Verkehrsbehörde bringt Schutzplanken an Abschnitten der B 51, B 61 und B 214 an

Baumunfälle reduzieren

Neue Schutzplanken zwischen Nienstedt und Apelstedt sollen schwere Baumunfälle verhindern - Fotos: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Um die Zahl der Baumunfälle mit Toten und Schwerverletzten zu reduzieren, werden an ausgewählten Bundesstraßen im Landkreis Diepholz Schutzplanken aufgestellt. Das teilt Fritz Wetje von der Landesbehörde Straßenbau und Verkehr Nienburg mit. Der Bund hat dafür eine Million Euro zur Verfügung gestellt.

Die Strecke zwischen Neuenkirchen und Apelstedt an der B 61 ist fast fertig bestückt. Nun geht es weiter bis nach Bassum. „Es gibt eine Verfügung des Bundes, mehr gegen Baumunfälle zu tun“, erklärt Wetje. Daraufhin haben sich Polizei, Verkehrsbehörde und Vertreter des Landkreises im Rahmen der Verkehrsschau lange Zeit Gedanken gemacht, wie das Problem zu lösen sei.

Nun sollen an besonders unfallträchtigen Punkten Schutzplanken zum Einsatz kommen. „Erst mal nur an Bundesstraßen“, erklärt Wetje. Zu den unfallträchtigen Strecken zählen Abschnitte der B 61, der B 51 sowie der B 214. 

Den Anfang macht die B 61 – von Neuenkirchen bis Bassum. Laut Wetje folgen Abschnitte an der B51: von Cornau nach Barnstorf; von Barnstorf nach Drentwede sowie von Drentwede nach Twistringen.

Die unfallträchstigste Strecke Bassum-Fahrenhorst sei nicht in der Planung mit drin, weil dort der Ausbau 2+1 die Zahl der Unfälle reduzieren soll (wir berichteten).

An der B 214 hat sich die Verkehrskommission für den Abschnitt von Barver nach Rehden entschieden. Bis spätestens Mitte 2017 soll die Baumaßnahme beendet sein. Ob weitere Strecken folgen hängt von den zur Verfügung stehenden Mitteln ab.

Lagerplatz vor Nienstedt. Es gibt noch viel zu verbauen.

Laut Wetje werden die Schutzplanken nur dort angebracht, wo Bäume stehen. „Und wo keine Radwege sind.“ Darüber hinaus sei gewährleistet, dass Landwirte auch weiterhin zu ihren Feldern gelangen können. Bei einigen Anwohnern stößt diese Schutzmaßnahme auf Unverständnis. Sie sprechen von Steuergeldverschwendung. Nienstedts Ortsvorsteherin Dörte Binder fragt in einem Schreiben an die Stadt: „Sind Bäume schützenswerter als Menschen? Die Einfahrt zur Dorfstraße ist nicht mehr einsehbar und auch nicht mehr zu erahnen.“ Wichtiger wäre es ihrer Meinung nach, die Asphalt-Decke zwischen Nienstedt und Apelstedt zu erneuern. „Dort gibt es gefährliche Spurrillen.“

Andere Nienstedter fragen sich, ob „die alten Bäume vor den Autos geschützt werden sollen oder umgekehrt“.

Eine Antwort darauf gibt möglicherweise die Unfallstatistik. Niedersachsen ist bundesweit das Land mit der höchsten Anzahl an Baumunfällen, heißt es in einer Mitteilung des Vekehrsministeriums. Deshalb stelle man in einem drei Jahresprogramm (2015-2017) rund fünf Millionen Euro für den Bau von Schutzplanken zur Verfügung.

Baumunfälle würden oftmals zu sehr schweren Folgen mit Toten und Schwerverletzten führen. Der Aufprall auf feste Hindernisse neben der Fahrbahn sei laut Statistik zwar nur für 17 Prozent der im Straßenverkehr Verunglückten, jedoch fast 40 Prozent der Getöteten verantwortlich. Um diese tragischen Folgen zu reduzieren, müsse man Baumunfälle möglichst verhindern oder zumindest die Anprallgeschwindigkeit und damit die Unfallfolgen deutlich reduzieren, so die Verkehrsexperten.

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