Berufsinformation an der Oberschule für die 9. und 10. Klassen

Handwerk als Sprungbrett

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Martin Nolte von der Firma KMH Metallbau hatte für die Jugendlichen ein Stecksystem mitgebracht.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Vor zwei Jahren stand Robin Linz noch auf der anderen Seite des Tisches. Da suchte er als 14-jähriger Schüler der Oberschule das Gespräch mit Firmenchefs und informierte sich über verschiedene Berufe. Was für ein Glück für ihn, dass damals auch die Firma Bremer Stahlbau einen Stand aufgebaut hatte. Denn dort ist Linz heute Auszubildender im ersten Lehrjahr. Am Mittwoch tauschte er die Rollen und gab den Schülern im Rahmen der Aktion Berufsscouting einen Einblick in seine Arbeit.

„Mir wurden damals vier Bereiche vorgestellt, mit denen ich nichts anfangen konnte“, erinnert sich der 16-Jährige und zählt Tischlerei, Kfz-Betrieb, Pflegedienst und Frisör auf. Am Tisch von Bremer dann war seine Neugierde geweckt. Er fragte nach einem Praktikumsplatz und schnupperte in den Ferien Betriebsluft. Nach dem Praktikum war für ihn klar: „Das möchte ich machen.“ Den fast gleichaltrigen Schülern der Oberschule gab der junge Mann den Tipp: „Informiert euch, und macht ein Praktikum!“

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 der Oberschule hatten die Möglichkeit, sich an zwölf Stationen über verschiedene Berufe zu informieren. Sozialpädagogin Erika Stötzel und Wirtschaftsförderer Heinz Schierloh gaben den Schülern zehn Minuten Zeit pro Tisch – vier waren verpflichtend, zwei durften sie sich frei wählen.

Vor allem Handwerksbetriebe waren vertreten, unter anderem KMH Metallbau, Malerei Rätzke, Bäcker Meyer sowie die Alexianer, Pflegedienst Stecker und der Landkreis.

„Leider ist keiner aus der IT-Branche da“, bedauerte der 17-jährige Daniel Franz. Dennoch lobte er die Aktion. „So kann man mal verschiedene Berufe kennenlernen.“

Dieser Meinung schloss sich Julia Bergmann an. Die 16-Jährige möchte zwar Floristin werden, fand aber auch die Vorstellung des Grafikers Daniel Günther von der Firma Video-Art interessant. Günther war selbst Schüler an der Oberschule. „Ich habe 2008 meinen Abschluss gemacht. Ich weiß, was in den Köpfen der Jugendlichen vor sich geht.“ Auch er gab ihnen den Rat, sich als Praktikanten auszuprobieren.

Einige Anfragen in diese Richtung verzeichnete Martin Nolte, stellvertretender Produktionsleiter der Firma KMH und zuständig für die Auszubildenden. „Der Vormittag verläuft sehr positiv. Die Schüler sind durchaus interessiert.“ In zehn Minuten könne man keinen Beruf vorstellen, aber den ersten Kontakt knüpfen.

„Wichtig ist, ein Ziel zu haben, dann könnt ihr alles erreichen“, meinte Ralf Rätzke, Inhaber des gleichnamigen Malereibetriebes. Er erstaunte die Jugendlichen mit seinem Lebenslauf. Angefangen hatte er als Kfz-Schlosser, sattelte um und ist heute nicht nur Maler- und Lackierermeister, sondern arbeitet auch als Gerichtsgutachter und Sachverständiger.

Dass das Handwerk ein gutes Sprungbrett sein kann – vom Maurer zum Ingenieur – vermittelte auch Ortshandwerksmeister Herbert Schorling.

Zur Freude der Firmenchefs wissen bereits einige Jugendliche sehr genau, was sie werden wollen. Bei den Jungen scheint Mechatroniker in allen Varianten beliebt zu sein.

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