Nach einem Jahr

Bassumer Kinderkanal zieht Fazit

Wie gut schmeckt das Eis? Im Sommer gingen die Teilnehmer des Kinderkanals dieser Frage nach.
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Wie gut schmeckt das Eis? Im Sommer gingen die Teilnehmer des Kinderkanals dieser Frage nach.

Bassum – Sie haben über den ersten Schultag nach dem ersten Lockdown gesprochen, dem Bürgermeister in einem Interview auf den Zahn gefühlt, Eis getestet, Kekse gebacken und sich in fantastischen Welten herumgetrieben. Alles begleitet von einer Kamera, sichtbar für ein Millionen-Publikum weltweit. Die Gruppe um den Bassumer Kinderkanal.

Ein ganzes Jahr lang haben Jugendliche gemeinsam mit Medienpädagogin Brigitta Wortmann den Kanal auf der Video-Plattform Youtube betrieben. Von den ehemals zehn sind am Ende nur drei geblieben, was vor allem daran lag, dass die meisten im Laufe des Jahres auf eine andere Schule wechselten und dann einfach keine Zeit mehr für das Projekt hatten. Doch Tetje, Tim und Joleen sind noch da.

Tetje war bereits vor Beginn des Projekts auf Youtube mit einem eigenen Kanal aktiv, wo er vor allem Spiele streamt. „Ich habe mich angemeldet, weil ich mich verbessern wollte“, erklärt der 13-Jährige. So hat er bei Wortmann unter anderem gelernt, wie er In- und Outros erstellt und Videos schneidet. Tim interessierte sich generell dafür, wie man Filme erstellt. Das Projekt sei genauso abgelaufen, wie er es sich erhofft hatte – auch wenn eigentlich nichts so lief, wie geplant.

„Wir haben uns einmal getroffen - dann kam Corona“

„Wir haben uns einmal getroffen – dann kam Corona“, erzählt Wortmann und kann heute schon fast wieder darüber lachen. Statt sich mit den Teilnehmern zusammenzusetzen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, lief erstmal viel online, wo über Technik gesprochen wurde. „Von den insgesamt 40 Treffen haben wir uns etwa 20 mal wirklich getroffen“, schätzt Wortmann.

Die Jugendlichen lernten unter anderem, wie sorgsam man mit dem Urheberrecht umgehen muss, denn da schaut Youtube ziemlich genau hin – manchmal sogar zu genau. „Von unseren zwölf Videos haben vier eine Mahnung bekommen, dass wir möglicherweise Urheberrecht verletzen“, berichtet Wortmann. Doch sie konnte jedes Mal Einspruch einlegen und erklären, woher Fotos und Musik kommen.

„Die Kommentar-Funktion haben wir am Anfang ausgestellt, weil wir unsicher waren, wie es ankommt. Aber dann haben wir sie zugelassen.“ Zum Glück, denn so finden sich heute unter dem einen oder anderen Video liebe und aufmunternde Rückmeldungen. Besonders stolz ist die Gruppe auf das Interview mit Bürgermeister Christian Porsch, das inzwischen über 120 mal geklickt wurde.

Trotz Corona durchgebissen

Eine Vorgabe, welche Themen in den Videos behandelt werden sollen, gab es nicht. „Da war ich völlig offen“, so Wortmann. Aus manchen Treffen hat sie auch reine Spieltage gemacht, damit die jungen Teilnehmer in dieser Zeit der Distanz wieder ein wenig Gemeinschaft erleben. „Ich wäre auch gern an die Schulen gegangen, um das Projekt weiter vorzustellen, aber das ging ja leider nicht. Ich bin stolz auf die Gruppe, dass sie sich trotz Corona so durchgebissen hat.“

Joleen hatte besonders Spaß an dem Slime-Battle, wo es darum ging, möglichst viel künstlichen Schleim zu produzieren. Die Mädchen forderten die Jungs heraus – und mussten eine herbe Niederlage einstecken. „Wir haben einfach alles, was wir hatten zusammengeschüttet“, erinnert sich Joleen. Heraus kam „eine Sauerei“, während die Jungs sich brav an das Rezept hielten und damit Erfolg hatten.

Hörspiele und mehr

Tim gefiel das Hörspiel am besten, für das sich die Gruppe eine eigene Geschichte ausdachte. Tetje, als passionierter Computerspieler, hatte am meisten Spaß an einem Duell gegen Wortmann im Spiel Minecraft. Was hingegen keinem der Jugendlichen wirklich Freude gemacht hat, war das Schneiden der Videos. Dennoch ist es eine Fertigkeit, die sie nun beherrschen und für sich aus dem Projekt mitnehmen, das nun zuende ist.

„Der Bassumer Kinderkanal war nur für ein Jahr angelegt“, so Wortmann. Aber sie kann sich gut vorstellen, ihn nochmal aufleben zu lassen. Allerdings setzt das auch wieder eine Förderung voraus. So haben der Landschaftsverband Weser-Hunte und das Mükize das Projekt bezuschusst. Sollte der Kanal in die zweite Runde gehen, haben Tim und Tetje schon erklärt, wieder dabei sein zu wollen.

Von Julia Kreykenbohm

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