Bassums Problemzonen

Verkehrsentwicklungskonzept: Nach Bürgerbefragung sucht Lenkungsgruppe nach Lösungen

Die Bahnhofstraße in Bassum
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Schon lange ein Diskussionsthema: Die Bahnhofstraße in Bassum. Archiv

Slalomfahren an der Lange Wand, zu viel Verkehr an der Syker Straße und Kopfsteinpflaster an der Bahnhofstraße, das sind nur einige von Bassums Problemzonen, die ein Verkehrsentwicklungskonzept nun definieren und lösen soll. Die Stadt Bassum hatte eine Bürgerbefragung durchgeführt. Die Ergebnisse sind ausgewertet und decken sich mit der Einschätzung der Verwaltung. Nun soll bis zum Sommer ein Maßnahmenkatalog erstellt werden.

  • Bürgerbefragung hat Bassums Problemzonen definiert
  • Situation an der Langen Wand nur ein Kritikpunkt von vielen
  • Bis zum Sommer soll eine Lenkungsgruppe einen Fahrplan erstellen

Bassum – Wer auf der Straße Lange Wand unterwegs ist, kennt die Situation: Da parken Autos links und rechts, und Slalomfahren ist angesagt – oder eben warten, bis der Gegenverkehr durch ist. Und weil irgendwann die Geduld ausgeht, setzt der eine oder andere zu einem hektischen Überholmanöver an. Das kann brenzlig werden, auch für Radfahrer. Kann man da was machen?

Das ist eine der Fragen, mit denen sich die Lenkungsgruppe zum Verkehrsentwicklungskonzept der Stadt Bassum in den kommenden Monaten beschäftigen wird. Denn die Lange Wand und andere Straßen sind bei der Bürgerbefragung Anfang des Jahres von den Anwohnern als Problembereich gemeldet worden. Ebenso einige Einmündungsbereiche wie der bei der Gaststätte Brokate.

Die Lösungen liegen scheinbar oft auf der Hand. Autos blockieren die Lange Wand? Dann macht doch einfach ein Parkverbot! „Ganz so einfach ist das nicht“, erklärt Bürgermeister Christian Porsch. Denn wo sollen dann beispielsweise die Kunden von Bäcker Meyer oder der Trattoria Gennaro halten? Und wenn die Autos von den Seiten verschwinden, könnte das zum Rasen verleiten.

„Bevor man in die Verkehrsführung eingreift, gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen“, sagt Bauamtsleiter Martin Kreienhop und tritt damit ein bisschen auf die Euphoriebremse: Nur, weil die Umfrage jetzt ausgewertet ist, lösen sich nicht in den nächsten Wochen alle gemeldeten Problemzonen in Wohlgefallen auf. „Die Lenkungsgruppe arbeitet jetzt Ideen für mögliche Maßnahmen aus.“

Insgesamt sind 132 Beiträge eingegangen

In dieser Gruppe sind Mitglieder der Ratsfraktionen, des ADFC, der Polizei, der WIR, des Klimaschutzbundes, des Stadteltern- und des Behindertenbeirates sowie der Verwaltung vertreten, um möglichst viele Sichtweisen zu bekommen.

Insgesamt sind 132 Beiträge eingegangen. Für Christian Porsch ein guter Wert. Beim Auswerten stellte sich heraus, dass die Probleme, die die Lenkungsgruppe bereits ausgemacht hatte, sich mit dem Empfinden der Bürger decken.

Doch wo sind die weiteren Konfliktpunkte? „An der Bremer Straße wurden eine ungeeignete Radführung und fehlende Querungsmöglichkeiten für Fußgänger bemängelt, zählt Kreienhop auf. „Am Richtweg entstehen Gefahrensituationen für Schulkinder und dort wird oft zu schnell gefahren. Auf der Syker Straße gibt es eine zu hohe Verkehrsbelastung und Konflikte beim Parken. Bei der Bahnhofstraße wird die Oberflächenbeschaffenheit kritisiert und Am Damm ist der Schutzstreifen für Radfahrer zu schmal. Zudem gibt es am Knotenpunkt Bremer Straße / Sulinger Straße häufig Konflikte zwischen Autos und Fußgängern. Auch beim Parken auf dem Lindenmarkt gibt es Probleme.“

Fehlende Querungsmöglichkeiten an der Bremer Straße

Was den Bassumern besonders sauer aufstößt, sind die zu hohen Geschwindigkeiten in der Stadt. Auf Rang zwei rangieren die Qualität des Fuß- und Radwegenetzes und auf drei die Aufenthaltsqualität. Was hingegen eine sehr geringe Rolle spiele, sei der ÖPNV. „Vermutlich weil der Schwerpunkt der Befragung auf der Kernstadt Bassum liegt“, so Kreienhop.

Die vier Ziele, die nun angesteuert werden sollen lauten: Verbesserung der Verkehrssicherheit, Förderung der Nahmobilität, Steigerung der Aufenthaltsqualität und eine verträgliche Gestaltung des Kfz-Verkehrs.

Wie geht es jetzt weiter? „Wir möchten bis zum Sommer einen Fahrplan haben, in dem die Maßnahmen für Verbesserungen stehen. Dann kann die Politik darüber beraten“, so Kreienhop. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe sollen zum einen Ideen für Maßnahmen entwickeln und zum anderen überlegen, welche davon als erstes umgesetzt werden sollte. Da die Bahnhofstraße schon länger auf der To-do-Liste der Stadt steht, könnte es sein, dass sie als erstes in Angriff genommen wird. Auch wenn noch nicht klar ist, was mit ihr passieren soll. „Wahrscheinlich wird sie ein neues Pflaster bekommen – aber wie hindern wir dann die Leute am Rasen?“, so der Bürgermeister.

Umgestaltung des Knotenpunktes am Gasthaus Brokate

Andere Maßnahmen werden in jedem Fall mehr Zeit brauchen. Beispielsweise die Umgestaltung des Knotenpunktes am Gasthaus Brokate. „Wenn wir das in Angriff nehmen wollen, werden wir in jedem Fall vorher Fördermittel beantragen“, sagt der Bauamtsleiter und Christian Porsch fügt hinzu: „Es wird nicht einfach, weil wir versuchen werden, so viele Interessen wie möglich zu berücksichtigen. Vor uns liegt ein langer Weg.“

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