Mit Liebe frisch auf den Tisch

Brigitte Heineke kocht im Kindergarten

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Brigitte Heineke schält die frisch geernteten Kartoffeln.

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Ich koche gerne und liebe Kinder. Ideale Voraussetzungen.“ Brigitte Heineke lächelt. Sie kann sich keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen. Die 59-Jährige kocht seit sechs Jahren für die Kinder im Haus der kleinen Füße in Neubruchhausen. Anfangs nur dreimal in der Woche, mittlerweile täglich.

„Heute gibt es Kartoffeln, Hühnchen und Gemüse“, erzählt sie und fügt hinzu: „Ich muss mich sputen.“ Die ersten hungrigen Mäuler würden pünktlich um 12 Uhr am Tisch sitzen. „Und die müssen alle noch geschält werden“, sagt Heineke und deutet auf einen großen Berg Kartoffeln auf dem Tisch. „Die steckten heute Morgen noch in der Erde.“ Sie hat sie von zu Hause mitgebracht.

40 Mahlzeiten täglich

Heinekes Familie betreibt in Neubruchhausen Landwirtschaft – mittlerweile in einem kleineren Rahmen als früher. Desöfteren bringt Heineke frisches Gemüse direkt vom Hof mit. Sie kocht nicht nur selbst, sondern übernimmt auch die Einkäufe – immer dienstags und donnerstags. Sie weiß schließlich genau, was sie benötigt.

Heineke ist keine gelernte Köchin, sondern in den Job hineingewachsen. „Früher habe ich die Kinder aus Albringhausen mit dem Bus zur Schule gefahren“, erzählt sie. Dann suchte der Kindergarten vor sechs Jahren dreimal in der Woche eine Köchin, die der Integrationsgruppe eine Mahlzeit zubereitet. Heineke stellte sich vor und überzeugte durch ihr Können.

„Ich habe schon immer gerne gekocht. Als Kind zusammen mit meiner Oma. Die war übrigens auch Köchin.“ Später kochte sie für ihre eigene Familie und für die in der Landwirtschaft tätigen Helfer und Fahrer. Die Zubereitung größerer Mengen war für sie also kein Problem.

Essensplan steht 10 Wochen im Voraus

Mittlerweile bereitet sie täglich 40 Mahlzeiten zu. Nächstes Jahr kommen noch 15 Krippenkinder hinzu. Deshalb musste die Küche vergrößert werden. Nun verfügt die Köchin über einen direkten Zugang zur Küche, hat einen separaten großen Lagerraum, mehrere Kühlmöglichkeiten und eine große Küche mit zwei Kochmöglichkeiten und zwei Geschirrspülmaschinen.

Ausgewogene Ernährung ist Heineke wichtig. „Es gibt viel Gemüse und Obst, maximal zwei Fleischtage in der Woche, freitags ist Fischtag. Lachs mögen die Kinder nicht so gern“, weiß sie. „Dafür aber Fischfilet mit warmen Kartoffelsalat.“ – „Und Suppen in allen Variationen.“ Heineke spart nichts aus. Es ist eben doch alles eine Frage der Zubereitung. „Die Kinder mögen sogar ihren Knipp und den Grünkohl.“

Den Essensplan stellt Brigitte Heineke zehn Wochen im Voraus auf, das dauert ein bisschen, denn alle Lebensmittel müssen genau aufgelistet werden, inklusive der Zusatzstoffe und Allergene. So will es der Gesetzgeber.

Lieblingsessen an jedem Geburtstag nicht mehr möglich

Früher hat sie an den Geburtstagen der Kinder deren Lieblingsessen gekocht – „das waren dann meistens Pfannkuchen oder Nudeln“. Das sei bei 32 Kindern nicht mehr möglich. Deshalb kocht Heineke einmal im Monat mit einer kleinen Gruppe von Mädchen und Jungen, erzählt sie. „Es geht der Reihe nach. Jeder kommt mal dran.“

Abgewöhnt hat sie den Kindern die tägliche Frage: „Was gibt es zum Nachtisch?“ 30 Mal am Tag die gleiche Frage, konnte sie irgendwann nicht mehr hören. Alle wissen nun, es gibt Dessert. „Und das ist die tägliche Überraschung.“

Kindergartenleiterin Sonja Dannemann ist glücklich, mit Heineke eine versierte und kompetente Kraft gefunden zu haben. „Wir sind alle sehr begeistert von ihrer Kochkunst.“ Das gelte ebenso für die Eltern, die den frischen Genuss gern bezahlen. Die Kosten belaufen sich auf 44 Euro im Monat für die Kindergartenkinder und 46 Euro für die Hortkinder.

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