Maßnahmenkatalog aktualisiert

Bassum und Twistringen: Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz

Der Bassumer Bürgerbus an der Haltestelle am Bahnhof.
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Der Bassumer Bürgerbus ist seit vielen Jahren gefragt in der Stadt. Auch die Twistringer würden sich über solch ein Mobilitätsangebot freuen.

Bassum/Twistringen – Nicht erst seit Fridays-for-future ist das Thema Klimaschutz in aller Munde. Es gibt unzählige Ideen und erste Maßnahmen sind umgesetzt. Doch Projekte müssen weiterentwickelt und angepasst werden, damit der Klimaschutz auf lange Sicht funktioniert. Dafür sind alle verantwortlich: Politik, Wirtschaft und Privatpersonen. Aus diesem Grund hatten die Städte Bassum und Twistringen gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Region Hannover am Mittwoch zu einem Dialog eingeladen.

Das Ziel: die Fortschreibung des gemeinsamen Klimaschutzaktionsprogramms.

Das dazugehörige Maßnahmenband wurde 2015 entwickelt. „Damit wir das Konzept fortführen können, müssen wir es upgraden“, sagte Bassums Bürgermeister Christian Porsch und verwies auf das dafür erforderliche Netzwerk: „Diese Herkulesaufgabe können wir nur gemeinsam stemmen.“

In erster Linie gibt es Informationsbedarf

Um die Wünsche und Probleme der Beteiligten zu erkennen, gab es zwei Onlinetreffen. Bei der Zusammenkunft mit den Unternehmen, an der sich Vertreter von acht lokalen Firmen beteiligten, wurde deutlich, dass es in erster Linie Informationsbedarf gibt. „Was bedeutet überhaupt klimaneutral und wie kann ein Unternehmen das erreichen?“, fragte Thomas Meyer-Lüters, Geschäftsführer von Videx Garden und AfP-Marketing in Bassum sowie Kögler in Twistringen. Er sehe zudem das Problem, dass es zwar viele Ideen gebe. „Aber wie kann man die pragmatisch umsetzen?“

Gegenseitig stellten sich die Firmen vor, was bereits für den Klimaschutz getan wird. Dabei wurde deutlich, dass vielerorts firmeneigene Fotovoltaikanlagen installiert wurden, um regenerative Energien voranzutreiben. „Es ist wichtig, dass wir uns austauschen“, lautete der Wunsch von Sebastian Koop, Prokurist der AWG Bassum. Denn es reiche nicht, sich auf dem Status quo auszuruhen. Auch wenn bei der Abfallgesellschaft alles eng mit dem Klimaschutz verbunden sei. „Wir müssen noch mehr tun“, sagte Koop.

In Sachen Mobilität gibt es reichlich Potenzial.

Die Klimaschutzagentur Region Hannover als Gastgeber fragte zudem ab, welche Bereiche besonders gefragt sind und stellte fest: Es mangelt aktuell an Informationen zur Klimaneutralität sowie zu regenerativen Energien und dazugehörigen Fördermaßnahmen.

Weiterhin wurde deutlich, dass Firmen nicht nur ihre Energieverbräuche reduzieren können, um sich für den Klimaschutz zu engagieren. Auch in Sachen Mobilität gibt es reichlich Potenzial. „Eine App für Fahrgemeinschaften oder Diensträder sind gute Möglichkeiten“, stellte Udo Scherer von der Klimaschutzagentur vor. Ein Handlungsfeld, das bei den lokalen Betrieben auf Interesse stieß, war ein Wärmekataster. Darin werden Erzeugung und Verwendung von Wärme aufgezeigt. „Mit solch einem Instrument können wir Synergien erreichen und sollten zwischen den Firmen vermitteln“, so Scherer.

Die rund 20 Bürgerinnen und Bürger, die im zweiten Dialog zusammenkamen, erarbeiteten in jeweils zwei Runden zu insgesamt sechs Handlungsfeldern konkrete Ansätze. Unter anderem sei deutlich geworden, dass sich einige Twistringer nach wie vor einen Bürgerbus wünschen. „Es gab mehrere Ideen, die bereits im alten Maßnahmenband enthalten sind“, fasst Julia Sprengel von der Klimaschutzagentur zusammen. Diese könnten aber wieder aufgenommen und an neue Gegebenheiten angepasst werden.

Alle setzen Hoffnungen auf das Klimaschutzmanagement

Allgemein sei auch bei den Privatpersonen der Aspekt Kommunikation vordergründig. Große Hoffnungen setzen alle auf das Klimaschutzmanagement. Hierfür sollen Bassum und Twistringen jeweils eine Stelle in der Verwaltung besetzen. „Hier lassen sich Kompetenzen zusammenbringen und gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Veranstaltungen organisieren“, so die Klimaschutzexperten aus der Landeshauptstadt. Insgesamt zeigt sich Sprengel mit dem Verlauf der Dialoge zufrieden. „Es waren gute Initiativen und verschiedene Zielgruppen dabei“, sagt sie mit Blick auf die rege Beteiligung.

Wie geht es nun weiter? Im Anschluss an den Austausch wollen die Verantwortlichen aus Hannover einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, in dem Vorschläge und Ideen aus den Dialogen einfließen. „Wenn die Ratspolitiker darüber gesprochen haben, werden wir das Programm Ende Februar 2022 veröffentlichen“, stellt Sprengel den weiteren Fahrplan vor. „Damit legen wir den Grundstein für die potenzialreichen Maßnahmen“, freut sie sich auf die aktualisierte Version des Klimaschutzaktionsprogramms.

Dieses soll als Kompass dienen: Einerseits zeigt es, wo die Städte aktuell in Sachen Klimaschutz stehen. Andererseits weist es den Weg für die Zukunft.

Von Anika Seebacher

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