Bassum hat einen Energiemanager

Bernd Müller nimmt Klimasünden ins Visier

Mal Außendienstler, mal Schreibtischhengst: Die Aufgabenfelder von Bassums Energiemanager Bernd Müller sind vielfältig.
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Mal Außendienstler, mal Schreibtischhengst: Die Aufgabenfelder von Bassums Energiemanager Bernd Müller sind vielfältig.

Bassum – Sein Name ist Müller. Bernd Müller. Seine Mission: Bassum unter die Arme greifen, um die laufenden Kosten der städtischen Liegenschaften zu senken und Energie einzusparen. Bernd Müller ist seit dem 1. September Energiemanager der Stadt Bassum. Und er hat seitdem alle Hände voll zu tun.

Wie am Mittwochmorgen. Den verbringt er diesmal in der Sporthalle Neubruchhausen. Er inspiziert dort die Heizungs- und Sanitäranlagen. In der Dusche misst er den Wasserverbrauch. „Manche Brauseköpfe lassen 20 Liter Wasser pro Minute durch, andere nur sechs“, erklärt er. Dort läge entsprechend viel Einsparpotenzial. Auch die Selbstschlussarmaturen, die nach dem Betätigen nur für eine bestimmte Zeit Wasser durch den Duschkopf schicken, seien mancherorts nicht unbedingt den Bestrebungen zum Sparen dienlich. „Manchmal laufen die ein bis zwei Minuten“, sagt Bernd Müller. „Wenn die allerdings nur 20 Sekunden laufen, verbrauchen die weniger Wasser, wenn man schon eher mit dem Duschen fertig ist.“

Bernd Müller weiß, wovon er spricht. Satte 45 Jahre arbeitete der ausgebildete Heizungsbaumeister in einem Bassumer Heizungs- und Sanitärbetrieb. „In zwei Jahren möchte ich in Rente gehen“, plant er. „Daher habe ich mich auf diese Stelle beworben.“ Für zwei Jahre sei die Stelle ausgeschrieben, erklärt der Bassumer Bauamtsleiter Martin Kreienhop. Unter „mehreren tollen Bewerbungen“ auf die ausgeschriebene Stelle habe die von Bernd Müller „herausgestochen“.

Energetische Betrachtung städtischer Gebäude ist ein „dicker Brocken“

Schon vor ein paar Jahren habe die Stadt, die gemeinsam mit Twistringen an einem langfristigen Klimaschutzkonzept arbeitet, gemerkt, dass die energetische Betrachtung städtischer Gebäude „ein dicker Brocken“ sei, weiß Martin Kreienhop. Auf einer Videokonferenz im vergangenen Jahr sei von den Energieagenturen der Länder das Konzept eines Energiemanagers vorgestellt worden. Praktisch, da das Land Niedersachsen ab dem kommenden Jahr von allen Städten und Gemeinden Energieberichte über die Liegenschaften verlangt. Der erste Bericht müsse Ende 2023 eingereicht werden.

„Bereits seit 15 Jahren schreibt Christina Menzel aus dem Bauamt sämtliche Energieverbräuche unserer Liegenschaften systematisch auf“, sagt der Bauamtsleiter. Diese Aufgabe übernimmt nun Bernd Müller, der anschließend die gesammelten Daten auswerten und auf Verbesserungspotenziale überprüfen soll. Entsprechend sei er etwa die Hälfte der Zeit unterwegs, die andere Hälfte verbringe er an seinem Schreibtisch im städtischen Bauamt. „Ich schaue mir alle Gebäude an. Später suche ich mir dann ein paar Gebäude aus, in denen der Handlungsbedarf am größten ist und wo wir am ehesten tätig werden sollten“, beschreibt Bernd Müller das Prozedere.

Bernd Müller auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten.

Im Fokus des Energiemanagers liegen vor allem Sportstätten und Schulen. Derzeit sei der Bassumer noch mit der Erfassung der Bestände beschäftigt. Etwa 15 der insgesamt 64 städtischen Liegenschaften habe er bereits inspiziert – und schon Einsparpotenziale erkannt. Dabei gehe sein Blick auch, aber nicht nur, auf technische und infrastrukturelle Gegebenheiten: „Man kann bereits mit Gesprächen wirklich viel erreichen. Etwa beim Duschverhalten von Sportlern oder beim Lüftungskonzept in den Schulen.“ Entsprechend werde er Gespräche mit Hausmeistern und Nutzern führen, um aufzuklären.

Da Bernd Müller lange in der Branche aktiv war, weiß er sich jedoch auch fachkundig in die Bewertung der Ausstattung der Gebäude einzubringen. „Nur, weil ein Heizkessel lange läuft, muss es kein guter Heizkessel sein.“ Auch Kleinigkeiten wie etwa Fensterdichtungen schaue er sich an. Mängel werden sofort notiert, schnell umsetzbare Verbesserungsmöglichkeiten schnell umgesetzt.

Martin Kreienhop ist überzeugt vom Konzept des Energiemanagers und der Arbeit seines Kollegen: „Es ist schön, etwas Handfestes zu haben, das sofort Effekte bringt.“ Er gibt zwar zu, dass das Engagement im Moment noch ein Versuch sei; doch sollte er glücken, würde die Stadt schauen, die Stelle dauerhaft zu besetzen, schließlich sei Know-how begehrt: „Es ist immer gut, erfahrene Techniker in der Verwaltung zu beschäftigen.“

Bis dahin bleibt allerdings noch viel zu tun für Bernd Müller, damit es am Ende heißt: „Mission erfolgreich!“

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