Stadt behält Tunnel im Hinterkopf

Bramstedter Kirchweg wird für Kröten zur Todesfalle

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Annemarie und Harald Blumhoff hoffen, mit ihren Schildern die Autofahrer aufmerksam machen zu können.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Die Bilder, die Annemarie Blumhoff zeigt, sind für Tierfreunde schmerzhaft. Zerfetzte und zerdrückte Körper von Kröten liegen auf dem Asphalt des Bramstedter Kirchwegs. Zahlreiche dunkle Flecken sind zu sehen. Entstanden sind die Aufnahmen am vergangenen Wochenende. Es habe ausgesehen, wie auf einem Schlachtfeld, schildert Blumhoff den Anblick.

Sobald die Temperaturen milder werden, machen sich die Kröten auf den Weg zu dem Gewässer, in dem sie geboren wurden, um dort selbst ihre Eier abzulegen. In diesem Fall ist das das Regenrückhaltebecken auf dem ehemaligen Gelände des Nordwestdeutschen Schützenbundes.

Für Blumhoff und ihren Mann Harald stand fest: Da muss etwas passieren. Sie schrieben zwei Schilder, mit denen sie Autofahrer auf die Tiere aufmerksam machen wollen und hoffen, dass diese vor der Überführung der B 51 künftig vom Gas gehen. „Eigentlich wäre es ja Aufgabe der Stadt, solche Schilder aufzustellen“, so das Paar.

Diese Aufnahmen sind am vergangenen Wochenende auf dem Bramstedter Kirchweg entstanden.

Bauamtsleiter Martin Kreienhop hat laut eigener Aussage die Anfrage an den Bauhof weitergeleitet, der nachschauen will, ob die Stadt im Besitz solcher Warnschilder ist. Falls ja, würden diese aufgestellt.

Doch Blumhoffs ist auch klar, dass Schilder das Problem nicht lösen werden, denn nicht alle Autofahrer lassen sich davon bremsen. „Das Beste wäre ein Krötentunnel“, ist sich das Ehepaar einig. Doch die Stadt zeige kein Interesse daran. Ihre Bekannte Jessica Wißmann habe einen Brief an die Untere Naturschuztbehörde geschickt, in der Hoffnung, doch noch den Weg für einen Tunnel ebnen zu können.

„Wir behalten den Tunnel bei den Planungen im Hinterkopf“, sagt Kreienhop. „Wenn wir Versorgungsleitungen verlegen, schauen wir, ob wir einen anlegen können. Er muss natürlich an dieser Stelle auch Sinn machen.“ Eine Vorschrift, die die Stadt zum Bau eines Tunnels verpflichtet, gebe es seines Wissens nach nicht.

Für Kreienhop wäre ein Krötenzaun eine gute Lösung. Dieser müsse allerdings von Privatleuten betreut werden. „Wir würden uns freuen, wenn sich Leute dafür finden. Der Bauhof würde dann auch beim Aufbau des Zauns unterstützen.“

Das Ehepaar Blumhoff weiß um die Möglichkeit eines solchen Zauns, „aber bei dieser Verkehrssituation ist es mir zu gefährlich, im Dunkeln hier Kröten über die Straße zu tragen“, erklärt Annemarie Blumhoff.

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