AUS DEM GERICHT Ein Jahr und sechs Monate Gefängnis auf Bewährung / 89 Fälle angeklagt

Bassumer plündert Briefkästen

Bassum - Von Dieter Niederheide. Ein Jahr und sechs Monate Gefängnis, ausgesetzt zur Bewährung für die Dauer von drei Jahren, verhängte im Syker Amtsgericht Strafrichter Matthias Wawrzinek gegen einen Angeklagten (42) aus Bassum wegen versuchten oder einfachen Diebstahls in 89 Fällen aus Briefkästen in Bassum, Twistringen und Syke. Die gelben Postbriefkästen der Bundespost waren im Zeitraum von 2016 bis 2019 Ziel des Bassumers. Mit einem speziellen Sonderschlüssel, den er angeblich gefunden haben will, als dieser in einem Briefkasten steckte, öffnete der Mann die Briefkästen. Er entnahm Briefe, Beileids- und Glückwunschkarten, öffnete sie und hoffte nicht vergebens darauf, dass sich in einigen Geld befand.

Die Polizei bekam Kenntnis von den Diebstählen, weil sich Absender von Briefen und Umschlägen, in denen Karten waren, gemeldet und Anzeige erstattet hatten. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Interne Konzernsicherheit / Security kam die Polizei dem Bassumer auf die Schliche. Dass man auf den Angeklagten kam, kann daran gelegen haben, dass der Mann schon einmal strafrechtlich in ähnlicher Weise aufgefallen war. Er war Mitarbeiter eines Bassumer Unternehmens, das berechtigt gewesen sein soll, im Auftrage der Post Briefkästen zu leeren. Schon damals soll es zu ähnlich gelagerten Straftaten gekommen sein.

Bei einer Hausdurchsuchung des Mannes in Bassum wurden 89 Briefe und Umschläge mit Karten sichergestellt.

Die lagen nun in zwei Kartons verpackt dem Strafrichter als Asservate vor. Die Ermittlungsarbeit war akribisch. In Verbindung mit den Absendern der Sendungen sei ermittelt worden, in welchen Sendungen sich Geld befunden hatte.

Der Angeklagte legte ein Geständnis ab und fand für sein Verhalten keine so rechte Erklärung. „Es wird nie wieder vorkommen. Ich sehe ein, dass ich eine Strafe bekommen muss“, sagte der Angeklagte.

Im Hinblick auf die zu erwartende Strafe wegen der Postdiebstähle wurde ein angeklagter Ladendiebstahl auf Antrag des Staatsanwaltes eingestellt. Der Bassumer war strafrechtlich bereits auffällig und zu Geldstrafen verurteilt worden. Eine der jüngsten Geldstrafen wurde ins jetzige Urteil einbezogen.

Das Urteil entsprach dem Antrag des Staatsanwaltes. Der hatte für die 89 angeklagten Diebstähle und die einbezogene Geldstrafe an Einzelstrafen etwa 100 Monate Gefängnis aufgelistet und daraus aufgrund straffer Zusammenziehung ein Jahr und sechs Monate Gefängnis mit Bewährung beantragt.

Strafverteidiger Norwin Stegemann (Bassum) signalisierte in seinem Plädoyer Zustimmung zum Antrag und hob nochmals im Plädoyer die Bewährungschance für den Mandanten hervor. In den aus den Briefkästen entwendeten Briefen steckten vornehmlich kleinere Geldbeträge ab fünf Euro aufwärts, aber auch der eine oder andere Geldbetrag um die 200 Euro.

Strafrichter Matthias Wawrzinek nannte den Strafantrag des Staatsanwaltes ausgewogen, insbesondere bezüglich der, wie er sagte, straffen Zusammenziehung der Einzelstrafen. Die Einziehung des Geldwertes aus den Taten legte der Strafrichter mit 728 Euro fest. Der Angeklagte nahm das Urteil an.

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