Bassumer muss vier Monate ins Gefängnis

Volltrunken mehrmals den Notruf gewählt

Bassum - Von Dieter Niederheide. Ohne in einer Notlage zu stecken, hat ein Bassumer 38 Mal zum Telefon gegriffen und den Notruf der Polizeidirektion in Oldenburg blockiert. Eine Strafrichterin des Amtsgerichts Syke verurteilte den Mann wegen des Missbrauchs von Notrufen zu vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung.

Die Strafrichterin ging angesichts des Alkoholkonsums des Angeklagten von verminderter Schuldfähigkeit aus. Erschwerend ins Gewicht fiel, dass der Mann bereits wegen des Missbrauchs von Notrufen verurteilt worden ist. Er hat zwei Strafen zur Bewährung ausstehen. Es besteht die Gefahr, dass die Bewährungsfristen widerrufen werden.

Nach eigenen Angaben trank er in der Tatnacht sechs Flaschen Wein und wählte in der Zeit zwischen 5.54 und 7.24 Uhr 38 Mal die Notrufnummer. Dabei war zwischenzeitlich in der Nacht bereits eine Polizeistreife bei ihm gewesen und hatte ihn ermahnt. Als die Anrufe nicht aufhörten, kamen die Beamten erneut und stellten das Telefon sicher.

Der Angeklagte gab an, dass es durchaus möglich sei, dass er die Anrufe getätigt habe, aber er könne sich nicht daran erinnern.

Sein Verteidiger: „Es ging ihm damals seelisch nicht so gut. Er war einige Zeit trocken und habe sich verleiten lassen, zur Flasche zu greifen.“ Der Bassumer könne sich sein Tun an jenem Morgen selbst nicht erklären. Ein Bassumer Polizeibeamter, der an dem Morgen bei dem Anrufer vor Ort war, gab an: „Er stand deutlich unter Alkoholeinfluss und war aggressiv.“

Im Gerichtssaal ließ die Strafrichterin einige der von der Polizei festgehalten Anrufe vom Band ablaufen. „Haben Sie ein Problem?“, fragte bei einem Anruf der Beamte. Die Antwort: „Nö, ich hab kein Problem.“

Sachverständiger Dr. Matthias Eibach (Bad Zwischenahn) machte einleitend klar, dass der Mann eine lange Zeit trocken war und dann glaubte, er könne kontrolliert Alkohol trinken. Der Mediziner: „Das ist eine Fehleinschätzung vieler Alkoholkranker.“ Angesichts der Menge könne er einen Vollrausch nicht ausschließen. Der Angeklagte habe keinerlei Perspektive. Er sei nicht fähig, sich zu steuern. Ein Rückfall sei nicht auszuschließen.

Der Anklagevertreter forderte acht Monate Gefängnis ohne Bewährung. Er sehe für den Angeklagten keine günstige Sozialprognose. Der Verteidiger wies in seinem Plädoyer daraufhin, dass der Vollzug, der Mandant saß bereits im Gefängnis, nichts gebracht habe. Er regte eine Bewährungsstrafe an mit der Auflage einer Therapie.

Die Strafrichterin warf dem Mann mangelnde Einsicht vor, um gegen sein Problem vorzugehen. Sie könne nicht ausschließen, dass er weitere Straftaten begeht.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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