Volkstrauertag

Bürgermeister aus Bassum und Twistringen fordern Einsatz gegen Hass

Musik begleitete die Gedenkveranstaltung im Twistringer Gymnasium.
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Musik begleitete die Gedenkveranstaltung im Twistringer Gymnasium.

Menschen in Bassum und Twistringen haben am Sonntag im Rahmen des Volkstrauertags an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert und gleichzeitig zu Versöhnung, Verständigung und Frieden gemahnt.

Bassum/Twistringen – An der Feierstunde nahmen auch die Bürgermeister Christian Porsch und Jens Bley teil. Porsch erinnerte in seinem Grußwort daran, dass Schüler kürzlich an der Gedenkstätte in Kastendiek eine Gedenktafel erstellt haben. Dort verloren vor 75 Jahren 23 junge Soldaten bei einem Granatenangriff ihr Leben. Die Schüler der OBS Bassum haben in Zusammenarbeit mit dem Volksbund und der Stadt Bassum das Unglück aufgearbeitet. „Das war Geschichtsunterricht der praktischen Art“, so Porsch.

Vereine legen am Volkstrauertag in den Ortsteilen Kränze nieder

Er bedankte sich bei allen Mitwirkenden, vor allem bei den vielen Vereinen, die in den Ortsteilen an den Ehrenmälern Kränze niederlegten. „Wir alle geben damit ein Zeichen, dass solch schreckliche Ereignisse nie wieder passieren dürfen.“

Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt wie heute. Und nicht nur weit weg, sondern auch in unserer Nähe.

Christian Porsch, Bürgermeister der Stadt Bassum

Erinnert werde an alle Toten aufgrund von Krieg, Gewaltherrschaft und Terrorismus. „Und wenn man die Nachrichten hört, ist dieses Thema aktuelle denn je. Immer wieder hören und lesen wir von Morden, Folter und Misshandlungen. Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt wie heute. Und nicht nur weit weg, sondern auch in unserer Nähe. Mit diesem Gedenktag verleihen wir der Abkehr von Gewalt und Hass Ausdruck“, so Porsch.

Bürgermeister betonen Verantwortung jedes einzelnen Bürgers

Der Volkstrauertag rufe dazu auf, Zeichen von Hoffnung und Versöhnung zu setzen, und fordere auf, Verantwortung für den Frieden zu übernehmen. „Friede beginnt bei jedem von uns. Es geht um unseren inneren Frieden, es geht um den häuslichen Frieden, es geht um den Frieden im Umgang mit unseren Kollegen oder Nachbarn.“

Gedenken in Bassum am Volkstrauertag

Bassum verstehe sich als weltoffene, tolerante und international ausgerichtete Stadt. „Hier ist kein Platz für menschenverachtendes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit“, so Porsch. „Unser friedliches Zusammenleben ist eines unserer höchsten Ziele und hier gilt mein Dank ganz besonders denen, die bei der Integration der uns anvertrauten geflüchteten Menschen helfen.“

Bley: Wer sich Hass nicht entgegenstellt, trägt dazu bei, dass er normal wird

Auch Twistringens Bürgermeister Jens Bley vertritt die Auffassung, dass der Volkstrauertag nach wie vor eine hohe Aktualität hat. „Meines Erachtens soll er nicht nur zum Gedenken der Opfer der Kriege auffordern, sondern vielmehr zum Nachdenken anregen.“ Selbst bei vermeintlich kleinen Dingen im Leben gelte es, nicht wegzuschauen.

Bei der Fußball EM 2021 sei nach dem Spiel Deutschland gegen England ein Mädchen im Internet mit furchtbaren Worten diffamiert worden. „Dabei ist der Fußball lediglich eine Nebensache“, so Bley. „Es liegt an uns, zu fragen, welche Auswirkungen das eigene Verhalten haben kann. Es ist unsere Verantwortung, sofern Menschen gegenüber anderen menschenverachtend und missbilligend sind, sich diesen Menschen entgegenzustellen und dafür zu sorgen, dass in unserer Gesellschaft kein Keim des Hasses und der Missachtung gesät wird.“ Andernfalls werde es zur Normalität, wenn verachtend über andere Menschen gesprochen wird.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

„Unsere Verantwortung ist es, das höchste gesellschaftliche Gut, welches unsere Großeltern und unsere Eltern nach dem schrecklichen Weltkrieg aufgebaut haben, weiter zu erhalten – den Frieden in Europa.“

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