Bassumer Unternehmen Detmers-Janssen besteht seit 70 Jahren / Knallharter Wettbewerb

2,5 Millionen Kilometer im Jahr

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Das Firmengelände im Karrenbruch bietet Platz für eine mögliche Erweiterung.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Technik macht es möglich: Uwe Janssen weiß mit Hilfe eingebauter GPS-Überwachung ganz genau, wo sich seine 16 Zugmaschinen befinden. Worauf er allerdings keinen Einfluss hat, ist die Verkehrssituation. Und die ist nicht selten zum Haare raufen. Staus und Unfälle machen dem Spediteur zeitweise das Leben schwer. Zum Glück gibt es die moderne Kommunikation, sodass Janssen eingreifen kann.

Wenn also sein Fahrer vor München im Stau steht, aber bereits in wenigen Stunden in Italien erwartet wird, er das nicht mehr schaffen kann, weil die vorgeschriebene Pause noch aussteht, ist es an Uwe Janssen, eine Lösung zu finden. Für den Job braucht man Sachkenntnis, Erfahrung und Flexibilität. „Schlicht starke Nerven“, bringt es Vater Richard Janssen auf den Punkt. „Was wir abends überlegen, ist morgens bereits überholt.“ Jeder Tag sei voller Überraschungen. Und genau das mache den Job so wunderbar spannend. „Ich würde es immer wieder machen“, bereut Richard Janssen keine einzige Minute. Er ist mit Herzblut dabei. In diesem Jahr feiert das Unternehmen 70-jähriges Bestehen.

Die Herausforderungen, vor der die Branche steht, sind vielfältig. Auf einige können die Unternehmer Einfluss nehmen. Auf die zunehmende Verkehrsdichte und die daraus resultierenden Gefahren reagiert die Firma mit Investitionen in Sicherheitstechnik. So verfügen die Fahrzeuge der Bassumer Spedition beispielsweise über moderne Abstandswarngeräte. „Dichtes Auffahren ist so gar nicht mehr möglich“, erklärt Janssen. Die Autos bremsen automatisch, wenn dies der Fahrer nicht tut. Die Technik würde mit den Fahrern regelmäßig trainiert.

Worauf die Geschäftsinhaber allerdings keinen Einfluss haben, sind die gesetzlichen Bestimmungen, ob Maut, Mindestlohngesetz oder die Sozialvorschriften. Während die Fahrzeuge der deutschen Unternehmen automatisch von den Mautgeräten erfasst würden, durch sogenannte „On-Bord-Units“, entziehen sich einige ausländische Fahrer gerne mal dem Bezahlsystem. Es gebe auch immer weniger deutsche Subunternehmer, dafür mehr ausländische. Nicht alle würden das Mindestlohngesetz einhalten.

Um im harten Wettbewerb zu bestehen, setzt die Bassumer Firma auf drei Standbeine: Internationaler Güterverkehr mit eigenem Fuhrpark, Internationale Spedition (auf der Straße, der Schiene, zu Wasser und in der Luft) sowie Speditionsumschlags- und Dauerlager sowie Logistik.

Der Kunde entscheidet, was er in Anspruch nehmen möchte. Luftfracht sei die teurere Variante, würde in der Regel gewählt, wenn Zeit eine Rolle spielt. Zum Beispiel bei Schiff-Ersatzteilen. Das Schienennetz sei für Massengüter interessant. Die meisten Güter würden auf der Straße transportiert.

Zusätzlich zu den 16 eigenen Zugmaschinen umfasst der Fuhrpark der Bassumer 20 Auflieger, Kran-Lkw, Tieflader, Wechselbrücken, Mega-Auflieger, Walking-Floor-Wechselbrücken und anders mehr.

Insgesamt würden jährlich etwa 2,5 Millionen Kilometer zurückgelegt. „Und wenn unser eigener Fuhrpark ausgereizt ist, suchen wir Unternehmer, die für uns fahren,“ erklärt Janssen. Oder man bedient sich der Frachtbörse.

Uwe Janssen sitzt heute nicht mehr selbst hinter dem Lenkrad. Aber früher sei er viel unterwegs gewesen. Wer das Geschäft ausüben möchte muss wissen, wie es zugeht auf den Straßen. Das wird wohl auch noch auf den Nachwuchs zukommen, der signalisiert hat, in vierter Generation antreten zu wollen. „Dann schaffen wir auch die 100“, freut sich Richard Janssen.

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