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Wie Chaplin: Lächeln in tragischen Zeiten

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Von: Anke Seidel

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Sie müssen draußen bleiben, weil Corona wütet. Aber trotzdem verlieren Marcello Monaco und Daniela Franzen in ihrem neuen Film „Smile“ nicht die Hoffnung – so wie einst Charlie Chaplin.
Sie müssen draußen bleiben, weil Corona wütet. Aber trotzdem verlieren Marcello Monaco und Daniela Franzen in ihrem neuen Film „Smile“ nicht die Hoffnung – so wie einst Charlie Chaplin. © Rattoni Verlag

„Smile“ feiert Premiere: TodArt Film Produktion präsentiert eine ganz besondere Geschichte

Landkreis  Diepholz – Was haben Künstler in der Corona-Krise mit der Stummfilm-Legende Charlie Chaplin gemeinsam? Sie verlieren nie die Hoffnung – und lächeln, auch wenn sich das Leben von seiner bitteren, ja tragischen Seite zeigt. „Smile“ – lächle: So lautet nicht nur ihre Philosophie, sondern auch der Titel des neuen Films, den die Kulturpreisträger Daniela Franzen und Marcello Monaco sowie Rolf Schauwacker produziert haben. Gemeinsam bilden sie die TodArt Film Produktion.

75 Minuten Film mit 70 Mitwirkenden

Das Trio hat schon bei zahlreichen leinwandfüllenden Filmen erfolgreich zusammen gearbeitet – wie die Totart-Krimis, eine Persiflage auf den Tatort, dem „Schatz von Schwarme“ oder dem Wehdem-Krimi. Das neue, 75 Minuten lange Werk „Smile“ ist mit mehr als 70 Mitwirkenden in gut einem Jahr Produktionszeit entstanden.

Die Soziokultur Niedersachsen, der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Stadt Bassum sowie die Kreissparkasse Syke und Avacon fördern das Projekt. Daniela Franzen und Marcello Monaco haben es nach der Struktur ihres Flüchtlingsprojekts „Wo gehst du hin“ konzipiert, mit dem sie vor zwei Jahren ein großes Publikum begeistert hatten (wir berichteten). Eine solche Mischung aus Kunst, Musik, Tanz und Theater war auch für „Smile“ geplant. Aber die anhaltende Corona-Pandemie machte den Initiatoren einen dicken Strich durch die Rechnung. Die facettenreiche Darbietung in einem Film zu präsentieren, war am Ende die einzige Lösung.

Aber eine faszinierende: Was mit der fundierten Erfahrung des international bekannten Kameramanns Ralf Schauwacker entstanden ist, bezaubert – weil der Film ein todernstes Thema mit einfühlsamem Humor in einem Stil präsentiert, wie man ihn von Charlie Chaplin kennt. Da braucht es nicht viel Worte. Die Mischung aus Schwarz-Weiß-Aufnahmen und farbigen Sequenzen mit viel Musik spricht für sich. Technisch versiert und absolut stilsicher hat Ralf Schauwacker diese Elemente miteinander verwoben. „Die besondere Schnitttechnik des Filmes ermöglicht Assoziationsketten in den Gedanken der Zuschauer“, erklärt Daniela Franzen, „damit ermöglicht der Film es dem Publikum, sich Geschichten und die Zusammenhänge selbst zu erschließen“.

Smile erzählt fast im Stil eines Stummfilms

Fast im Stil eines Stummfilms erzählt „Smile“ – in Assoziation mit dem bekannten Chaplin-Song – die Geschichte eines Sängers (Marcello Monaco), der kurz vor seinem großen künstlerischen Durchbruch steht. Doch jäh wird er durch Corona zurück auf die Straße geworfen.

Zum Glück hat er wenigstens seelisch eine Begleitung – einen Clown (Daniela Franzen), den nur er sehen kann und der ihm in scheinbar ausweglosen Situationen hilft. Der Clown steht ihm bei in den Wechselbädern aus Verzweiflung und Depression, aber auch aus Euphorie und Hoffnung.

Zu den Mitwirkenden des Films gehören die Bremer Orchestergemeinschaft unter Leitung von Juan Maria Solare, „die süßen Frauen“ des Blaumeier-Ateliers Bremen, die „Gassigäng“ des Tanzwerks Bremen, das Tango-Trio Cerf Volant aus Oldenburg, das Streichquartett Quartetto d’archi, Claudia Schnürer (das Vorlesezimmer), die Ärztin Astrid Buhr, die Tuch-Artistin Tina Badenhop sowie Tangoschüler und andere mehr. Gedreht wurde in Bassum, Syke und Siedenburg, aber auch in Bremen. Ein Schauplatz ist das Seniorenheim „Drei Linden“ in Bassum, dessen Bewohner als Statisten und Nebendarsteller mitwirken sollten. „Das hat leider wegen Corona nicht geklappt“, bedauern Monaco, Franzen und Schauwacker zutiefst.

Das Virus ist eben allgegenwärtig. Im Film auf ganz besondere Weise. Denn eine Gruppe von blauen Tänzern erweckt es auf höchst beeindruckende Weise zum Leben.

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