Erster Stadtrat Norbert Lyko geht 2022 in Pension

Noch ein Jahr als Bassums Kümmerer

Fühlt sich in Bassum pudelwohl: Der Erste Stadtrat Norbert Lyko.
+
Fühlt sich in Bassum pudelwohl: Der Erste Stadtrat Norbert Lyko.

Er ist der Mann hinter dem Bürgermeister. Zahlreiche Projekte, die in den vergangenen Jahren in Bassum angeschoben und umgesetzt wurden, tragen seine Handschrift: der Erste Stadtrat Norbert Lyko. In einem Jahr geht er in Pension. Welche Themen werden ihn bis dahin beschäftigen? Und wird dem Harpstedter der Abschied von der Lindenstadt schwer fallen? In einem Interview gibt er darauf Antworten. Die Fragen stellte Julia Kreykenbohm.

Herr Lyko, Sie sind seit sechs Jahren in Bassum, ein Jahr liegt noch vor Ihnen. Was überwiegt: Erleichterung oder Wehmut?

Wehmut. Ganz eindeutig. Aber ich versuche es hinzukriegen, dass ich, wenn es dann soweit ist, auch erleichtert sein kann. Ich wollte ab dem 1. Januar schon mal anfangen, meine Papiere in Akten zu packen. Das hat nicht geklappt (lacht). Aber ein halbes Jahr vorher werde ich anfangen.

Das klingt so, als würden Sie sich sehr wohl fühlen. Was schätzen Sie an Bassum?

Von Anfang an wurde mir mit viel Anerkennung und Wertschätzung begegnet. Da freut man sich gleich noch mehr auf die Arbeit und blüht immer mehr auf. Gleich zu Beginn habe ich mich bei den Fraktionen vorgestellt und gemerkt, das kann gut klappen. Und das tut es bis heute. Die Zusammenarbeit ist partnerschaftlich, freundschaftlich. Und ich erlebe die Mitglieder des Rates sehr interessiert, wenn sie hin und wieder anrufen und sich zu bestimmten Themen näher informieren wollen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister läuft hervorragend. Ich habe viel Freiraum für meine Arbeit. Zudem konnte ich immer auf die gute Zusammenarbeit mit allen Kolleginnen und Kollegen zählen, die im Tagesgeschäft auch Zeit für Projektarbeit gefunden haben.

Sie haben in den vergangenen Jahren sehr viele Projekte angeschoben. Gibt es eines oder vielleicht mehrere, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Da wäre zum einen der Kita-Bereich. Die neuen Krippen in Neubruchhausen und in Nordwohlde und die Erweiterung der Kindergärten in Bramstedt und Bassum. Alles ist gut gelaufen. Ich habe aber auch von Anfang an klar gemacht, dass ich nicht allein planen möchte, sondern mir ein Team wünsche, bei dem sich jeder einbringt. Das ist gut gelungen.

Bei den Schulen sind wir auf einem guten Weg. Bei einigen Projekten wie die Erweiterung der Grundschule Bramstedt, bin ich noch etwas zögerlich, weil die Entwicklung des Neubaugebiets schwer abzuschätzen ist. Das gleiche gilt für die Erweiterung der Krippe in Nordwohlde. Viele Eltern wünschen sich, dass dort gleich ein größerer Anbau entsteht. Ich ziehe ein schrittweises Vorgehen vor. Ich lege gern Mut an den Tag, aber er muss durch etwas gestärkt werden.

Aber auch der Feuerwehrbedarfsplan ist mir wichtig, bei dem Feuerwehr, Politik und Verwaltung ein gutes, vertrauensvolles Miteinander aufgebaut haben. Hinzu kommt das Naturbad, eine richtig tolle Sache, bei dem es auch immer weitergeht. Ende Juni sollen die Becken saniert und der Kleinkinderbereich fertig sein.

Am Herzen liegt mir auch der Stadtentwicklungsprozess, der so gut anlief – bis uns Corona gestoppt hat, ebenso wie der Winterrasenplatz, für den wir Fördergeld beantragt haben. Aber auch die geflüchteten Menschen, die bei uns Aufnahme gefunden haben, sind mir wichtig. Hier ist einiges gelungen, aber es gibt auch noch viel Potenzial, wenn ich da an eine wirkliche Integration denke ...

Bei so vielen Herzens-Projekten wird deutlich: Sie machen Ihre Arbeit sehr gern.

Ja, die Arbeit macht mir Spaß.

Gibt es denn auch Dinge, die nicht gelungen sind?

Es ist mir bisher nicht gelungen, einen engeren Kontakt zwischen den öffentlichen und den Privatschulen in Bassum herzustellen. Da wünsche ich mir einen regeren Austausch. Und ich finde es schlimm, dass der Stadtentwicklungsprozess so ins Stocken geraten ist, weil man Menschen enttäuscht, wenn es einfach nicht weitergeht. Darum wollen wir den Prozess wieder mit neuem Schwung beleben, sobald Corona es zulässt. Er ist eines von den Projekten, die einen Kümmerer brauchen, der sie immer mal wieder anschiebt. Andere Dinge, wie der Feuerwehrbedarfsplan werden von selbst weiterlaufen.

Also gehört der Stadtentwicklungsprozess zu den Dingen, denen Sie sich in Ihrem letzten Jahr als Bassums Erster Stadtrat noch widmen wollen?

Richtig. Wir wollten beispielsweise im Mai eine Tagung veranstalten, in der es darum gehen sollte, wie man Menschen mit Beeinträchtigung in den ersten Arbeitsmarkt bringen kann. Das wollen wir im Herbst nachholen. Neue Projekte werde ich wohl nicht mehr in Angriff nehmen, sondern die laufenden betreuen und mich um das aktuelle Tagesgeschehen kümmern, das durch Corona ja sehr beeinflusst wird. Aber man weiß nie, ob sich nicht doch noch etwas aufdrängt ...

Haben Sie auch noch einen Wunsch für Ihr letztes Arbeitsjahr?

Es wäre schön, wenn wir die Förderbescheide für das Naturbad bekommen, ebenso wie für den Winterrasenplatz. Außerdem wünsche ich mir, dass die Landeschulbehörde grünes Licht für die Außenstellen Neubruchhausen und Nordwohlde gibt.

Werden Sie Bassum nach Ihrem Abschied verbunden bleiben?

Ich bin Mitglied im Förderverein Naturbad, werde es auch bleiben und so seine Entwicklung weiter verfolgen. Außerdem hoffe ich, noch mehr Möglichkeiten zu finden, mich in Bassum zu engagieren.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Meistgelesene Artikel

Mitarbeiter des Syker Finanzamtes gesteht: Millionen verzockt

Mitarbeiter des Syker Finanzamtes gesteht: Millionen verzockt

Mitarbeiter des Syker Finanzamtes gesteht: Millionen verzockt
Keine kostenlosen Tests im Twistringer Zentrum

Keine kostenlosen Tests im Twistringer Zentrum

Keine kostenlosen Tests im Twistringer Zentrum
Landkreis Diepholz zieht keine Notbremse

Landkreis Diepholz zieht keine Notbremse

Landkreis Diepholz zieht keine Notbremse
Spatenstich für 40 Meter-Hochregallager im Mai geplant

Spatenstich für 40 Meter-Hochregallager im Mai geplant

Spatenstich für 40 Meter-Hochregallager im Mai geplant

Kommentare