Lockdown lässt Zeit für Koch-Experimente

Bassumer Kita probiert neue Gerichte

Alles selbst gebacken: Heidrun Brinkmann und Simone Grote präsentieren stolz die kleinen Muffins in der Küche des Kinderreichs.
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Alles selbst gebacken: Heidrun Brinkmann und Simone Grote präsentieren stolz die kleinen Muffins in der Küche des Kinderreichs.

Hin und wieder hat der Lockdown auch Vorteile. Das Küchen-Team in der Kita Kinderreich hat genau wie die Erzieher mehr Zeit und nutzt sie, um neue Gerichte auszuprobieren.

  • Das Küchen-Team vom Kinderreich nutzt den Lockdown für neue Gerichte
  • Erfahrungen wollen sie in den Alltag übernehmen
  • Wunsch: Irgendwann mal für 500 Kinder kochen

Bassum – Niedliche Muffins lugen aus ihren Papierförmchen. Und auf dem Blech darunter lassen lauter kleine Donuts dem Betrachter schon ein wenig das Wasser im Mund zusammenlaufen. Hat die Kindertagesstätte Kinderreich heute Morgen Besuch vom Bäcker gehabt? Nichts da! „Das ist alles selbst gebacken“, verkündet Köchin Heidrun Brinkmann stolz lächelnd.

Das sei einer der positiven Aspekte der Corona-Pandemie. So wie sie den Erzieherinnen und Erziehern durch die kleinen Gruppen mehr Zeit schenkt, sich um jedes Kind intensiver zu kümmern, schenkt sie Brinkmann und ihrem Küchen-Team Zeit, viel selber zu kochen und auch das eine oder andere auszuprobieren.

„Normalerweise koche ich für 240 Kinder. Da muss der Ablauf in die Küche streng durchorganisiert sein. Als der Lockdown kam, waren es anfangs nur noch 20 bis 30 Mahlzeiten, die wir zubereiten mussten. Da blieb viel Zeit, um zu experimentieren, die wir sonst nicht haben. Wir konnten mal aus unserer Routine ausbrechen und haben zum Beispiel mehr gebacken, was wir früher nie getan haben“, erläutert Brinkmann. „Statt eingefrorene Baguettes zu kaufen, haben wir selber Quarkbrötchen hergestellt. Die waren der Renner! Ebenso wie unser Nusskuchen. Auf diese Weise sparen wir nicht nur Geld, sondern kochen auch gesünder. Und Kinder und Erzieher schmecken den Unterschied und sind begeistert“, freut sich Brinkmann.

Zudem haben sie und ihre beiden Kolleginnen nun auch Zeit, ihren Praktikanten in aller Ruhe auszubilden, der im Kinderreich auch bald seine Prüfung zur Küchenhilfe ablegen wird.

Weg von den Fertiggerichten

Mittlerweile ist die Zahl der Mahlzeiten wieder auf 110 gestiegen und Brinkmann und ihr Team freuen sich auch schon darauf, wieder für all „ihre“ Kinder kochen zu dürfen. Aber die Erfahrungen und Erkenntnisse, die sie aus dem Lockdown gewonnen haben, wollen sie auf jeden Fall mit in den Alltag nehmen. „Wir wissen jetzt, wie bestimmte Dinge funktionieren und wie lange gewisse Abläufe dauern. Diese Zeit können wir uns dann bewusst nehmen, um Sachen selber zu kochen oder zu backen. Ich möchte so weit wie möglich weg von den Fertiggerichten.“

Der Lockdown sei eine Art Lernphase gewesen – die aber für Brinkmanns Empfinden nun auch gern enden darf. Ihr Traum ist es, bevor sie in Rente geht, noch die Marke von 500 Mahlzeiten zu knacken. „Ich fühle, dass ich dafür nun bereit bin und das ich das packe“, verkündet sie lachend.

Küche soll nächstes Jahr ausgebaut werden

Doch damit das klappt, müssen auch die räumlichen Gegebenheiten stimmen. „Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr die Küche ausbauen können“, verrät Kita-Leiter Franz Holsten. „Jetzt ist sie noch zu klein. Aber wir bekommen für dieses Vorhaben Unterstützung von der Stadt, insbesondere von Herrn Lyko.“

Brinkmann erinnert sich: „Als ich hier 1991 anfing, habe ich für 70 Kinder gekocht und war allein. Heute sind wir zu viert und kochen für 240.“ Das Essen geht – in normalen Zeiten – an die Krippe und den Kindergarten Kinderreich, die Krippe Haus der kleinen Strolche, den Hort und die Grundschule Mittelstraße, die Grundschule Petermoor, den Kindergarten sowie die Grundschule Bramstedt.

Doch da das Kinderreich nun durch den Neubau eine zusätzliche Gruppe bekommt und in Bramstedt eine Krippe entsteht, wird der Bedarf bald noch steigen und Brinkmanns Traum von den 500 Mahlzeiten könnte noch wahr werden.

Wenn sie dann in Rente geht, möchte sie all ihr Wissen an ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger weitergeben. „Ich liebe meinen Job und will, dass es mit der Küche im Kinderreich weitergeht, auch wenn ich nicht mehr hier arbeite.“

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