In Galerie Nienhof

Ausstellung in Bassum: Dem Grau des Lockdowns Kunst entgegensetzen

Die Künstler Karin Bliefernich, Ruth E.E. Cordes, Elisabeth Fitting, Markus Gefken und Ute Bescht zeigen einige ihrer Gemälde und Zeichnungen.
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Ohne ihre Kunst wäre es noch grauer: Karin Bliefernich, Ruth E.E. Cordes, Elisabeth Fitting, Markus Gefken und Ute Bescht (v.l.) mit einigen ihrer Werke.

Künstler zusammenbringen, trotz heruntergefahrener Kultur eine Ausstellungs-Möglichkeit bieten: Darum geht es bei „#ohnekunstistesgrau“. Ab 26. März in Bassum.

Bassum – Bilder, Zeichnungen, und Skulpturen von 15 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern zeigt seit heute die Bassumer Galerie Nienhaus 1. Ganz unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen und Stilen finden in dem Projekt zusammen, Titel: „#ohnekunstistesgrau“. Verbindende Klammer ist zunächst einmal genau das: Unter kunstwidrigen Umständen zusammenkommen, sich dadurch gegenseitig stützen. Und zeigen, dass Kunst und Kultur mehr als bloßes Beiwerk sind.

Bassum ist die zweite Station

Die Bassumer Galerie ist die zweite Station von „#ohnekunstistesgrau“. Sie geht auf eine Initiative der Syker Malerin Ruth E.E. Cordes zurück, die auch freie Mitarbeiterin der Kreiszeitung ist. Nach dem gerade beschlossenen Lockdown hatte sie ihr Studio im Bremer Schnoor leergeräumt, um spontan eine Ausstellung zu organisieren.

Die Antworten auf ihre Nachricht kamen Anfang November innerhalb von Tagen, erzählt Cordes: „Am 4. habe ich eingeladen, am 8. haben wir gehängt.“ Sie wollte und will darauf aufmerksam machen, was Kunst für die Gesellschaft leistet. Aber auch darauf, dass schon ihre Entstehung von den Lockdown-Bedingungen beeinträchtigt wird. „Was nicht wahrgenommen wird, ist der Arbeitsflow“ sagt sie.

Künstler im Lockdown-Loch

Der Bremer Zeichner Markus Gefken erinnert sich, im Lockdown regelrecht in ein Loch gefallen zu sein. Als er Cordes’ Einladung bekommen habe, habe das „einen Schub, ein Aufatmen gegeben“. Die Isolation, die Unmöglichkeit auszustellen, der Verdienstausfall: Auch Karin Bliefernich, Betreiberin der Galerie Nienhaus 1 und selbst ausstellende Künstlerin, berichtet, dass unter Kollegen „viele blockiert und wie erstarrt“ waren. Deshalb hat sie die Idee gerne aufgegriffen, und das Projekt in ihre Räume in Bassum eingeladen.

Statements in Hashtag-Form

Die ausgestellten Arbeiten, betont Ruth E.E. Cordes, seien thematisch „keine Auseinandersetzungen mit der aktuellen Situation“. Allerdings haben die beteiligten Künstler ihren Werken, jeweils in Hashtag-Form, Statements mitgegeben, die dem Grau etwas entgegensetzen.

Das von Ute Bescht, die figurativ, abstrakt – und bunt – mit Acryl malt, lautet beispielsweise: „#hauptsachebunt“. Die Stuhrer Künstlerin Elisabeth Fitting arbeitet sowohl digital als auch klassisch mit Acryl und Leinwand. Sie stellt schlichtweg fest: „#kunstistschönheit“. Beeindruckt ist Ruth E.E. Cordes davon, dass von den Statements auch ohne vorherige Absprache keins doppelt belegt wurde: „Das zeigt, wie vielfältig die Impulse sind, die von Künstler-Arbeit ausgehen.“

Vernisage entfällt, Finissage noch offen

Eine feierliche Eröffnung wird es pandemiebedingt nicht geben, falls die Regeln es bis dahin zulassen, hofft Cordes aber darauf, immerhin den Abschluss begehen zu können. „Wenn wir eine Finissage machen können, dann werden wir auch versuchen, die Musiker mit unterzubringen.“ Denn neben bildenden Künstlern hatten sich auch zwei Musik-Duos sowie die Performance-Gruppe Stelzen-Art an dem Bremer Vorläufer-Projekt beteiligt.

Allerdings ist die Ausstellung zunächst mit offenem Ende angelegt. Die aktuelle Situation lasse einfach keine längerfristigen Planungen zu, sagt Cordes. Aber auch: „Wir sind flexibel – wie immer.“ Käufe sind möglich. Aber jenseits von finanziellen Schwierigkeiten, die Berufskünstler in Lockdown Zeiten haben, geht es in der Ausstellung vor allem ums Gesehenwerden, um Solidarität mit und zwischen Künstlern. Und darum, so Ruth Cordes, „ihnen einen Raum zu geben – und die Möglichkeit, mal wieder vor die Tür zu gehen.“

Infos zur Ausstellung

Ab 26. März montags, mittwochs und freitags 10 bis 18.30, samstags von 10 bis 13 Uhr. Der Besuch ist kostenlos, das Tragen von FFP2-Masken erforderlich. Besuche außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich und können unter 0173/1059635 vereinbart werden.

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