Bürger müssen für eine Bio-Tonnen-Leerung einen Euro mehr zahlen

Nach elf Jahren: Abfallentgelte steigen

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Die graue Tonne nimmt den Restmüll auf.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Elf Jahre hat die AbfallWirtschaftsGesellschaft (AWG) die Entgelte nicht angehoben, dazwischen sogar zweimal gesenkt, meldet der kreiseigene Entsorgungsbetrieb nicht ohne Stolz. Aber im kommenden Jahr müssen die Bürger mehr für ihre Abfallentsorgung zahlen. Um 2,55 Euro monatlich, sprich 30,60 Euro im Jahr, steigen die Kosten.

Das geht aus einer Sitzungsvorlage für den Kreistag hervor, der am 21. Dezember in Barnstorf entscheidet. Auf Anfrage bestätigte gestern AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler die Notwendigkeit dieser Erhöhung, deren Ursache „zum Teil überregionale Marktentwicklungen sind“. Will heißen: Die Erlöse für Wertstoffe sind geringer ausgefallen.

Die geplante Erhöhung besteht aus zwei Komponenten: Zum einen aus höheren Entgelten für die Bio-Tonne. Pro Leerung ist künftig ein Euro mehr fällig – bei zweimaliger Abfuhr im Monat sind das zwei Euro oder 24 Euro pro Jahr.

Der Kostendeckungsgrad bei der Bio-Tonne habe bisher bei 65 Prozent gelegen, rechnet Andreas Nieweler vor. Jetzt steigt er auf 80 Prozent – und ist damit noch immer nicht kostendeckend. „Das ist auch so gewollt“, so der AWG-Geschäftsführer – und spricht von einer „Lenkungswirkung“, damit Bürger Bio-Abfälle nicht in ihrem Restabfallbehälter entsorgen. 98 Prozent der Haushalte im Landkreis Diepholz verfügen über eine graue Tonne mit einem Inhalt zwischen 60 und 240 Litern.

Das Grundentgelt steigt künftig um 55 Cent im Monat oder 6,60 Euro im Jahr. Nieweler spricht von einer „sehr moderaten“ Anhebung. Denn auf gesetzlicher Grundlage könnte die AWG auch um den zwei- oder dreifachen Wert erhöhen. „Das wollen wir aber aus grundsätzlichen Erwägungen nicht“, sagt der AWG-Geschäftsführer. Die Erhöhung der Leistungsentgelte sei die gerechtere Lösung.

Anteilig werden mit dem Grundentgelt die sogenannten Vorhaltekosten abgedeckt – für Fuhrpark und Abfallbehandlungsanlagen der AWG.

Die Hintergründe für die geplante Entgelt-Erhöhung will die AWG noch vor der Kreistagssitzung öffentlich erläutern, so Nieweler.

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