„Serenata Nottura“ begeistert Besucher

Konzert in Stiftskirche verlegt

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Die „Serenata Nottura“ musste witterungsbedingt in die Stiftskirche verlegt werden. 

Bassum - Von Ulf Kaack. „Serenata Nottura“ lautete der Titel für das Auftaktkonzert der diesjährigen Reihe „Kammermusik im Stift Bassum“ am vergangenen Sonnabend. Streicherserenaden von Mozart, Elgar und Tschaikowsky bildeten das Programm, das von den Violinsolistinnen Anette Behr-König und Susanne Steinkühler in Begleitung eines kleinen, engagiert aufspielenden Streichorchesters meisterhaft umgesetzt wurde.

Es versprach eine charmante Notlösung zu werden, die dann doch am Wetter scheiterte: Bedingt durch umfangreiche Bauarbeiten im Stiftsgebäude, steht der gewohnte Kapitelsaal ganzjährig nicht als Spielstätte zur Verfügung. Bei guter Witterung, so der Plan des Initiators Stephan-Rupert Steinkühler, wollte man unter freiem Himmel im Kleinen Stiftshof spielen. Am Samstag musste wegen Regen und Gewitter in die Stiftskirche ausgewichen werden.

Das minderte den Konzertgenuss nicht im Geringsten, wartete das Bassumer Gotteshaus doch an diesem Abend mit einer erquickenden Raumtemperatur auf und ist zudem für seine hervorragende Akustik bekannt. Und das stellten die Musiker mit der dreisätzigen Serenade Nr. 6, komponiert 1776 für die Karnevalsfeiern im österreichischen Salzburg von Wolfgang Amadeus Mozart, eindrucksvoll unter Beweis.

Beherzt im Vortrag, glänzte das Werk mit differenzierter Artikulation der einzelnen Instrumente sowie reaktionsschnellen Dialogen untereinander. Beginnend mit einem vornehmen Marsch unter kräftiger Paukenbegleitung, einem blumigen Menuett und final dem temperamentvollen Rondo.

Das Wesen einer Serenade ist ihr leichter unterhaltsamer Charakter, was nicht gleichbedeutend mit dem Verzicht auf musikalischen Anspruch zu setzen ist. Im Gegenteil. Auch das folgende Werk aus der Feder des englischen Komponisten Edward Elgar überzeugte einerseits durch Tiefgang und Qualität, überforderte das Publikum auf der anderen Seite an keiner Stelle seiner Partitur.

Die Serenade für Streicher opus 20, wiederum ein Werk in drei Sätzen, vollendete Elgar 1892. Er war dabei beseelt von der ritterlichen Sagenwelt aus dem Mittelalter, was beim Hören unschwer herausinterpretierbar war. Der würdevolle Kopfsatz trug deutliche pastorale Züge, das sanft dahinfließende Larghetto kam elegisch daher, während das Finale überraschend für einen heiteren Ausklang sorgte.

Fortsetzung ist am kommenden Sonntag

Die zweite Konzerthälfte nach der Pause blieb der Serenade für Streicher opus 48 von Peter Tschaikowsky vorbehalten. Ebenfalls ein raumgreifendes Werk, das die Musikwissenschaft der Spätromantik zuordnet.

In nobel und geschmeidig austariertem Spiel, gepaart mit blendender Geläufigkeit, arbeitete sich das virtuos aufspielende Ensemble durch die vier Sätze. Unter denen stach der zweite hervor, ein typischer schwebender Walzer, unnachahmlich Tschaikowsky.

Ihre Fortsetzung findet die Konzertreihe „Kammermusik im Stift Bassum“ am kommenden Sonntag um 18 Uhr. Unter dem Titel „Moonlight Serenade“ stehen dann unter anderem vergnügliche Werke von Glenn Miller, Leonard Bernstein und Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm. Vorgetragen von einem hochprofessionellen Bläserensemble unter der Leitung von Michael Steinkühler, der in Neubruchhausen aufgewachsen ist und heute als Solo-Posaunist der NDR-Radiophilharmonie Hannover angehört.

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