„Best Film International“

Bassumer gewinnt Preis beim Filmfestival in New York

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Szene aus dem Pferdelehrfilm Liberty. 

Bassum - Von Frauke Albrecht. Der Jetlag ist verflogen, das gute Gefühl geblieben. Ralf Schauwacker ist frisch aus New York zurückgekehrt. Im Gepäck hat er nicht nur viele Anregungen für neue Filme, sondern auch eine Auszeichnung. Sein Pferdelehrfilm Liberty erhielt auf dem Filmfestival EQUUS in New York die Auszeichnung „Best Film International“.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung“, sagt Schauwacker. Er reiste mit seiner Tochter nach New York, um an dem Filmfestival teilzunehmen. In Pferdekreisen ist EQUUS bekannt – der Preis hat eine ähnliche Bedeutung wie der Oscar für Schauspieler. Dass er gewinnen würde, wusste der Bassumer im Vorfeld nicht. „Nur, dass mein Film dort gezeigt wird.“ Umso überraschter war Schauwacker, als die Jury seinen Namen bekannt gab. An seine Freunde zu Hause schrieb er: „Whow, Liberty ist Best Film International“.

Ralf Schauwacker erhält von der Leiterin des Festivals, Lisa Dierksen, die Auszeichnung.

Dabei fing alles etwas holprig an. Am ersten Tag sollte jeder Filmemacher seinen Beitrag kurz vorstellen. Schauwacker hielt sich kurz – wie in der Einladung vorgegeben. „Jeder sollte nur einen Satz sagen. Ich wusste nicht, dass sich an diese Weisung keiner hält. Ich war schlecht vorbereitet. Das hat mich im Nachhinein geärgert.“ Geschadet hat es ihm offenkundig nicht. Die Jury wählte seinen Film zum besten Film international. Insgesamt liefen im Village East Cinema etwa 100 Filme – aus verschiedenen Kategorien. Filmemacher aus der ganzen Welt nahmen teil. „Gewundert habe ich mich, dass ich nicht in der Kategorie Lehrfilm gewonnen habe“, sagt Schauwacker. Er habe sehr viele gute Beiträge dort gesehen, aber auch viele schlechte. „Als Lehrfilm war meiner mit Abstand der beste.“ Schauwacker hat genug Erfahrung und Selbstbewusstsein, um das beurteilen zu können.

"Auf schöne Bilder geachtet“

Es ist nicht der erste Preis, den er mit Liberty abräumt. Im Sommer gewann der Filmemacher beim Open-Air-Pferdefilmfestival „Eqinale“ auf Schloß Neuhoff bei Schwerin. „Ich habe bei der Produktion sehr auf schöne Bilder geachtet“, nennt Schauwacker das Geheimnis seines Erfolges. Der Film transportiert Inhalt, gepaart mit schönen Bildern und Emotionen.

Für New York ließ er den Film ins Englische übersetzen. Liberty dokumentiert die Arbeit der Pferdetrainerinnen Patricia von Schwedes und Imke Jürgensen. „Deren Methode hat mich sehr beeindruckt“, sagt Schauwacker. Sie arbeiten nur mit ihrer Körpersprache. Die Pferde haben dabei kein Halfter um. Schauwacker, selbst Reiter, hat die Methode ausprobiert und ist begeistert.

„Patricia und Imke wollten anfangs nicht. Ich habe sie überredet.“ Was ihn freut: Auch in den sozialen Medien bekommt er viele positive Rückmeldungen auf den Film. ,Endlich kann ich mal sehen und mitkriegen, wie man das macht’, hört er oft.

Schauwacker versteht sich als Künstler. „Jeder Film ist für mich ein harter Prozess. Die Zuschauer sollen sich nicht langweilen.“ Ganz besonders wichtig für ihn ist, frei arbeiten zu können – ohne Vorgaben von außen. Deshalb wäre auch das Fernsehen nichts für ihn. „Ich kenne viele Filmemacher. Nicht wenige fühlen sich von den Redakteuren im Fernsehen geknebelt.“

Schauwacker dreht seit vielen Jahren Filme – Lehrfilme, Dokumentarfilme, Kurz- und Spielfilme. Sein Roadmovie The Big Underwear Social Tour hat es bis ins Kino geschafft. „Nur bricht es einem finanziell das Genick, wenn man hinter sich keine Lobby hat.“

Er würde gern mehr kritische Filme produzieren. Zwei Themen, die ihm auf den Nägeln brennen: demokratische Schulen und Grundeinkommen. „Ich würde gerne weltweit herumfahren und eine Dokumentation über freie Schulen drehen. Gerade bei indigenen Völkern gibt es viele gute Modelle des freien Lernens.“ Solche Projekte aber kosten Geld.

Wer mehr über Ralf Schwacker wissen möchte, kann sich auf seiner Internetseite informieren. Er produziert nicht nur Filme, sondern vermarktet sie auch.

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