Bürgermeister im Wahlkampfmodus

Christian Porsch stellt sich bei Auftaktveranstaltung Fragen der Einwohner

Christian Porsch erklärt seine Ziele.
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„Ich mach das!“ – Christian Porsch will Bassums Bürgermeister bleiben.

Bassum – Dort, wo alles begann: In der Gaststätte Ellinghausen hat Christian Porsch die Ziele seiner erneuten Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters am Freitag den Wählern der Gemeinde Bassum vorgestellt. Genau an dem Ort also, an dem er schon vor sieben Jahren seinen Wahlkampf begonnen hatte.

Nach rund einstündiger Vorstellungsrede wollte der 62-Jährige mit den rund 20 Besuchern in einen Bürgerdialog treten. Auch „was in der Vergangenheit vielleicht nicht so gut lief“, wollte er dabei von den Anwesenden wissen.

Der gebürtige Bassumer hat zwei Kinder, ist verheiratet und seit November 2014 Bassums Bürgermeister. Er will die Zukunft der Gemeinde weiterhin gestalten. Dafür stellt sich Porsch am 12. September zur Wahl.

Porsch rief die großen Herausforderungen der vergangenen Jahre in Erinnerung. Die Flüchtlingswelle 2015 hätte die Gemeinde an die Grenze des Schaffbaren gebracht, was Unterbringung und Betreuung betraf.

Die Gemeinde habe Bildungsstandorte gesichert. „Es gibt überall eine Krippe, eine Kita und eine Schule bis zur vierten Klasse in unmittelbarer Nähe“, so Porsch.

Der Feuerwehr-Bedarfsplan wurde aufgestellt. Im Zuge dessen wurde ein Schaumfahrzeug beschafft, um beispielsweise die Palettenfabrik im Falle eines Falles löschen zu können.

Als wichtige Zukunftsfelder nannte Porsch die Ausbildung der Jugend und die Attraktivität der Region. „Wir müssen Fachkräfte hier halten, damit sie anschließend nicht nach Bremen oder Diepholz abwandern.“

Damit einher gehe die Notwendigkeit, neue Flächen für Gewerbe auszuweisen. „Einige stören sich daran, dass Felder wegfallen, aber wir können Gewerbe eben nicht in die Sulinger Straße packen.“

Positiv hob Porsch den Stiftspark hervor. Politiker erhielten „selten Lob“, sagte Porsch, aber für den Stiftspark gebe es regelmäßig welches.

Beim Thema Zuschüsse freute sich Porsch besonders. Rund 1,66 Millionen Euro habe Bassum während seiner Amtszeit aus Fördertöpfen der Europäischen Union bekommen. „Wir profitieren von der EU.“

Beim Zukunftsthema Klimaschutz, mahnte Porsch, dass es nicht einfach werde. „Darüber müssen wir uns immer, immer wieder Gedanken machen, und das wird auch Geld kosten.“

Beim öffentlichen Personennahverkehr gestand Porsch, dass das Thema schwierig sei. „Es gibt interessante Optionen“, sagte er. Neue Ideen seien immer gefragt und er höre sie sich gerne an.

Deutlich bezog der Bürgermeister Stellung zum Thema Elektro-Ladesäulen. „Ich glaube nicht, dass das eine originäre Aufgabe der Verwaltung sein sollte.“ Mit Glück komme die Verwaltung mit einer schwarzen Null bei dem Projekt raus. Er beklagte: „Solange es Geld bringt, machen es die Privaten. Wenn es etwas kostet, ruft man nach dem Staat.“ Vom Elektroantrieb zeiget sich Porsch grundsätzlich wenig überzeugt. Die Verwaltung in Bassum habe ein Fahrzeug für Kurzstrecken. Für lange Fahrten will sich der Bürgermeister nicht auf die Batterie verlassen.

Zum Tourismus sagt Porsch, dass Bassum kein Gebiet sei, „wo man drei Wochen Urlaub macht“. Daher werbe er um Touristen, die ein bis zwei Tage bleiben.

Beim Thema Digitalisierung sagte Porsch: „Egal was man von der Verwaltung will, muss man auch digital machen können.“

Ein Bürger fragte, wann er beim Breitbandausbau an der Reihe ist. Porsch erwiderte, das könne man so genau nicht sagen könne, und bat um Geduld. Rund 80 Haushalte in Bassum seien bereits angeschlossen. „Mein eigener Anschluss soll Ende 2023 fertig sein.“ Nebenbei habe ein Bagger bei Bauarbeiten bereits die erste Leitung versehentlich durchtrennt.

Thema Fußgängerzone in der Sulinger Straße: „Ich würde dort mit einer Einbahnstraße anfangen“, so Porsch. „Ich will ja nicht alle mitnehmen, aber wenn alle dagegen sind, geht es auch nicht.“ Als Freund praktischer Lösungen ist Porsch offen gegenüber Lösungen, die sich andernorts bereits bewähren. Wenn jemand eine Stadt mit 15 000 bis 20 000  Einwohnern und einer attraktiven Innenstadtlösung kenne, könne sich derjenige gerne melden. Eine weitere Bürgerfrage war, ob ein dritter Windpark bei Wedehorn entsteht oder nicht. Zwar seien zwei Gebiete für Windparks ausgewiesen, so Porsch, doch in Wedehorn sei keiner geplant.

Ein Aufeinandertreffen der beiden Bürgermeister-Kandidaten Oliver Launer und Christian Porsch ist laut Amtsinhaber für den 23. August geplant. Ob er sich über einen Gegenkadidaten ärgert, fragte ein weiterer Bürger. Porsch: „Nein, es ist gut, dass es eine Wahl gibt.“

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