Gewerbeaufsichtsamt hat Ergebnisse über Lache und sieht keinen akuten Handlungsbedarf

„Boden belastet, aber keine Gefährdung“

Der Großbrand bei der GAR am 31. Mai beschäftigt noch Wochen später Anwohner, Polizei und Behörden. 
Archivfoto: Nonstopnews
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Der Großbrand bei der GAR am 31. Mai beschäftigt noch Wochen später Anwohner, Polizei und Behörden. Archivfoto: Nonstopnews

Bassum – Die Bodenuntersuchung einer stinkenden Lache im Wald bei Kätingen und Fahrenhorst haben eine erhöhte Belastung ergeben. Zu diesem Ergebnis kommt das Gewerbeaufsichtsamt (GAA) Hannover auf Anfrage dieser Zeitung. Aber: „Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf, und es liegt keine Gefährdung vor“, beruhigt der Leiter der Behörde, Bernd Reese. Das GAA werde sich nun mit dem Landkreis Diepholz und der Unteren Bodenschutzbehörde (UBB) zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Besprochen wird dann auch, ob eine Sanierung des Bodens angebracht ist oder nicht.

Welche erhöhten Werte im Detail gemessen worden sind, vermochte der Leiter gestern nicht aus dem Stegreif zu sagen. „Wir wollen der Untersuchung der Staatsanwaltschaft auch nicht vorgreifen“, so Reese. Die Staatsanwaltschaft Verden müsse nun klären, wer der Verursacher der Verunreinigung sei.

Für die Bürgerinitiative (BI) für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde-Fahrenhorst ist der Fall klar. „Das ist das Löschwasser der GAR“, sind einige Mitglieder überzeugt.

Die BI ist durch Zufall im Juni auf die Lache aufmerksam geworden und hatte daraufhin die Polizei eingeschaltet. Die Beamten nahmen die Ermittlungen auf. Diese sind nun abgeschlossen. „Die Akte haben wir der Staatsanwaltschaft geschickt“, bestätigt der Polizeipressesprecher Thomas Gissing.

Bernd Reese will sich nicht zu der Frage nach dem Verursacher äußern. Landrat Cord Bockhop hatte am Mittwochabend noch keine Kenntnis von den Ergebnissen der Bodenuntersuchung des GAA. Er ist aber zuversichtlich, dass die Frage nach dem Verursacher schnell geklärt werden könne.

Die Kreisgrünen hatten nach dem Fund im Wald und den wiederholten Bränden auf dem Gelände der GAR im Mai und Juni (wir berichteten) einen Fragenkatalog an den Landkreis gestellt. Die Antworten liegen mittlerweile vor und sind auch auf der Internetseite des Landkreises einzusehen.

Unter anderem fragen die Grünen, ob das Brandschutzkonzept eine Ableitung des kontaminierten Wassers in die Umgebung beinhaltet und wenn nicht, ob die Verwaltung einen solchen Vorgang als kriminell einstuft? „Die Feststellung möglicher Straftaten liegt nicht in der Kompetenz der UWB/UBB“, heißt es seitens des Landkreises. Aber festgestellt wird, dass das Brandschutzkonzept der GAR keine Angaben zu einer Ableitung vorsieht.

Unabhängig von der Untersuchung der Staatsanwaltschaft macht der Landkreis auf die Notwendigkeit eines Löschwasserrückhaltekonzeptes aufmerksam. Das soll nun erarbeitet werden und dient dem Schutz der Einsatzkräfte. Das bisherige Brandschutzkonzept fordert eine Löschwassermenge von mindestens 300 Kubikmeter, mit dem Hinweis, dass durch Rückführung des Löschwassers diese Menge mehrfach zur Verfügung steht. „Diese Rückführung soll es künftig nicht mehr geben“, so Bockhop. „Um eine Gefährdung der Einsatzkräfte auszuschließen, darf dieses Wasser – anders als im Brandschutzkonzept vorgesehen – nicht wieder verwendet werden.“ Dieses sei in einem Gespräch mit der GAR besprochen worden. Durch einen beauftragten Brandschutzsachverständigen werde zurzeit das besagte Löschwasserrückhaltekonzept erstellt.

Der Landkreis hatte nach den Bränden das laut GAR „unbelastete Teichwasser“ auf dem Firmengelände beproben lassen. Das Ergebnis überrascht: „Für den Bodenschutz auffällig ist der hohe PAK-Gehalt im Teichwasser (2,84 µg/l), denn PAK ist schlecht wasserlöslich“, heißt es.

PAK sei ein Sammelbegriff für 15 Einzelstoffe, die teilweise krebserregend sind und allgemein als „Ruß“ bezeichnet werden und bei Verbrennungsprozessen entstehen. Der Prüfwert (nach der Bodenschutzverordnung) sowie der Geringfügigkeitsschwellenwert (LAWA) liege laut Landkreis bei 0,2 µg/l (Mikrogramm pro Liter), der Analysewert sei 14-fach über dem Prüfwert.

Über die Gründe der Belastung des eigentlich unbelasteten Wassers will Bockhop nicht spekulieren. Auch das werde ein Teil der nun anstehenden Ermittlungen und Überprüfungen von Staatsanwaltschaft und GAA sein.

Eine Gefährdung des Grundwassers durch das belastete Löschwasser im Teich sieht der Landkreis nicht gegeben, da die Teiche nach hiesigen Erkenntnissen technisch dicht seien.

Von Frauke Albrecht

Diese Lache haben Mitglieder der Bürgerinitiative im Juni in einem Wald in Kätingen, nahe der GAR, entdeckt. Außerdem Rohre, die zum Teil zugewachsen scheinen.

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