„Bauer sucht Besucher“ bei Carsten Zimdars in Bassum

„Man wird da reingeboren“

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Die Stallungen waren ein Anlaufpunkt beim Rundgang auf dem Bauernhof.

Bassum - In die Milchkammer schauen, in den Melkstand steigen und durch alle Ställe streifen: Ein Dutzend junge und ältere Besucher nutzte am Sonnabend die Gelegenheit, sich anlässlich der Aktion „Bauer sucht Besucher“ vom Landvolk Mittelweser auf dem Hof von Carsten Zimdars umzusehen und mit dem Landwirt ins Gespräch zu kommen, heißt es in einem Pressetext.

Dabei erfuhren sie viel Wissenswertes. Zum Beispiel, dass die Sprunggelenke der Kuh behaart sein müssen. „Wenn das nicht der Fall ist, stimmt der Liegekomfort im Stall nicht.“

Zimdars 110 Milchkühen geht es offensichtlich gut: In zwei großen Ställen ist das Gros der Tiere untergebracht. Vor einem Jahr hat er einen neuen Stall für das Jungvieh gebaut. Die Milchkühe haben ihren Platz im Stall davor.

Jeden Winkel seines Betriebs zeigt der Landwirt und spricht mit seinen Gästen über die wirtschaftliche Situation der Landwirte. Der aktuelle Milchpreis von gut 29 Cent pro Liter sei zu gering. Zehn Cent mehr seien eigentlich nötig, um kostendeckend zu arbeiten, so Zimdars. Doch der Handel drücke die Preise. „Niemand hat Interesse an höheren Lebensmittelpreisen“, sagt der Landwirt.

„Wir als Verbraucher müssen sagen, dass wir das nicht wollen“, meint ein Besucher. Mit seiner Entscheidung am Kühlregal müsse man viel bewusster agieren.

Weiter geht es mit dem Hofrundgang: Jedes von Zimdars‘ Tieren bekommt auch Stroh ins Futter. „Vom kleinsten Kalb bis zur großen Kuh.“ Warum? „Das muss in der Pansenwand pieksen, dann kann der Pansen arbeiten.“

Neben großen Tieren leben auf dem Hof auch ganz kleine: ein Bienenvolk. Imkerin Kathrin Kühn erklärt den Gästen, wann der Nektar zum Honig wird. Nämlich dann, „wenn der Wassergehalt gering ist“. Der richtige Moment sei bei der Imker-Arbeit entscheidend. „Man muss den Honig schnell klauen, sonst kristallisiert er und man bekommt ihn nicht mehr heraus“, erklärt die Imkerin.

Den Gästen gefällt der Rundgang: „Ich bin in der Lebensmittelindustrie tätig und interessiere mich deswegen auch für die Urproduktion“, erzählt Barbara Babic, die mit ihren beiden Kindern auf den Hof gekommen ist. Nach der Führung dürfen sie all das testen, was aus der Milch anschließend in der Molkerei gemacht wird: Buttermilch, Kakao, Joghurt und Quark.

„Es ist ganz schön mutig, dass sie den Betrieb übernommen haben“, sind sich die Besucher einig. Für Carsten Zimdars eine Selbstverständlichkeit: „Man wird da so reingeboren.“

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