Osterfeuer in Apelstedt, Schorlingborstel, Wedehorn und Heiligenloh / In Scharrendorf brennen 180 Rundballen

Ein Brauchtum mit Risiko

Beabsichtigtes Feuer: Die Heiligenloher genießen die Wärme bei Stockbrot. Foto: Sabine Nölker

Bassum / Twistringen - Von Sabine Nölker, Ulf Kaack Und Berthold Kollschen. Kaum hatte Ortsbrandmeister Stefan Klinker die Flamme seines Propangasbrenners in das trockene Gehölz des Osterfeuers in Apelstedt gehalten, schon brannte der große Haufen, der erneut am Holzberg aufgeschichtet war. Aufgrund der großen Hitze hatten sich die Besucher in einer sicheren Entfernung eingefunden, wo es auch zu essen und zu trinken gab. „Im vergangenen Jahr haben wir hier vor Kälte gezittert“, erinnert sich Ortsvorsteher Hans-Hagen Böhringer, während Tanja Guddat als Vorsitzende des ausrichtenden Schützenvereins begeistert hinzufügt: „So ein Wetter hatten wir bisher zu Osterfeuern noch nie.“

Auch am Schobo-Haus in Schorlingborstel ist am Samstag um 19 Uhr ein Osterfeuer angezündet worden. Christian Bahn von den „Schobos“ war hier federführend, was die Organisation betrifft. Der rund 120 Seelen zählende Ort feierte in diesem Jahr zum letzten Mal ein Osterfeuer am Schobo-Haus, da das Gebiet demnächst bebaut werden soll. Wohin man im kommenden Jahr ausweichen kann, steht zur Zeit noch nicht fest.

Die Heiligenloher kennen diese Unsicherheit nicht. Für Samstag hatte die Ortsfeuerwehr an die Bockstedter Straße eingeladen, um gemeinsam den alten Brauch zu begehen. Die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte errichteten einen großen Holzstoß, der am Ende schließlich entzündet wurde. Meterhoch türmten sich die Flammen in den Himmel. „Wir haben noch kurz vorher das Gelände und die Bäume mit Wasser abgespritzt“, so Ortsbrandmeister Carsten Schütte. Vorab wurden Schokoeier an die Kinder verteilt. Auf Strohballen sitzend rösteten die Jüngsten Stockbrot über einer kleinen Feuerstelle. Für Verpflegung hatte die Feuerwehr ebenfalls gesorgt. Es gab Bratwurst und kühle Getränke. Bis in die Nacht hinein feierten die Dorfbewohner dieses alte Brauchtum.

Beschaulich und familiär ging es auch beim Osterfeuer auf dem Dorfplatz von Wedehorn zu. Es war kurz vor 20 Uhr, als Ortsbrandmeister Martin Nolte den gewaltigen Totholzhaufen mittels Gasbrenner in Brand setzte. Wem es trotz des ungewöhnlich warmen Wetters zu frisch wurde, der suchte im gemütlichen Göpel Schutz. Leckeres vom Grill und von der Getränketheke machte das Ganze zu einer runden Sache.

Von einer entspannten Atmosphäre in eine hektische Unruhe dürfte sich die Stimmung bei einem Osterfeuer in Scharrendorf entwickelt haben. Dort brannten am Samstagabend rund 180 Rundballen Am Ringwall. Sie waren durch ein benachbartes Osterfeuer in Brand geraten. Die 35 Einsatzkräfte unter der Leitung von Ortsbrandmeister und Einsatzleiter Klaus Krebs entschlossen sich, das Feuer kontrolliert abbrennen zu lassen. Gelöscht wurden lediglich einige brennende Autoreifen sowie das benachbarte Osterfeuer. Nach etwa drei Stunden war der Einsatz beendet, ein Fahrzeug blieb als Brandwache zurück.

Für fünf Feuerwehrleute gab es zwischenzeitlich eine Unterbrechung der Löscharbeiten. Sie wurden vom Rettungsdienst als Tragehilfe in Marhorst angefordert. Nach 45 Minuten kehrten sie zurück, um ihre Kollegen wieder zu unterstützen, heißt es in einem Einsatzbericht der Feuerwehr.

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