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Black Week? „Ich bin gerne in den Geschäften vor Ort“

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Von: Sigi Schritt

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Nicole Schnabl, 42, aus Helldiek.
Nicole Schnabl, 42, aus Helldiek. © Sigi Schritt sigischritt@web.de

Nutzen Bassumer die Rabatt-Angebote der „Black Week“ und Co.? In einer Ausgabe unserer Parkplatz-Gespräche haben wir nachgefragt.

Bassum – Der Handel lockt derzeit mit satten Rabatten. Speziell Online-Händler bieten Schnäppchen und laden zum Beispiel zur „Black Week“, zum „Black Friday“ oder zum „Cyber-Monday“ ein. Sind die sogenannten „Deals“ wirklich so „heiß“, dass die Bassumer sich drauf stürzen, um etwa Weihnachtsgeschenke zu kaufen? Oder schauen sich Bassumer lieber im örtlichen Einzelhandel um? Und überhaupt, was dürfen Weihnachtsgeschenke angesichts der Energiekrise kosten? Bei den jüngsten Parkplatz-Gesprächen haben wir Bassumerinnen gefragt. Sie geben so manchen Tipp ab.

Nicole Schnabl aus Helldiek rechnet mit der spitzen Feder und nutzt seit Jahren die Rabatte der Online-Händler. „Wir haben zweimal Glück gehabt und die X-Box für meinen Sohn günstiger bekommen.“ Auch im vergangenen Jahr habe die Familie aus Helldiek im Netz zugeschlagen. Ihr Sohn wollte die Mobilphone-Marke wechseln und „von Samsung auf Apple umsteigen“. Im Internet stieß die Familie auf generalüberholte Geräte. „Das Telefon war wie neu. Da war nix dran, und wir bekamen noch ein Jahr Garantie.“ Und für die Tochter hat die Bassumer Familie vor einem Jahr spezielle Zubehör-Boxen fürs Handy gekauft.

Und in diesem Jahr? Nicole Schnabl sagt, dass die Kinder Geschenkgutscheine für Amazon bekommen. Was noch auf dem Wunschzettel steht? „Klamotten.“ Für die Erfüllung solcher Geschenke müsse nicht unbedingt ein Online-Händler bemüht werden: Der Handel vor Ort habe ebenfalls viele schöne Sachen. Unter anderem stöberte sie jüngst beim Freundinnenabend im Modehaus Maas in den Auslagen. Sie habe sich dort ein Tattoo stechen lassen und eingekauft. „Wenn die Kinder spezielle Wünsche haben, schauen wir, ob wir sie vor Ort einkaufen. Das heißt, wir fahren auch zum Ochtum-Park nach Stuhr. Werden wir in der Region nicht fündig, schauen wir im Internet nach.“ Bei den hohen Spritpreisen verzichte die Familie derzeit aber, auf Verdacht nach Bremen zum Einkaufsbummel zu fahren. Wie teuer die Weihnachtsgeschenke für ihren 14 Jahre alten Sohn und für die 16-jährige Tochter maximal sein dürfen? „150 Euro pro Kind.“ Dafür würden sich die Eltern grundsätzlich nicht beschenken – mit einer Ausnahme: Wenn eine Sache angeschafft werden müsste. Zum Beispiel ein neuer Staubsauger. Welchen Tipp sie für andere Mütter hat, die sparen wollen? „Wer Kinder-Kleidung bis Größe 164 benötigt, sollte sich bei Aldi und Lidl umsehen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.“

Wiebke Bergmann, 39, aus Bassum.
Wiebke Bergmann, 39, aus Bassum. © Sigi Schritt sigischritt@web.de

Wiebke Bergmann lässt die „Black Week“ völlig kalt. Sie kaufe nicht in diesem speziellen Zeitraum ein. Die Rabatte animierten Kunden nur zum Kauf. „Wir müssen schauen, wie man durch die Inflation kommt“, sagt sie. Sie merke es, dass die Preise überall anziehen würden. Sie und ihr Mann hätten ein altes Haus gekauft. Das Paar stecke Geld nicht in Konsumgüter, sondern investiere es in das Eigenheim. Jedoch würde es sich ab und zu im Jahr aber mal was gönnen. Ob die 39-Jährige und ihr Mann an diesem Heiligabend sich etwas schenken, müsse noch besprochen werden. Klar sei, dass ihr neunjähriger Sohn „etwas Schönes“ bekommt. „Geschenke sollten maximal 100 Euro kosten.“ Außerdem gibt es noch die Großeltern. Mit denen wolle sich die Familie abstimmen. „Ein Sack voller Geschenke ist nicht drin.“ Das sei auch nicht nachhaltig.

