Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko ist seit 100 Tagen im Amt / Demnächst Fokus auf zukunftsorientierte Themen

„Ich bin viel näher dran an den Menschen“

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Kitas, Flüchtlinge, Feuerwehr – diese Themen beschäftigen Norbert Lyko in seiner Anfangszeit als Erster Stadtrat in Bassum.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Zum Reiten ist er in letzter Zeit nicht so oft gekommen. Stattdessen saß er viele Abende am Schreibtisch, nahm auch schon mal Arbeit mit nach Hause. „Meine Frau toleriert das. Nur die Wochenenden müssen arbeitsfrei bleiben.“ Die ersten 100 Tage im Amt liegen hinter Norbert Lyko, Bassums Erstem Stadtrat. Es waren arbeitsintensive, aber aufregende Tage. Und der Job ist so, wie er ihn sich erhofft hat: „Die Arbeit macht mir wirklich Spaß. Die Zusammenarbeit im Leitungsteam ist toll.“

Die Aufgabe habe ihn von Anfang an gereizt. Schon lange habe er in der Verwaltungsführung arbeiten wollen. „Das fand ich immer spannend.“

Lyko ist angekommen, fühlt sich nicht nur in seinem frisch renovierten Büro sehr wohl, sondern in seiner Rolle als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. „Das Ankommen hat ein paar Tage gedauert“, räumt er ein. Doch mit jedem Tag habe er mehr Tritt gefasst, mit jeder Aufgabe seinen Platz gefunden.

Und es gab bereits einige knifflige Aufgaben zu lösen, unter anderem die Belegung in den Kindergärten und die Flüchtlingsunterbringung. „Die Belegungsplanung war neu für mich“, gesteht Lyko. Derartiges habe er beim Landkreis Diep-holz nicht gemacht. Doch nach der jüngsten Ausschusssitzung, die er ohne den Bürgermeister geleitet hatte, erhielt er am Ende sogar Applaus.

Überhaupt kommt Lob von allen Seiten. Erhöht das den Druck? „Oh ja“, gesteht der 59-Jährige. „Es freut mich natürlich, dass ich den Erwartungen, die man mir entgegenbringt, gerecht werde.“ Aber er sei erfahren genug zu wissen, dass auch Rückschläge kommen werden. Lyko macht den Anschein, als könne er Kritik souverän wegstecken. Schließlich verfügt er über genügend Erfahrung. Jahrzehntelang arbeitete er beim Landkreis in verschiedenen Führungspositionen. Die Bezeichnung „alter Hase“ aber hört er nicht gern. „Schlimmer noch ist ,Verwaltungsmensch‘“, sagt Lyko. Das klinge so bürokratisch und humorlos. So sei er nicht.

Seine große Stärke sei seine vermittelnde Art, sagt er. „Ich versuche immer, Dinge einvernehmlich zu klären. Ich möchte nicht einfach entscheiden.“ Deshalb holte er auch die Vertreter der Kindergärten vor besagter Sitzung an einen Tisch. Lyko freut sich, dass es geglückt ist, in Bramstedt eine zusätzliche Kindergartengruppe einzurichten. Die Arbeit ist damit nicht beendet. Nun kommt die Feinplanung, und es fehlt ein langfristiges Raumkonzept.

Waren die ersten 100 Tage geprägt von Alltagsgeschäften, so möchte sich der Erste Stadtrat in den kommenden 100 Tagen mehr den zukunftsorientierten Themen widmen, allen voran der Feuerwehr. Ein langfristiges Konzept soll zusammen mit der Feuerwehr erarbeitet werden. Ein erster Workshop ist noch für Mai geplant.

Diese Gespräche und Kontakte sind es, die Lyko begeistern. „Ich bin hier viel näher dran an den Menschen als bei meiner früheren Tätigkeit“, schwärmt er.

Als Harpstedter kennt er die Stadt Bassum von vielen Besuchen. Einige Ortsteile jedoch seien ihm noch etwas fremd. Das soll sich bald ändern. Sein Pferd steht in Osterbinde. Ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend kennenzulernen. Wenn er denn mal wieder Zeit hat.

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