Auftritt beim Bassumer Open Air

Hello again - 1.000 Fans feiern Howard Carpendale

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Howard Carpendale begeisterte das Publikum in Bassum.

Bassum - Von Anke Seidel. Erst um 22.30 Uhr betritt er die Bühne: „Das ist meine Zeit!“, singt Howard Carpendale vor rund 1.000 Fans. Mit diesem Song eröffnet er im Park der Freudenburg sein Open-Air-Konzert – sein zweites an diesem Samstag - später als gedacht.

Auf der Fahrt von Berlin nach Bassum ist er mit seiner Band in einen Stau geraten. Umso mehr Gas gibt er an der Freudenburg und präsentiert ein Feuerwerk seiner größten Hits, das erst um Mitternacht endet – vor einem restlos begeisterten Publikum, das immer wieder Zugaben fordert. 

Nadine Prinz begann auf der Bühne und fragte: „Bassum, wo sind die Hände?“

Es ist das Finale eines vierstündigen Konzerts, das Schlagersternchen Nadine Prinz eröffnet hat. Wie ein Wirbelwind fegt sie über die Bühne, interpretiert Hits von Roland Kaiser oder der Münchener Freiheit und fordert die Zuhörer auf: „Wo sind in Bassum die Hände!?“

Temperamentvoller Auftakt

Temperamentvoll entführt sie ihr Publikum „Mitten ins Paradies“ und lässt es zu Doris Days „Que Sera“ schunkeln. Das Kontrastprogramm zu dieser biederen Ballade ist ihr eigener neuer Song: die deutsche Version des Bellamy-Brothers-Klassikers „If I Said You Had A Beautyful Body“, die sie mit Nino de Angelo produziert hat. 

Nino de Angelo präsentierte zahlreiche Hits aus seiner langen Karriere.

Genau der präsentiert sich in Bassum mit den Worten: „Ich hatte erst überlegt, in Handschellen auf die Bühne zu kommen“ und spielt damit auf die Schlagzeilen der vergangenen Woche an. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Sänger nicht, der locker mit seinem Publikum witzelt.

Nino de Angelo ist hitverdächtig

Er präsentiert eine Schlagerreise in seine Erfolgszeit – genau wie Nadine Prinz ohne Band und mit Begleitmusik vom Band. Seinen Mega-Erfolg „Jenseits von Eden“ kredenzt de Angelo so nuanciert auf das Arrangement vom Band abgestimmt, dass man an Live-Gesang kaum glauben mag. Ein kraftvoller, ganz persönlicher Aufbruch ist dagegen sein neuer Song „Eine Liebe für immer“. Hitverdächtig, wie der Applaus des Publikums beweist. 

Aber das wartet vor allem auf den Altmeister der Gefühle: Howard Carpendale, der seit 50 Jahren auf der Bühne steht und mehr als 50 Millionen Tonträger verkauft hat. Ein Ausnahme-Künstler mit riesiger Fan-Gemeinde – darunter in Bassum Begeisterte, die mehr als ein halbes Jahrhundert jünger sind als er. 

Bassumer Publikum zeigt sich textsicher

Doch die meisten Zuhörer scheinen ihm treu durch die Jahrzehnte gefolgt zu sein, denn absolut textsicher singen sie fast jeden seiner Hits mit – und bilden auf „Howies“ Bitte bei „Samstagnacht“ einen stimmgewaltigen Chor. Locker und entspannt plaudert der 70-Jährige mit seinem Publikum – vom Stress des Doppel-Auftritts keine Spur.

Bassum Open Air mit Howard Carpendale und Nino de Angelo

Der Mann genießt den Abend offensichtlich genauso wie seine Fans – vielleicht, weil er nach seinem 2005 verkündeten Abschied noch einmal bewusst durchgestartet ist. Und wie: Seine Mädels – Alice und das schöne Mädchen von Seite eins – begleiten ihn noch immer, aber in neuen Kleidern.

Country- und Rap-Elemente schimmern durch

Bei „Tür an Tür mit Alice“ klingen Country-Elemente durch. Und „das schöne Mädchen“ entspricht mit Rap-Elementen und einer atemberaubenden Vocal-Performance dem aktuellen Musik-Mode-Style. 

Carpendales Musiker glänzen nicht nur durch solche Akzente, sondern genauso durch eindrucksvolle Saxophon-Soli. Es ist ein Team, das perfekt aufeinander eingespielt ist. Mit kaum sichtbaren Gesten dirigiert Carpendale seine Band. 

Vom legendären weißen Barhocker aus erzählt er Anekdoten aus seinem Leben oder sinniert darüber, welche Witze er erzählen soll: „Über Trump? Das geht nicht, der ist selber ein Witz!“ Es ist vor allem ein Wiederhören mit Klassikern: „Wie frei willst Du sein?“ , „Hello Again“ oder „Dann geh doch“ begeistern die Fans restlos.

Nachdenkliche Töne zum Abschluss

Leise, nachdenkliche Töne schlägt der 71-Jährige mit „Wenn ich könnte, wie ich wollte“ oder „Wenn nicht wir“ an. Der Text seines letzten Mega-Hits in dieser Nacht passt so perfekt zur Freudenburg, dass sich der Stargast förmlich bei seinen Zuhörern entschuldigt, das nur nicht wörtlich zu nehmen: „Es ist spät. Du musst geh'n. Wie die Zeit doch verrinnt mit dir. Nimm den Weg durch den Park. Keiner weiß dann, du kommst von mir.“

Längst singen die Fans diese Zeilen von - na klar - „Nachts, wenn alles schläft“ lautstark mit und brennen Wunderkerzen ab. Als Zugabe bekommen sie „Ti amo“ präsentiert, bevor sich Carpendale und Band auf den Weg nach Hamburg machen. Zur nächsten Konzert-Station.

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