigen, wichen die Meinungen für Regelungen auf Landstraßen und in Ortschaften doch sehr voneinander ab. Gerade die unterschiedlichen Positionen dürften den Zuhörern wichtige zusätzliche Erkenntnisse für ihre persönliche Entscheidung auf dem Stimmzettel am 26. September gebracht haben. Den Dank der Moderatoren an die Podiumsteilnehmer für eine faire und sachliche Auseinandersetzung quittierten die Zuhörer mit reichlich Beifall.

Wie Besucherinnen und Besucher zur Klimafrage stehen, haben sie mittels Plakaten sehr deutlich gemacht.

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