Ina Marks, 41, aus Bassum.
Ina Marks, 41, aus Bassum. © Sigi Schritt

Auch Ina Marks aus Bassum habe noch nie bei speziellen Angeboten der „Black Week“ zugegriffen. Derzeit sei sie noch nicht in Weihnachtsstimmung. Das komme erst nach dem ersten Advent. Sie gehe gerne shoppen. „Ich bin gerne in den Geschäften vor Ort.“ Sie bedauert es, dass in Bassum Geschäfte geschlossen haben und Ladenlokale leer stehen. Dennoch sei nicht nur Bassum ein Shopping-Ziel, sondern auch Syke, das Brinkumer Outlet und Bremen. Die 41-Jährige habe ein erwachsenes Kind und eines, das 16 Jahre alt ist. Ina Marks findet, dass Geschenke in Höhe von 50 Euro pro Person völlig ausreichend seien.

Julia Bobrink, 36, aus Bramstedt.
Julia Bobrink, 36, aus Bramstedt. © Sigi Schritt sigischritt@web.de

Julia Bobrink aus Bramstedt zählt zu jenen Verbrauchern, die online stöbern. „Ich nutze definitiv die ,Black Week‘. Wenn etwas günstiger ist, kaufe ich es. Ich schaue mich nach Kindergeschenken für Weihnachten um.“ Sie vergleiche Preise langfristig und habe festgestellt, dass sich „so manches Online-Schnäppchen als Augenwischerei“ entpuppt. Sie empfiehlt, auch auf anderen Internet-Seiten die Preise zu studieren. Eine ihrer Lieblingseiten? „www.mytoys.de“. Aber auch auf den Seiten von Ebay Kleinanzeigen stöbere sie. Ihre Geschenke habe sie längst zusammen. Mütter könnten planen. Heiligabend komme für Bobrink nicht plötzlich. „Ich schaue mich das ganze Jahr um, was ein passendes Geschenk sein könnte, und dann lege ich es weg.“ Sie empfinde es als schwer, Männern ein passendes Geschenk zu überreichen. Wenn der Partner mal ‘was sagt, höre sie genau zu und versuche, den Wunsch zu erfüllen. „Aber etwas auf Verdacht kaufen? Nein, dann könnte es in der Ecke stehen. Lieber schenken wir uns einen Wochenendurlaub.“ Wie teuer darf ein Präsent für ein Kind sein? „Wenn es etwas Größeres sein soll, kauft man es mit den Großeltern zusammen. Ansonsten kann der Betrag zwischen 100 und 150 Euro liegen.“ Die Bramstedter Familie kaufe auch vor Ort: Im Einzelhandel in Bassum, in Syke und im Outlet-Center in Brinkum. Regelmäßig würde sie sich die Anzeigen in der Zeitung anschauen. Bei Büchern sei Nachhaltigkeit wichtig. Der Lesestoff könne auch gebraucht sein.

Jana Wojciechowski, 26, aus Bassum.
Jana Wojciechowski, 26, aus Bassum. © Sigi Schritt sigischritt@web.de

Die 26-jährige Jana Wojciechowski hat zwei Kinder (zwei Jahre alt und neun Monate). Die Bassumerin lobt die Auswahl von Nesemann in der Syker Innenstadt. Sie versuche stets, den Handel vor Ort zu unterstützen. Sie begründet ihre Haltung damit, dass die Geschäfte durch Corona viel eingebüßt haben, und sie möchte, dass die Unternehmen noch lange vor Ort bleiben. Welche Limits sie für Geschenke setzt? 150 Euro für ein Kind, maximal 50 Euro für Erwachsene. Nur für Kleidung bemühe sie ab und zu eine Online-Börse, auf der Gebrauchtbekleidung angeboten wird: www.vinted.de.

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