Buchautor Harald Focke betritt Neuland

„Kaje der Tränen“ und Ozeanriesen

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Harald Focke mit seinen neuen Büchern: Columbuskaje in Bremerhaven und Hamburger Passagierschifffahrt. Foto Ulf Kaack

Bassum - Von Ulf Kaack. Gleich zwei neue Bücher aus der Feder des Bassumer Autors und Schiffshistorikers Harald Focke sind jetzt in den Buchläden erschienen. Thematisch hat er sich der Kolumbuskaje in Bremerhaven und der Hamburger Passagierschifffahrt in der Nachkriegszeit gewidmet.

„Inhaltlich habe ich mit beiden Publikationen Neuland betreten können, da es hierzu bislang noch keine Buchveröffentlichungen gab“, erklärt Harald Focke. „Hinzu kommt das hervorragende Fotomaterial, das überwiegend aus dem Archiv des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven stammt. Meine Mitautoren Dr. Dirk J. Peters, bis 2014 Industriearchäologe beim Deutschen Schiffahrtsmuseum, und der Hamburger Schifffahrtsexperte Frank Scherer haben ebenfalls wertvolles Material beigesteuert.“

Columbuskaje und Passagierschifffahrt

Unter dem Titel „Die Columbuskaje in Bremerhaven“ nimmt der 65-Jährige Focke seine Leser mit auf eine Zeitreise durch die bewegte und bewegende Geschichte des berühmten Bauwerks an der Weser. Es war Schicksalsort für Millionen Menschen: Auswanderer, Kriegsflüchtlinge, Heimatlose, „Displaced Persons“ … Von diesem Ort brachen sie auf, um eine neue Heimat zu finden. „Kaje der Tränen“, so nennt sie der Volksmund.

Doch die Historie der Columbuskaje hat auch eine zweite Seite, erklärt Harald Focke: „Den regulären Transatlantikverkehr von Bremerhaven in die Metropolen der USA. Immer mehr Menschen reisten auf immer luxuriöseren Schiffen hin und her zwischen der Alten und der Neuen Welt. Als die Columbuskaje 1927 eröffnet wurde, war der Höhepunkt erreicht. Legendäre Ozeanriesen boten den betuchten Passagieren eine glamouröse, standesgemäße Reisemöglichkeit. In den 1960er-Jahren nahmen die Passagierzahlen aufgrund des zunehmenden Luftverkehrs stetig ab. Heute sind es vor allem Kreuzfahrtschiffe, die an der Columbuskaje festmachen.“

„Passagierschiffe in Hamburg 1951 – 1969“ erzählt die Geschichte der während der Nachkriegsjahrzehnte in der Elbmetropole bereederten Transatlantik-Liner. Faszinierende Fotos zeigen legendäre Schiffe wie die „Italia“, „Ariadne“, „Hanseatic“ und die „Hamburg“ im Hafen und auf hoher See. Der Leser spaziert durch die Kabinen, durch elegante Salons und über Decks. Ein Novum: Für dieses Buch hat ein Grafikexperte Seitenrisse der porträtierten Passagierschiffe gefertigt.

Beide Titel sind im Sutton-Verlag erschienen, jeweils 118 Seiten stark, im Hardcover gebunden. Für Harald Focke kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen: Bald erscheint ein Typenatlas über die 333 wichtigsten Schiffe der Welt. Momentan arbeitet er an einem Buch, das die Erinnerungen eines Kapitäns von Stückgutfrachtern des Norddeutschen Lloyd zum Inhalt hat.

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