Bassums Äbtissin Isabell von Kameke hofft auf Fördermittel und rechnet mit etwa zwei Jahren Bauzeit

Eine Million Euro für Renovierung der Abtei

Bassums Äbtissin Isabell von Kameke studiert die Baupläne.
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Bassums Äbtissin Isabell von Kameke studiert die Baupläne.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Bassums Äbtissin Isabell von Kameke genießt derzeit die Ruhe in ihren vier Wänden. Diese währt aber nicht mehr lange, denn in Kürze werden sich in der Abtei die Handwerker die Klinke in die Hand geben. Die Abtei steht vor einer grundlegenden Renovierung. „Schon wieder?“, mag sich manch‘ einer fragen. „Nein, immer noch. Die Arbeiten haben sich verzögert“, sagt von Kameke.

Vor genau einem Jahr wagte sie bereits einen Ausblick auf die anstehenden Arbeiten. Damals schätzte sie den Baubeginn auf Mitte 2014. Nun wird es Mitte 2015 werden.

„Die Voruntersuchungen haben sich etwas in die Länge gezogen“, nennt die Äbtissin den Grund für die Verzögerung. In so einem historischen Gebäude müsse jeder Schritt wohl überlegt werden. „Wir wollen eine wertige Renovierung.“ Deshalb habe man nicht nur die Fußböden penibel untersucht, sondern auch die Tapeten behutsam abgenommen, um zu schauen, ob und was dahinter alles kaputt ist.

Dabei kamen einige Schäden ans Licht, aber auch einige Entdeckungen. So fanden die Prüfer im westlichen Flur unter anderem eine alte Fassung im Jugend-Stil. „Die Frage war, ob wir diese groß- oder kleinflächig sichern“, so von Kameke. Die Überprüfungen brauchten Zeit. Am Ende müsse eine Renovierung auch finanzierbar bleiben, man einigte sich auf einen Kompromiss.

Geplant sind, sämtliche Leitungen der Abtei zu erneuern, ebenso die Heizung. Noch nicht geklärt ist die Möglichkeit, Fernwärme zu nutzen. „Es gibt Überlegungen, uns an die Leitung des Krankenhauses anzuschließen.“

Auch die Fußböden bedürfen einer Ertüchtigung. Ein spezielles Problem wird der Brandschutz werden.

„Wir haben Berechnungen angestellt und gehen davon aus, dass uns die Renovierung etwa eine Million Euro kosten wird“, so von Kameke.

Mitte Januar soll die verbindliche Kostenschätzung vorliegen. „Mit diesen Unterlagen können wir uns um Fördergelder bemühen“, erklärt die Äbtissin. Sie hofft, Mitte des Jahres mit dem Bau beginnen zu können.

Bei der Wahl der Handwerker hat nicht nur die Äbtissin, sondern auch die Klosterkammer ein Wort mitzureden. Es wird eine Ausschreibung geben. Die Angebote sichtet wiederum eine gesonderte Gruppe der Klosterkammer.

„Für uns ist wichtig, dass die Firmen Erfahrung im Umgang mit historischen Gebäuden und natürlichen Baumaterialien haben.“ Gips oder Beton hätten in der Abtei nichts zu suchen.

Das Haus wird in zwei Bauabschnitte unterteilt – der Zutritt zur Abtei durch den haupteingang wird dann nicht mehr möglich sein. Ebenso bleibt der Kapitelsaal gesperrt – wird durch eine feste Staubwand geschützt. Isabell von Kameke selbst wird trotz Bauarbeiten in der Abtei wohnen bleiben, muss allerdings im Zuge der Arbeiten umziehen. „Ich gebe zu, der Gedanke gruselt mich etwas.“ Allerdings kann sie nach Fertigstellung – in etwa zwei Jahren – in eine größere Wohnung einziehen.

Bei dieser Baumaßnahme wird es nicht bleiben. Isabell von Kameke möchte das Haus Nummer 3, das ehemalige Jugendhaus, in ein Wohnhaus umwandeln. Es ist das ältestes Haus am Platz, 1689 erbaut, so die Äbtissin. Interessenten gibt es bereits. Isabell von Kameke hofft, zum 1. Mai vermieten zu können.

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