BUND und Nabu begrüßen 30 Gäste beim Gang durch die Friedeholzheide

„Brutplatz für Wiesenweihe und Schwarzstorch“

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Henning Greve informierte über die Probleme, die sich durch den Bau von bis zu 15 neuen 200 Meter hohen Windkraftanlagen in der Friedeholzheide für die Natur ergeben würden.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. Beim umweltpolitischen Spaziergang zum Jahresende durch die Friedeholzheide begrüßte Gästeführerin Anni Wöhler-Pajenkamp mehr als 30 Besucher. Dabei handelte es sich um eine Gemeinschaftsaktion des Nabu Syke und der BUND-Kreisgruppe Diepholz, vertreten durch Henning Greve und Karin Belling rodt.

Treffpunkt war das Biotop von Erika Hollwedel am „Kiebitzmoor“. Die Bassumerin beobachtet seit gut 30 Jahren regelmäßig Flora und Fauna rund um ihr Grundstück. Anlass zu diesem Spaziergang sind die Planungen der Stadt Bassum, einen neuen Windpark mit bis zu 15 Windkraftanlagen zu errichten, die 200 Meter hoch sein werden.

Wie Anni Wöhler-Pajenkamp berichtete, wurde schon seit 1997 über den Bau von Windkraftanlagen verhandelt. Seinerzeit habe man sich geeinigt, nur östlich der L 776 zu bauen, wo inzwischen auch elf Anlagen errichtet wurden.

Ein Teilbereich sei im regionalen Raumordnungsplan der Erholung zugeordnet worden, außerdem bestehen hier zwei ausgewiesene Schutzgebiete. An diese Übereinkunft habe man sich gehalten, bis Anfang 2013 ein neuer Anlauf genommen wurde, um auch westlich der L 776 bauen zu können.

Die Einspruchsfrist ist nach Aussage des Ratsherrn Peter Fassbinder (Die Linke) bereits abgelaufen, doch der Ratsbeschluss stünde noch aus, bevor der Plan zur Genehmigung an den Landkreis geht. „Da haben wir dann noch eine Chance“, hofft Henning Greve, denn dem geplanten Windpark stünden bedeutende naturschutzrechtliche Bedenken entgegen.

Nach Meinung des BUND wird die Tatsache, dass es sich bei dem beplanten Gelände um ein FFH-Gebiet von hoher Qualität handelt, nicht genügend berücksichtigt. Ein von der Stadt Bassum in Auftrag gegebenes Gutachten wurde angezweifelt, denn die durchgeführte Vogelzählung sei ungenau. Sie berücksichtige nicht die Eigenarten ausgerechnet jener Vögel, um die es hier gehe.

Es sei ein hoher zeitlicher Aufwand erforderlich, um die Wiesenweihe oder den hier ebenfalls brütenden Schwarzstorch überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Beide Vogelarten hätten hier in diesem Sommer mit Erfolg gebrütet, berichtete Erika Hollwedel. Das Gebiet habe sich zu einem wichtigen Rastplatz für Kraniche entwickelt, wobei die Angaben über die Anzahl der Tiere ebenfalls im Gutachten erheblich von den tatsächlichen Zahlen abweichen.

Gegenwärtig leben hier nach Aussage von Henning Greve noch neun Fledermausarten. Ihr Bestand würde durch die Windkraftanlagen ganz erheblich gefährdet.

Bei dem Spaziergang durch die Heide konnten die Teilnehmer zeitweise in der Ferne den Bassumer Fernsehturm erkennen. Dabei wies Henning Greve zum Vergleich darauf hin, dass dieser Turm erheblich kleiner sei als die geplanten neuen Anlagen.

Der Weg führte auch zu einem Schlatt, über dessen Entstehung die Teilnehmer informiert wurden. Diese Schlatts dienen nicht nur zahlreichen Kleintieren als Lebensraum. Sie sind auch Rückzugsgebiete für das Niederwild und die Vogelwelt. Außerdem haben sie als sogenannte „Trittsteine“ große Bedeutung für eine Vernetzung, die wiederum für die genetische Vielfalt sehr wichtig ist. Diese Funktion würde durch die für den Bau der Windkraftanlagen erforderlichen Straßen und den zunehmenden Verkehr zerstört, hieß es.

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