Menschen und Medium: Gemeinsames Forum am 25. Oktober in Twistringen

Die Botschaft des ewigen Lebens: „Sie sind nicht tot“

Wollen Menschen Inspiration und Unterstützung vermitteln: Katja und Arndt Hünniger. - Foto: Seidel

Twistringen - Von Anke Seidel. „Der Tod ist nichts. Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen“, heißt es in dem berühmten Gedicht von Henry Scott Holland (1847 bis 1918). Der Professor für Philosophie sowie Religion an der Universität Oxford und Domherr der St. Paul’s Cathedral in London glaubte an den Fortbestand der Existenz – genau wie zwei Drittel aller Deutschen, wie eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2009 belegt. Für Katja Hünniger ist das Leben nach dem Tod eine Realität, mit der sie seit ihrem vierten Lebensjahr lebt.

Als Medium schlägt die 33-Jährige Brücken zwischen den Welten. In einem Jahr, so berichtet sie, hat sie mit mehr als 200 Klienten gearbeitet. Deshalb möchte sie nun gemeinsam mit ihrem Ehemann Arndt mediale Abende anbieten, um sowohl Klienten als auch allen Interessierten ein Forum zu geben. „Am liebsten in einer Kirche oder den Räumen einer Kirchengemeinde“, wünscht sich die 33-Jährige. Denn eines haben die Twistringerin und die Kirche gemeinsam: den Glauben an das ewige Leben.

Aber anders als den Kirchengemeinden schlägt der jungen Frau immer wieder Skepsis und Ablehnung entgegen. Denn der Brückenschlag zwischen den Welten, diese Seelen-Telepathie, lässt sich wissenschaftlich nicht beweisen. Noch nicht, meinen dagegen Freunde von Katja Hünniger. 

Sie argumentieren mit der Zeit und unentdecktem Wissen: Vor hundert Jahren wäre das Smartphone, mit dem sich Botschaften und Filme wie von Geisterhand rund um die Welt schicken lassen, als Spinnerei abgetan worden – heute nutzen Abermillionen von Menschen ganz selbstverständlich diese Technik.

Es ist das Vertrauen, das Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder nach schmerzhaften Verlusten in Kontakt mit dem Medium treten lässt. „Sie sind nicht tot. Nur anders. Ich spüre sie. Und sie wünschen sich, dass ich mein Leben in die Hand nehme und glücklich werde“, beschreibt eine Kunsttherapeutin aus Bremen (Name der Redaktion bekannt) ihre Erfahrungen nach Gesprächen mit der Twistringerin. Sie habe ihr Mut und Kraft geschenkt, „eine eigene innere Brücke zu schlagen, um mit meinem Freund und meinem Vater in Kontakt zu treten“.

Eine Bürokauffrau aus Bremen (Name der Redaktion bekannt) hat sich nach dem Tod einer Freundin an die 33-Jährige gewandt und beschreibt ihre Erfahrungen so: „Sie hat mir Dinge gesagt, von denen nur meine Freundin und ich wussten. Ständig habe ich mich gefragt: Woher weiß sie dieses und jenes? Sie konnte mich mir selbst so gut beschreiben, dass es mir fast schon unheimlich war, obwohl wir uns überhaupt nicht kannten.“

Es war eine schwierige Lebenssituation, die eine Bäckerei-Fachverkäuferin aus Twistringen (Name der Redaktion bekannt) zu Katja Hünniger führte. „Sie hat mir sehr geholfen, wieder meinen Weg zu finden, indem ich mich einfach nur mit ihr unterhalten habe und von ihren Übermittlungen profitieren durfte.“

Zu den Klienten des Mediums gehört auch eine Diplom-Psychiaterin aus Dresden (Name der Redaktion bekannt): „Katja übermittelte mir als Medium sehr klare Botschaften zu meiner komplexen Lebenssituation, die mich zutiefst berührten. Die Inhalte der Botschaften gingen weit hinaus über das menschliche Wissen, was sie zum damaligen Zeitpunkt über mich haben konnte.“

Es sind ausschließlich Frauen, die ohne Scheu ihre Erfahrungen schildern. Aber es kommen auch Männer auf der Suche nach Entlastung: „Landwirte genauso wie Bauunternehmer“, sagt Arndt Hünniger und spricht von einer „spannenden interlektuellen Bandbreite“.

