Wollzirkus im September in Bassum

Rohstoff Wolle ist vielseitig nutzbar: Susanne Schmid sucht weitere Künstler und Experten

Plant schon den zweiten Wollzirkus im September: Susanne Schmid.
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Plant schon den zweiten Wollzirkus im September: Susanne Schmid.

Bassum – Herrliches Wetter, fröhliche Aussteller, interessierte Besucher und zwischendurch immer mal wieder ein lautes „Mäh!“. So könnte eine ganz grobe Zusammenfassung des Wollzirkus’ lauten, der vergangenen September zum ersten Mal seine Pforten auf dem Gelände der Freudenburg Bassum öffnete.

Organisatorin Susanne Schmid strahlt noch immer, wenn sie darüber spricht. „Ich war total zufrieden. Besonders schön fand ich, dass so viele Kinder gekommen waren und die Mitmachaktionen genutzt haben, während die Eltern eine Kleinigkeit gegessen oder sich unterhalten haben. Es war entspannt und viele sagten, wie schön sie es fänden, dass so etwas mal in Bassum stattfindet.“

Damals erklärte Schmid, dass sie sich eine Wiederholung vorstellen könne. Jetzt sitzt sie bereits an den Planungen für den zweiten Wollzirkus. Der wird im Großen und Ganzen so ablaufen, wie die Besucher es gewohnt sind. Und doch anders sein. „Keine platte Wiederholung“, lautet Schmids Maxime.

Im September auf dem Gelände der Freudenburg

Fest steht: Der Wollzirkus wird wieder an zwei Tagen im September auf dem Gelände der Freudenburg Einzug halten. Am ersten Abend gibt es ein kulturelles Beiprogramm, am zweiten Tag einen themengebundenen Verkaufsmarkt, wie gehabt. Der Eintritt soll wieder kostenlos sein, da Schmid Fördergelder beantragt hat. „2020 sind wir sehr großzügig unterstützt worden. Auch von der Stadt Bassum und dem Bauhof, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.“

Die Aussteller, die die Besucher bereits kennen und schätzen gelernt haben, werden erneut dabei sein, ihr Handwerk vorführen, auf Wunsch anleiten – und natürlich auch verkaufen. Unter anderem Gisela Nielsen, die den Stand der Weberinnen betreute, an dem sich teilweise Schlangen bildeten, weil die Leute es unbedingt selber einmal ausprobieren wollten. „Wir präsentieren wieder jede Station der Wollverarbeitung“, erklärt Schmid. Von der Schur eines Schafs, die die Gäste wieder live verfolgen können, zum Waschen, Kadieren, Spinnen, Stricken, Färben, Filzen und, und, und. Denn das ist nach wie vor der Hintergrund der Veranstaltung: Den Menschen zu zeigen, wie vielseitig nutzbar der Rohstoff Wolle ist, den die EU als Sondermüll eingestuft hat.

Noch mehr Mitmach-Aktionen geplant

Doch was ist dieses Jahr anders? „Ich möchte an jedem Stand noch mehr Mitmach-Aktionen anbieten“, sagt Schmid. Die Gäste sollen alles, was sie an handwerklicher Verarbeitung sehen, auch selber ausprobieren und ihre Werke mit nach Hause nehmen dürfen. „Außerdem würde ich die Veranstaltung gern aufpeppen. Vielleicht durch eine Wette oder eine andere Aktion. Ich überlege, Künstler einzuladen, die den Markt durch kleine Darbietungen beleben. Wer etwas dazu beitragen möchte, kann sich gern melden.“

Damit ist Schmid bei einem Punkt, der ihr sehr wichtig ist. Denn um den Wollzirkus zu gestalten, möchte sie noch viel mehr Leute aus der Region gewinnen, die sich daran beteiligen. So sucht sie nicht nur Künstler für den Verkaufsmarkt, sondern auch für den kulturellen Abend. „Wer einen künstlerischen Beitrag leisten möchte – egal ob Lieder, Bilder, Geschichten oder Akrobatik –, kann sich melden. Wichtig ist nur, dass es einen Bezug zu Wolle oder Schafen hat.“

Aber auch für den Verkaufstag werden noch Aussteller zu verschiedenen Themenschwerpunkten gesucht. „Ich hätte gern Leute, die sich mit Wolle im Hausbau auskennen, die man beispielsweise als Dämmung nutzen kann. Dann würde ich gern jemanden einladen, der etwas über Wolle im Garten erzählen kann. Es gibt unter anderem Schafwollpellets. Oder man zieht Wolle, die so stark von Kot verschmutzt ist, dass man sie nicht mehr zur Verarbeitung nutzen kann, über Pflanzen. Sie dient als Schneckenschutz und schützt zudem vor dem Austrocknen. Wenn es regnet, wird der Boden gedüngt und die Wolle hält die Feuchtigkeit“, zählt Schmid auf.

Experte für das Thema Wolle und Gesundheit gesucht

Außerdem wünscht sie sich einen Experten für das Thema Wolle und Gesundheit. So gebe es Stilleinlagen aus Wolle oder auch Heilwolle für wunde Körperstellen. Auch bei der Behandlung von Tieren käme sie zum Einsatz. „Und zu guter Letzt würde ich mich auch über jemanden freuen, der etwas darüber erzählen kann, wie Wolle im therapeutischen Bereich zum Einsatz kommt, eventuell beim Stricken.“

Aber ist es jetzt nicht noch etwas früh, in Corona-Zeiten eine Veranstaltung für September anzukündigen? Schmid lacht. „Jeden Tag steht in der Zeitung, das was abgesagt wird. Jetzt soll mal etwas drinstehen, das stattfindet. Und absagen kann man ja immer.“

Wer beim Wollzirkus im September mitwirken möchte, kann sich bei Susanne Schmid per E-Mail an sus.e.schmid@web.de oder telefonisch unter der Nummer 04241/970847 melden.

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