Nächste Wahlen 2022

Luzia Moldenhauer (SPD) rückt in den Landtag nach ‒ zum zweiten Mal

Luzia Moldenhauer freut sich auf ihre Arbeit im Landtag.
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Luzia Moldenhauer freut sich auf ihre Arbeit im Landtag.

Alles neu – und doch vertraut: Auch wenn Luzia Moldenhauer erst seit dem 9. November im Landtag sitzt, kennt sie sich aus. Denn von 2014 bis 2017 wirkte sie bereits als Abgeordnete in Hannover. Als Nachrückerin war sie damals ins Landesparlament eingezogen – und als Nachrückerin schaffte sie es nun erneut.

Bassum – Eine wirkliche Überraschung war das nicht: „Schon im Frühjahr zeichnete sich ab, wer für welches Amt kandidiert“, blickt die 62-Jährige auf neue Ambitionen von Landtagsabgeordneten, die entweder in den Bundestag, als Landrat oder Bürgermeister wirken wollten. Im Frühherbst sei dann die veränderte Situation auf Bundesebene hinzugekommen, sagt die Sozialdemokratin: Aufwind für die SPD. Ende September stand fest, dass acht Abgeordnete in andere Positionen wechseln – und Luzia Moldenhauer stand auf der Nachrücker-Liste auf Platz sieben.

Moldenhauer bewertet ausgebaute digitale Dimension der Parlamentsarbeit positiv

Weil noch Fristen abzuwarten waren, stand der Einzug erst später fest. Am 9. November wurden die Nachrücker-Abgeordneten aufgerufen und aufgenommen – im Plenum, das bis zum 11. November tagte. Daran nahm die neue Landtagsabgeordnete genauso teil wie an bisher zwei Fraktionssitzungen. „Inzwischen hat es auch schon einige digitale Treffen gegeben“, berichtet die 62-Jährige aus ihrer alltäglichen Arbeit und von einer neuen, virtuellen Dimension. Sie ist vor allem der Pandemie geschuldet, eröffnet aber genauso einen schnelleren Informationsfluss und damit effektivere Möglichkeiten.

Luzia Moldenhauer ist Mitglied im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Entwicklung. Außerdem arbeitet sie in der Enquete-Kommission „Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement verbessern“ mit. Denn die 62-Jährige kennt sich mit ehrenamtlichen Aufgaben gut aus. Sie ist seit drei Jahren Sprecherin des Landesausschusses der AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen), Mitglied im Landes-, Bezirks- und Unterbezirksvorstand der SPD sowie Ratsvorsitzende und SPD-Ortsvereinsvorsitzende in Bassum.

Haushaltsberatungen sind die Aufgabe der Stunde

Worauf freut sie sich als Landtagsabgeordnete besonders? „Es ist sehr spannend, an Diskussionen und Debatten beteiligt zu werden“, antwortet sie. Denn im Landtag würden wichtige Weichenstellungen getroffen, die alle Bürger des Landes betreffen: „Ich empfinde es als besondere Ehre, dort mitwirken zu dürfen. Das ist ein Privileg.“

Wir sind noch mitten in der Pandemie, da sind die Herausforderungen extrem groß.

Luzia Moldenhauer

Welche besondere Herausforderung sieht sie im Augenblick? „Das kann ich noch nicht sagen“, sagt sie. Denn sie sei in den ersten Tagen in ihrer neuen Funktion vor allem mit organisatorischen Dingen beschäftigt gewesen. „Zurzeit laufen die Haushaltsberatungen“, und seitens der Koalition gebe es bereits eine Liste mit Aufgaben, die unbedingt weiter finanziert werden müssten.

Corona stellt Politik und Gesellschaft weiter vor große Herausforderungen

„Wir sind noch mitten in der Pandemie, da sind die Herausforderungen extrem groß“, betont Luzia Moldenhauer. Und das treffe alle Bereiche – Schule, Kitas, Kultur, Freizeitangebote und viele andere mehr. Eine Entspannung der Lage sei nicht in Sicht, im Gegenteil: „Es hat sich verstärkt.“ Die Sozialdemokratin hat auch die Wirtschaft im Blick. Jetzt müssten die Arbeitgeber sogar ihre Mitarbeiter kontrollieren, „mit allen Auswirkungen, die das ja auch hat“. Extrem wichtig sei nun, „wie wir die Situation für uns alle gut bewältigen können“.

Die Bassumerin wünscht sich schnell steigende Impfquoten: „Das wäre wichtig!“ Von Herzen hofft sie aber auch auf ein Weihnachtsfest ohne Kontaktbeschränkungen – und deshalb darauf, „dass die Maßnahmen greifen und Wirkung zeigen“.

2022 wird Luzia Moldenhauer nicht mehr für den Landtag kandidieren

Unabhängig davon: Wenn sie einen Wunsch im Landtag verwirklichen könnte, welcher wäre es? „Die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, der medizinischen und der pflegerischen“, antwortet die Abgeordnete. Das sei besonders für den ländlichen Raum wichtig, der unbedingt gestärkt werden müsse – auch, wenn es um das Thema Integration gehe: „Ich hoffe, dass das gut klappt und dass der gesellschaftliche Zusammenhalt wächst.“ Denn es sei sehr wichtig, „dass wir gestärkt werden, um gut miteinander leben zu können“. Wirken will die Bassumerin vor allem für ihren Wahlkreis, zu dem Stuhr, Weyhe, Syke und Bassum gehören.

Ich bin der Meinung, dass Jüngere in die Politik müssen.

Luzia Moldenhauer

Kaum ist die Nachrückerin im Landtag, ist ein Ende ihrer Arbeit schon in Sicht. Denn am 9. Oktober 2022 sind Wahlen, und Dennis True aus Stuhr möchte gern im Wahlkreis 41 kandidieren. Ganz bewusst tritt die 62-Jährige nicht an: „Ich bin der Meinung, dass Jüngere in die Politik müssen“, sagt sie. Mit genau diesem Argument hatte sie auch für den Kreistag nicht mehr kandidiert.

Moldenhauer bleibt AWO-Geschäftsführerin

Anders war das bei der Landtagswahl 2017 gewesen. Damals hatte sie kandidiert, aber Volker Meyer (CDU) war gewählt worden. „Knapp, es waren nur 0,7 Prozent“, blickt die Bassumerin auf den Vorsprung zurück. Sie hatte dann die Geschäftsführung im Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) übernommen, bleibt als Landtagsabgeordnete in diesem Amt: „Mit reduzierter Stundenzahl.“ Das sei möglich, „weil die Kontinuität im AWO-Kreisverband gegeben ist“.

Für die gebürtige Rheinländerin ist Bassum zur Heimat geworden, seit fast 26 Jahren arbeitet sie im Stadtrat mit. 1996 war sie eingezogen – als Nachrückerin.

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