Drei Jahre auf Bewährung für Angeklagten

Bassumer schickt Mädchen Nacktbild

Bassum - Von Horst Meyer. Ein 56-jähriger Frührentner aus Bassum stand jetzt vor dem Syker Amtsrichter: Ihm wurde der sexuelle Missbrauch eines Kindes vorgeworfen. Konkret lautete der Vorwurf, einem Kind pornografische Bilder gezeigt zu haben. Der Verdacht erhärtete sich im Verfahren. Der 56-Jährige wurde für schuldig befunden und zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich hat er eine Geldbuße von 1000 Euro an den Verein Kontakt zu zahlen.

Begonnen hatte die Geschichte, indem sich der Mann auf sozialen Netzwerken als 13-jähriges Mädchen ausgab und Kontakt zu anderen Mädchen aufnahm. Mit einer Elfjährigen begann er einen Chat, der im Gericht verlesen wurde. Der Angeklagte gab an, zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst zu haben, dass sein Gegenüber erst elf Jahre alt ist. Das will er erst nach drei Tagen erfahren haben.

„Künftig auf solchen Blödsinn verzichten“

Nachdem man sich über die gegenseitigen Profilbilder ausgetauscht hatte, forderte er sie auf, ihm ein Nacktbild von sich zu schicken. Das Mädchen erwiderte „so etwas mache ich nicht. Akzeptiere das bitte“. Daraufhin schickte er ihr ein Nacktbild von einem anderen Mädchen. Das Mädchen informierte ihre Eltern. Diese zeigten den Vorfall bei der Polizei an.

Es folgte eine Hausdurchsuchung, bei der zwei Kameras, ein Handy, ein Tablet sowie DVDs und diverse Fotos sichergestellt wurden.

Auf Nachfrage des Richters, warum er mit einem Kind chattete, erklärte er: „Ich wollte nur zum Zeitvertreib schreiben. Ich hatte ja sonst niemanden.“ Das verschickte Foto will er aus dem Internet heruntergeladen haben. Auf Nachfrage des Staatsanwalts gab der Angeklagte an, inzwischen ein neues Handy zu besitzen. Ihm wurde nahegelegt, auf die Herausgabe der sichergestellten Gegenstände zu verzichten. Andernfalls müsse das Gericht einen Beschluss über die Einziehung fassen. Der Angeklagte stimmte zu und gab an, künftig auf „solchen Blödsinn zu verzichten“.

Für den Staatsanwalt war der Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs eines Kindes erfüllt. Er forderte eine Gefängnisstrafe von acht Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Zusätzlich eine Geldbuße in Höhe von 1 000 Euro zu Gunsten eines sozialen Vereins.

Das Gericht folgt diesem Antrag. Die Bewährung ist nach Feststellung des Richters möglich, da der Angeklagte an der Aufklärung mitgewirkt habe und strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten ist. Das Urteil ist rechtskräftig.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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