Zehnjährige Kamila aus Usbekistan 

Bassumer Ärzte helfen brandverletztem Mädchen

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Blick in den Bassumer Operationssaal: Unser Foto zeigt von links Chefarzt Dr. Massud Mamarvar, die leitende Oberärztin Dr. Katrin Messingschlager sowie die Ärztin Dr. Lea Zachau.

Bassum - Von Berthold Kollschen. Seit Jahren übernimmt die plastische und ästhetische Chirurgie der Klinik Bassum die Behandlung von brandverletzten Kindern aus Krisengebieten, die über das Friedensdorf Dinslaken bei Oberhausen in die Lindenstadt kommen. Jüngste Patientin ist die zehnjährige Kamila, die mit schweren Brandverletzungen im Gesicht, am linken Oberarm und am Oberkörper nach Bassum gekommen ist.

Sie kommt aus Usbekistan, wo sie sich vor längerer Zeit mit heißem Öl verbrannt hat. Wie es dazu kam, daran kann sich das Mädchen nicht mehr erinnern. Sie wurde damals vor Ort erstversorgt, doch es gab Narbenbildung. Diese führte dazu, dass Kamila ihr linkes Auge und ihren Mund nicht mehr schließen konnte. Auch ihr linkes Ohr hat sie durch die Verletzung verloren.

„Die Operation ist für unser Ärzte- und Pflegeteam eine große Herausforderung“, sagte Chefarzt Dr. Massud Mamarvar im Vorfeld der Behandlung. „Wir müssen Teile der vernarbten Gesichtshaut entfernen und sie durch Hauttransplantationen vom Oberschenkel ersetzen“, so der leitende Chirurg.

Haut vom Schenkel ins Gesicht transplantiert

Das Team versetzte Kamila zunächst in Vollnarkose. Dafür war Anästhesistin Dr. Ulrike Müller-Grote zusammen mit der Anästhesie-Schwester Astrid Hamann verantwortlich.

Das Ärzteteam mit Chefarzt Dr. Mamarvar, der leitenden Oberärztin Dr. Katrin Messingschlager, Ärztin Dr. Lea Zachau und Oberarzt Kai Appel markierte zunächst die Stellen im Gesicht der kleinen Patientin, um sie mit viel Feingefühl abzutragen. Parallel dazu wurden Hautteile von Kamilas Oberschenkel abgenommen.

Nach Abschluss dieser so wichtigen Phase legten die Ärzte Schaumstoffteile auf die operierten Hautstellen, um dadurch das Anwachsen zu begünstigen.

Als Assistenten waren die OP-Pfleger Ben Berger und Michael Jahnke sowie die Operationstechnische Assistentin Mona Jürgens beteiligt.

Die Operation dauerte gut drei Stunden. „Während der gesamten Zeit blieb der Kreislauf von Kamila konstant“, freute sich der Chefarzt.

Das fehlende linke Ohr sei noch nicht neu modelliert und ersetzt worden. „Kamila sollte ausgewachsen sein, bevor man dieses Problem angeht“, so der Chefarzt.

Nach dem Eingriff konnte das gesamte Operationsteam zufrieden durchatmen – „wir haben alles Menschensmögliche getan, um der kleinen Kamila ein neues Gesicht zu geben und ihr die Funktionen des Augen- und Mundschließens wieder zu ermöglichen“, so Mamarvar.

Solche Operationen sind nur durch Spenden möglich. Und durch die Bereitschaft der Ärzte und Pfleger, die Behandlungen ehrenamtlich in ihrer Freizeit durchzuführen. „Es ist allen inzwischen eine Herzensangelegenheit geworden, den schwer brandverletzten Kindern aus Krisengebieten zu helfen“, sagt Dr. Mamarvar.

Dr. Norbert Grieb, Vorgänger von Massud Mamarvar, hat diese Hilfe vor mehr als 15 Jahren erstmals ermöglicht. Seither konnten ein bis zwei Kinder pro Jahr in Bassum behandelt werden.

Wie der Pressesprecher des Klinikverbundes, Georg Beuke, mitteilt, sind weitere Spenden erforderlich, um die Behandlungen auch in Zukunft weiterführen zu können.

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