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Bassumer Jugendhaus Fönix geht mit kreativen Ideen durch die Pandemie

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Von: Anika Seebacher

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Andreas Storn (links) und Marcus Libbertz stellen die „Ampel-Tür“ vor. Daran können die Jugendlichen sehen, ob sie gemäß der aktuellen Vorschriften eintreten dürfen.
Andreas Storn (links) und Marcus Libbertz stellen die „Ampel-Tür“ vor. Daran können die Jugendlichen sehen, ob sie gemäß der aktuellen Vorschriften eintreten dürfen. © Anika Seebacher

Im Jugendhaus Fönix arbeitet man wegen der Pandemie mit angezogener Handbremse und kreativen Ideen. So zeigt etwa die Farbe des Lichtschlauchs an der Tür, ob die Obergrenze bei der Besucherzahl bereits erreicht ist. Bei allen Maßnahmen sind Jugendhausleiter Marcus Libbertz und sein Kollege Andreas Storn froh, für die Jugendlichen da zu sein. 

Bassum – Mit den Freunden abhängen, sich am Kickertisch austoben oder Unterstützung bei verschiedenen Fragen bekommen – das Jugendhaus Fönix in Bassum bietet seinen Besuchern zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und Beratung. Doch seit der Pandemie haben sich die Arbeit von Jugendhausleiter Marcus Libbertz und seinem Kollegen Andreas Storn sowie die Einrichtung selbst verändert.

Seitdem ich hier bin, müssen wir mit angezogener Handbremse arbeiten.

Marcus Libbertz, Leiter des Jugendhauses

„Unser Jugendhaus lebt von einer offenen Struktur. Doch das ist gerade schwierig“, sagt Libbertz. Er leitet die Einrichtung seit gut anderthalb Jahren. „Seitdem ich hier bin, müssen wir mit angezogener Handbremse arbeiten“, fasst er die Zeit unter Coronabedingungen zusammen. Was nicht bedeutet, dass es nicht genug zu tun gibt oder es langweilig wird. So haben Libbertz und Storn etwa den Räumen mit selbstgeschaffener Deko und Mobiliar einen frischen Look verpasst und das allgemeine Konzept überarbeitet.

Maximal zehn Leute dürfen sich aktuell im Fönix am Petermoor aufhalten. Ob die Grenze bereits erreicht ist oder ob noch Kapazitäten frei sind, ist an der Farbe der Eingangstür ersichtlich. Dort funktioniert ein Lichtschlauch als Ampelsystem: Grün bedeutet Eintreten, bei Rot heißt es Warten. „Viele Leute kommen aber gar nicht erst“, weiß Storn und geht davon aus, dass das Wegbleiben auch damit zusammenhängt, dass im Bassumer Jugendhaus das Tragen einer FFP2-Maske vorgeschrieben ist. „Die Maske müssen die Jugendlichen schon in der Schule tragen. Da will man in seiner Freizeit sicherlich auch mal eine Pause.“

Dennoch sei das Jugendhaus eine wichtige Anlaufstelle für die Heranwachsenden. „Um seine Persönlichkeit auszubilden, muss man sich mit anderen austauschen und vor allem persönlichen Kontakt haben“, meint Libbertz. Die Besucher würden auch über ihre Ängste und Sorgen, die sich durch die Pandemie entwickelt haben, mit den beiden Verantwortlichen sprechen, berichtet der Jugendhausleiter weiter.

So lange die Bassumer Schulen in Präsenz unterrichten, sind er und Storn in dem Haus neben dem Tierparkgelände vor Ort. „Die Schüler testen sich in den Schulen. Wer über 18 Jahre alt ist, muss einen entsprechenden 3G-Nachweis erbringen“, sagt Libbertz. Zum Hygienekonzept gehören außerdem Desinfektionsspender, durchsichtige Trennscheiben am Tresen und am Kicker sowie die allgemeinen Abstandsregeln. „Wir kommunizieren diese Maßnahmen offen mit unseren Besuchern. Leider müssen wir einige dennoch von Zeit zu Zeit ermahnen“, so Libbertz. Er bedauert, dass man „wie Sheriffs durch die Räume gehen muss und kontrolliert“.

Anfangs habe man verschiedene Alternativen ausprobiert – vom Absperren einiger Sitzgelegenheiten bis hin zu Spielchips im Eingang, um die Höchstzahl der Besucher zu limitieren. „Durch Corona geht das Flair einer offenen Kinder- und Jugendeinrichtung verloren“, findet Libbertz. Zudem fehlt ihm ein wichtiger Teil der Beziehungsarbeit: „Durch das Tragen der Masken ist die Mimik nicht mehr erkennbar.“

Kreative Beschäftigung statt noch mehr Bildschirmzeit

Auch wenn sich das Wirken in der kommunalen Einrichtung durch Corona verändert hat, waren die beiden Männer stets für die Jugendlichen ansprechbar. „Über die sozialen Medien und telefonisch sind wir jederzeit erreichbar“, macht Libbertz deutlich. Darüber hinaus habe man sich Angebote überlegt, die trotz der Beschränkungen umsetzbar waren, erinnert er unter anderem an einen Graffiti-Workshop, einen Fotowettbewerb und eine Crossfit-Challenge am Bassumer Utkiek. „Durch das Homeschooling war bei den Jungs und Mädchen die Bildschirmzeit ohnehin bereits überschritten. Da wollten wir nicht noch mit virtuellen Treffs einen draufsetzen“, begründet der Sozialarbeiter die Entscheidung für die kreativen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Aufgrund der guten Resonanz soll es Wiederholungen geben – etwa für die sportliche Herausforderung am Utkiek. Im Jugendhaus gilt nach wie vor das Motto „ihr für euch“. Bedeutet, dass die Mädchen und Jungen aktiv mitbestimmen, welche Inhalte in den Angeboten aufgenommen werden. „Zwar ist Abenteuerpädagogik gerade nur schwer umsetzbar, aber im Großen und Ganzen haben wir da wenig Einschränkungen“, lädt Libbertz zu einem Besuch ein.

Trotz Corona aktiv: Das Bassumer Jugendhaus hat sein Programm den Vorgaben angepasst. Archivfoto: Kreykenbohm
Trotz Corona aktiv: Das Bassumer Jugendhaus hat sein Programm den Vorgaben angepasst. © Julia Kreykenbohm

Öffnungszeiten

Geöffnet hat das Bassumer Jugendhaus Fönix, Am Petermoor 2, montags bis donnerstags von 15.30 bis 19 Uhr und freitags von 13 bis 19 Uhr. Der offene Bereich richtet sich an alle Interessierten zwischen acht und 24 Jahren. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Gruppenangebote. Weitere Infos gibt es online unter www.jugendhaus-bassum.de

Von Anika Seebacher

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