Leben nach dem Tod, Jenseitskontakte Nahtoderfahrungen: Wie groß das Interesse von Menschen an diesem Thema ist, beweist ein Blick auf das mittlerweile kaum noch überschaubare Angebot an Büchern zu diesem Thema – und an Dienstleistungen von Menschen, die Rückführungen in frühere Leben, Jenseitskontakte und anderes mehr anbieten. Bei weitem ist nicht alles seriös, wie Menschen immer wieder feststellen müssen. 

„Es geht ja um die eigenen Gefühle. Wer dabei belogen und betrogen wurde und dann sagt: Alles Scharlatanerie, den kann ich gut verstehen“, sagt Katja Hünniger. Ihr Wunsch sei es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen beizustehen. Dazu gehöre auch die Trauer- und die Sterbebegleitung.

Auf Anfrage gibt die Twistringerin auch Meditationskurse – und kann sich gut vorstellen, mit ihren Erfahrungen genauso eine Trauergruppe zu unterstützen.

Die medialen Abende sollen ein Forum sein für Menschen, die Antworten suchen – zum Leben wie zum Sterben: „Was passiert, wenn ich sterbe? Wie läuft das ab und wie geht es dann weiter? Wo sind meine Angehörigen?“, beschreibt Katja Hünniger die Fragen, denen sie mit Interessierten an einem solchen Abend nachspüren will. Nicht todernst, sondern in einer kurzweiligen, entspannten und herzerfrischenden Art und Weise.

Ein Thema könne zum Beispiel auch die Silberschnur sein. Ihre Bedeutung erklärt das Medium so: Es ist eine feinstoffliche Verbindung, ein lichtweißer Faden. Er verbindet Körper und Geist – und reißt, wenn der Mensch stirbt.

In allen Zeiten haben Schriftsteller versucht, den Tod zu verstehen – und unterschiedliche Antworten gefunden. „Das, was wir Tod nennen, ist in Wahrheit der Anfang des Lebens“, war der schottische Autor Thomas Carlyle (1795 bis 1881) fest überzeugt. Mehr als zwei Jahrtausende zuvor hatte schon Sokrates (469 v. Chr. bis 399 v. Chr.) festgestellt: „Niemand kennt den Tod. Es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.“

Das Gedicht von Henry Scott Holland schließt mit den Zeilen: „Ich bin nicht weit weg, nur auf der anderen Seite des Weges.“

Der Tod ist ein Rätsel, das die Menschen auch zweieinhalbtausend Jahre nach Sokrates fasziniert. So referierte der Sterbeforscher Bernard Jakoby vor wenigen Jahren im Kreishaus Cloppenburg vor 200 Zuhörern.

Ihren ersten medialen Abend haben Katja und Arndt Hünniger für den Dienstag, 25. Oktober, von 19 bis 22 Uhr in Twistringen geplant. Der Ort richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmer.

Die Teilnahme kostet 20 Euro (inklusive Getränke und einer kleinen Überraschung). Weitere Informationen erhalten Interessierte unter Telefon 04243/9424024 oder im Internet.

www.spirit-is.life

Mehr zum Thema:

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Festnahme am Diepholzer Bahnhof

Festnahme am Diepholzer Bahnhof

Grausiger Fund auf der Rinderweide

Grausiger Fund auf der Rinderweide

Schüler (15) von Hund gebissen - Halter flüchtig

Schüler (15) von Hund gebissen - Halter flüchtig

Bundesweites Interesse an Diepholz

Bundesweites Interesse an Diepholz

Kommentare