„Stinkende Brühe“ im Eichenwald

Bürgerinitiative vermutet illegale Entsorgung von kontaminiertem Löschwasser

Ein dicker Schaumteppich hat sich zwischen den Bäumen ausgebreitet.
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Ein dicker Schaumteppich hat sich zwischen den Bäumen ausgebreitet.

Kätingen – Jürgen Schierholz und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde und Fahrenhorst trauten ihren Augen nicht. Als sie am Montag einen Rundgang durch das Eichenwäldchen machten, das an das Gelände der Gesellschaft für Abfall und Recycling (GAR) grenzt, stießen sie in der Nähe der Löschwasserteiche auf einen unappetitlichen Anblick. „Wir fanden eine stinkende Brühe von öliger Konsistenz vor, besetzt von Schaumbergen. Es roch nach faulen Eiern“, schildert Schierholz seine Eindrücke.

Für die Initiative ist klar, was sie entdeckt hat: „Das ist das kontaminierte Löschwasser, das bei den Bränden bei der GAR bereits mehrfach zum Einsatz kam. Der Schaum stammt wohl von den Löschmitteln der Feuerwehr. Anstatt es ordnungsgemäß zu entsorgen, wurde es von der GAR einfach in den Wald geleitet“, behauptet Schierholz.

Dazu habe die Initiative eine Rohrleitung entdeckt, „die auf einen bereits längeren Gebrauch dieser widerrechtlichen Entsorgung hindeutet“, so Schierholz. „Das ist ein Unding! Dieses Wasser ist bereits mehrfach benutzt worden und hat eine entsprechend hohe Schadstoffkonzentration. Ein Feuerwehrmann sagte mir vor Kurzem, er habe noch nie so pechschwarzes Wasser gesehen, wie das aus den Löschteichen der GAR. Und das ist wohl schon seit Tagen im Wald, da hatte sich ein richtiger See gebildet.“

Mehrere Gewerbeaufsichtsämter kontaktiert

Schierholz und seine Mitstreiter kontaktierten sofort das Gewerbeaufsichtsamt in Hannover, den Landkreis und die Polizei. Der Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz, Thomas Gissing, bestätigt das. „Kollegen waren da und haben Proben genommen. Nun wird wegen des Verdachts auf Bodenverunreinigung und Gewässergefährdung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.“

Auch das Gewerbeaufsichtsamt ist tätig geworden und hat gestern Mitarbeiter nach Kätingen entsendet, die sich vor Ort umschauen. „Doch Ergebnisse werden erst Anfang der kommenden Woche vorliegen“, erklärt Abteilungsleiter Ulrich Leimeister.

Die Stadt Bassum ist von der Bürgerinitiative ebenfalls ins Bild gesetzt worden. „Sollte da wirklich gegen das Gesetz verstoßen worden sein, muss das selbstverständlich Konsequenzen haben“, sagt Bauamtsleiter Martin Kreienhop. Allerdings sei die Stadt an diesem Vorgang nicht beteiligt. Das sei Aufgabe des Gewerbeaufsichtsamtes und der Staatsanwaltschaft.

Wald als Ausgleichsfläche für Industriebetrieb angelegt

Schierholz hofft, dass nun „schnell und vernünftig gehandelt wird. Das stellt eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Der betroffene Wald wurde einst vor 30 Jahren als Ausgleichsfläche für den Industriebetrieb angelegt, jedoch nicht als Giftmülldeponie. Offensichtlich bestehen erhebliche Mängel bei der Aufsicht über diese Anlage.“

Die GAR wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern. „Da es sich hierbei um ein laufendes Verfahren handelt, möchten wir dazu erst mal keine Stellungnahme abgeben“, hieß es vonseiten des Betriebes.

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