Brigitta Wortmann hat die vergangenen Monate ein Bildermärchen erstellt

Von der Skizze zum Buch

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Brigitta Wortmann ist mit ihrem Bilderbuch zufrieden. Am Computer nimmt sie letzte Änderungen vor.

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Manchmal kann ich gar nicht aufhören zu zeichnen. Da setze ich mich morgens an den Computer und lege erst am Abend den Stift weg. Das ist wie eine Sucht“, sagt Brigitta Wortmann. Fast bedauert sie es, dass ihr erstes Märchenbilderbuch nun fertiggestellt ist.

Es ist eine Premiere für Brigitta Wortmann. Die Bassumerin ist als Märchenerzählerin in der Region sehr bekannt, aber dass sie auch wunderbar zeichnen kann, wissen wenige.

„Das habe ich schon als Kind gerne getan“, verrät sie. Kurse oder Ähnliches habe sie nie belegt. „Das Zeichnen ist für mich nur ein Hobby zur Entspannung.“

Vor drei Jahren reifte in ihr erstmals die Idee, sich an einem Bilderbuch zu versuchen. Eigentlich gab eine befreundete Märchenerzählerin den Anstoß. „Ihr gefielen meine Zeichnungen. Sie sagte: ,Mach doch mal ein Buch‘“, erinnert sich Wortmann.

Es dauerte zwei Jahre, bis sie den Schritt wagte.

„Letztes Jahr fing ich an, erste Zeichnungen anzufertigen.“ Welches Buch sie illustrieren wollte, sei ihr sofort klar gewesen: das Märchen „Die drei Feigen“. „Diese Geschichte begleitetet mich, seitdem ich angefangen habe, Märchen zu erzählen. Das sind nun schon 16 Jahre.“

Gesagt, getan, doch dann hatte die Bassumerin einen Blackout. Es ging nichts. „Bei Autoren nennt man das Schreibblockade“, schmunzelt sie. Die ersten Zeichnungen gingen nur mühsam von der Hand. „Ich war überhaupt nicht zufrieden.“ Wortmann tat genau das Richtige. Sie schob das Thema beiseite und beschäftigte sich mit einem anderen Projekt. Sie wollte eine Fotoshow erstellen und bei Youtube veröffentlichen. Sie malte das chinesische Märchen „Das wissen die Götter“ auf 16Bildern. „Ich hatte die Motive im Kopf, sie flossen nur so aus meiner Hand“, erinnert sie sich an den großartigen Moment. Der Knoten war geplatzt. Das war vor zwei Monaten. „Mittlerweile haben sich 300 Leute das Video angeschaut“, freut sich die Märchenerzählerin.

„Als ich das letzte Bild gemalt hatte, war ich richtig traurig, dass es nun zu Ende ist“, erzählt sie. Also holte sie ihre alten Skizzen hervor und begann erneut mit dem Feigen-Märchen. „Dieses Mal ging es fast von allein“, schwärmt sie.

„Zuerst mache ich nur grobe Skizzen, die Details kommen später“, verrät Wortmann ihre Arbeitsweise. Auf die Details legt sie besonderen Wert. Das Kleid der Königin beispielsweise sei mit zahlreichen Perlen verziert. „Ich habe bei jeder einzelnen darauf geachtet, dass der Schatten stimmt.“ Sie habe auch zahlreiche Bücher gelesen, um sich über die Mode und Bauweise der damaligen Zeit zu informieren. „Es soll ja möglichst stimmig sein.“

Nun sind alle Bilder fertig. Der Text liegt bei der Korrektorin. Das Märchenbuch umfasst 40 Bilder auf etwa 100 Seiten und wird im Format 21 mal 21 Zentimeter gedruckt. Im Sommer soll es auf den Markt kommen. „Der Preis steht noch nicht fest. Es wird zwischen 12 und 15 Euro kosten“, so Wortmann und verspricht: „Es ist ein Bilderbuch für die ganze Familie.“

Zur Geschichte: Das ursprüngliche Märchen heißt „Die grüne Feige“ und stammt von Adalbert Kuhn (1859). Ein König verkündet seinem Volk, dass er eine Feige haben möchte. Es ist Winter. Wer ihm eine bringt, darf seine Tochter heiraten. Der Vater von drei Burschen findet drei Feigen. Jeder der Söhne macht sich nacheinander auf den Weg zum König. Zwei scheitern, der Dritte übergibt die Frucht, muss aber allerlei Aufgaben bewältigen. Unter anderem soll er 100 Hasen hüten. Ob er am Ende erfolgreich ist und die Hand der Königstochter bekommt, kann im Sommer jeder selbst nachlesen.

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