Bernd und Martin Deiermann sind begeisterte Modellpiloten und Konstrukteure

Jet mit Tempo 250 über Albringhausen

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Sicher gelandet: die Jets von Bernd und Martin Deiermann.

Bassum - Von Berthold B. Kollschen. Mit 250 Sachen düst der Modelljet durch die Luft und setzt dann, ohne zu wackeln und zu ruckeln auf dem Rasenfeld des Modellflugplatzes in Albringhausen auf. Bernd und Martin Deiermann atmen auf. Die Landung ist geglückt.

Die beiden Bassumer, Vater und Sohn, sammeln ihr ferngesteuertes Modell ein. Sie haben es selbst gebaut.

Angefangen mit Modellbau hat Bernd Deiermann (64) in den 80er-Jahren. Er baute sich einen Segler, der sich als „Elektrofly“ vom Hersteller Graupner seinerzeit großer Beliebtheit unter den Flug-Modellbauern erfreute. Mit einer Spannweite von 220 Zentimetern handelte es sich schon um einen recht großen Vogel.

Seither sind in der Hobby-Werkstatt der beiden Bäckermeister auf dem Dachboden ihres Hauses an der Bremer Straße mehr als 80 Modelle entstanden. Darunter viele Hoch- und TiefDecker als Propellermaschinen sowie auch einige Fantasieflugkörper, beispielsweise der „fliegende Klodeckel“ mit dem berühmten Elefanten Wendelin (von Loriot) als Passagier.

Doch das alles reichte den beiden begeisterten Modellbastlern und -fliegern nicht. Vor fünf Jahren entschlossen sie sich, zwei Jets zu bauen, denen die Maschinen mit der Bezeichnung MB 339 der weltbekannten italienischen Kunstfluggruppe „Frecce Tricolori“ als Vorbilder dienten.

Dabei war Martin, heute 39 Jahre alt, die treibende Kraft. Schon als Achtjähriger hatte er seine erste Fernsteuerung in der Hand. Das Hobby des Vaters hatte ihn damals bereits begeistert. Seither teilen sich die beiden diese Leidenschaft.

Die Jets werden jeweils von einer Turbine angetrieben, die mit normalem Kerosin gespeist wird und bei 120000 Umdrehungen pro Minute eine Schubkraft von zwölf Kilogramm entwickelt.

In der Luft erreicht der Modelljet eine Geschwindigkeit von gut 250 km/h. Nicht leicht, das Tempo per Fernsteuerung zu kontrollieren. Obwohl Martin als der jüngere der beiden Enthusiasten ein paar Jahre weniger Erfahrung als sein Vater hat, ist er der versiertere Pilot.

Vor dem Start auf dem Modellflugplatz in Albringhausen kommt der Check-up: Dieser verläuft ähnlich wie bei einem echten Flugzeug. Alle beweglichen Teile werden überprüft, das Ein- und Ausfahren des Fahrwerks getestet und der Tankinhalt gemessen. „Bei meinem Modell besteht der Kerosintank aus zwei PET-Cola-Mehrwegflaschen“, erzählt Martin Deiermann. „Die sind schlank und leicht, also ideal für meine MB 339.“ Das Modell wiegt mal gerade 13,5 Kilogramm.

Natürlich haben Vater und Sohn auch die Originale ihrer Modelle gesehen und deren Flugkünste bewundern können. Dazu reisten sie bereits zweimal zu Flugschauen nach Italien.

Bernd und Martin sind Mitglieder der Modellfluggruppe Bassum. Jürgen Schötz aus Bramstedt ist aktueller Vorsitzender der Gruppe, die zur Zeit 35 Mitglieder hat.

Weitere Infos gibt es im Internet.

www.modellfluggruppe-bassum.de

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