Hauptarbeitszeit in Tannenschonung Börder

Auf dem Wunschzettel der Weihnachtsbäume steht Regen

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Rund acht Jahre braucht eine Nordmanntanne, bis sie groß genug ist und als Weihnachtsbaum geschlagen werden kann. 

Groß  Henstedt - Von Julia Kreykenbohm. Sommer, Sonne – wer denkt da schon an Weihnachten? Jürgen Gaumann. Denn er, seine Familie und die von Volker Schorling, mit dem er die Tannenschonung Börder Tanne in Groß Henstedt betreibt, haben gerade ordentlich zu tun, damit an Heiligabend die traditionellen Weihnachtsbäume Einzug in viele Wohnungen halten können. „Diese Zeit ist für uns eigentlich die Hauptzeit für Pflege, wie den Formschnitt“, erläutert Gaumann.

Zudem werden die Spitzen hochgebunden und die kleinen Propeller abgebaut, die die Krähen verscheuchen sollen. „Setzen diese sich nämlich auf die Triebe, brechen sie ab. Wenn die Triebe frisch sind, sind sie so empfindlich, dass ein Spatz ausreichen würde, um sie abzubrechen“, so Gaumann. Stattdessen bringen er und seine Familie Sitzstangen an, um den gefiederten Gästen Alternativen anzubieten. Die ganze Plantage haben sie bereits gemäht und die zu langen Triebe abgeknipst.

„Zurzeit bin ich jeden Tag etwa ein bis zwei Stunden dort beschäftigt“, berichtet Gaumann. Ist das bei den teilweise hochsommerlichen Temperaturen nicht hart? Gaumann lacht. „Ja, manchmal muss man sich schon zwingen, besonders wenn das Thermometer 30 Grad zeigt. Aber nichtsdestotrotz macht es immer noch viel Spaß. Die Arbeit hat schon fast etwas Mediatives“, fügt Gaumann hinzu, dessen Eltern schon den Betrieb geführt haben.

Was steht in den nächsten Wochen noch auf dem Programm? „Mähen, mähen, mähen“, sagt Gaumann: „Und Unkraut bekämpfen, was ebenfalls ordentlich Arbeit bedeutet, da wir das mechanisch tun – also mit Motorsense und Mäher.“ Doch sie ist wichtig, da die jungen Nordmanntannen sehr konkurrenzschwach und pflegebedürftig seien.

Tannen wachsen acht Jahre

„Wir bekommen sie als Setzlinge im Alter von drei Jahren und pflanzen sie im März oder April ein.“ Acht Jahre brauchen sie, bis sie verkauft werden können.

Doch die Arbeit geht allmählich dem Ende entgegen und im Herbst werde es dann ruhiger. Im September und Oktober werden die Bäumchen bereits für den Verkauf vorbereitet. Was den Weihnachtsbaumplantagenbesitzern jedoch Sorgen macht, ist das extreme Wetter. „Für die kleinen Tannen wäre es wichtig, dass es langsam mal wieder regnet. Schon im Frühjahr sind uns einige Setzlinge vertrocknet.“ Den großen Tannen mache die Hitze hingegen weniger aus, da sie lange Wurzeln besitzen und somit tief ins Erdreich dringen.

Die meisten Bäume auf Gaumanns Plantage sind Nordmanntannen. „Rot- und Blaufichten machen nur noch etwa ein Prozent des Bestandes aus. Die haben wir für die eingefleischten Fans“, erklärt Gaumann und schmunzelt. Eigentlich sei es schade, dass die Nordmanntanne sie so verdrängt habe, denn die Fichten seien wunderschöne Bäume.

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