Bassum im Selbstversuch: Heiner Büntemeyer nimmt am Gehirnjogging teil – pardon, er macht seine Zellen bunter

Faschingsmuffel treffen auf Gisela die Gitarre

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Petra Gehrmann (h.l.) verteilt Schleier-Stücke an Helmut und Helga sowie (v.l.) Maria, Rita und Hannelore.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. „Wir nennen das ,die Zellen bunter machen‘, schreib bloß nicht Gehirnjogging oder Gedächtnistraining, dann kommt keiner“, erklärt Petra Gehrmann gleich zu Beginn des Treffens in der Seniorenberatungsstelle der Stadt Bassum. Der Grund: Wenn Mitglieder ihrer Zielgruppe das lesen, würden sie sofort abwinken. Sie denken: „Bei mir ist ja noch alles in Ordnung“. – Also sind wir heute die „bunte Zellgruppe“!

An jedem ersten Mittwoch im Monat um 9.30Uhr und an jedem zweiten Mittwoch im Monat um 15Uhr trifft sich die „bunte Zellgruppe“, um zunächst gemeinsam zu frühstücken, während Petra Gehrmann im Nebenraum die Vorbereitungen trifft.

Grundsätzlich möchte sie mit ihrem Angebot ihre Gäste anregen, sich über ein Thema Gedanken zu machen, in ihren Erinnerungen zu kramen und so miteinander ins Gespräch zu kommen. Im günstigsten Fall entstehen so große Übereinstimmungen unter einzelnen Teilnehmern, dass sie sich spontan zu privaten Treffen verabreden. Bei Maria, Hannelore und Rita hat das geklappt: Sie treffen sich inzwischen regelmäßig im privaten Kreis zum gemeinsamen Klönschnacken und Spielen.

Helmut, Helga und ich sind heute zum ersten Mal dabei und halten uns zurück, während die drei „alten Häsinnen“ munter plaudern. Dann öffnet sich der Vorhang: Auf dem roten Teppich liegen bunte Luftballons, Luftschlangen und andere Utensilien, die an die Faschingszeit erinnern. Wir nehmen im Kreis um diese Dekoration herum Platz und dürfen uns zum Thema Fasching äußern. Dabei stellt sich heraus, dass wir alle miteinander Faschingsmuffel sind, auch wenn wir uns bereitwillig von Petra Luftschlangen um den Hals legen lassen.

Danach stimmt sie auf „Gisela“, ihrer Gitarre, das Lied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ an, das wir mitsingen. Jeder bekommt noch ein Stück Schleier und darf es bei jedem „Schneeflöckchen“ im Text schwenken. Dieser Einstieg klappt besser als das Thema „Fasching“. Wir überlegen, was uns im Winter wärmt. Die Begriffe reichen von „Ofen“ bis zum „freundlichen Lächeln“.

Schnell ist die Flipchart voll geschrieben, und wir stellen pantomimisch dar, wie wir einen Winterspaziergang in den Wald vorbereiten. Nach der „Rückkehr“ kann jeder schildern, wie früher bei ihm zu Hause im Winter geheizt und gebadet wurde.

Jetzt betritt Emil die Bühne, ein Schmuse-Esel, „der alles weiß, wenn wir nicht mehr weiter wissen“. Mit Emil werden Sätze verlängert. Dabei wandert „Emil“ von Hand zu Hand, jeder fügt ein Wort hinzu und wem nichts einfällt, sagt „I-A“ und reicht „Emil“ weiter.

Zwischendurch lockert Petra die Stimmung mit Gedichten von Wilhelm Busch, Erich Kästner und Christian Morgenstern auf. An den Zeilenenden stockt sie, damit wir den Vers mit dem passenden Reimwort vollenden. Das klappt ausgezeichnet. Aber bei Fragen zum Gedicht „Die drei Spatzen“ tauchen Probleme auf: Saß der Spatz Erich rechts oder links, und wie hieß noch der Spatz in der Mitte, der es bei dem Schietwetter am besten hatte?

Mit lustigen Rätseln wie „Warum tanzen die Schneeflocken? Weil sie sich auf den Schneeball vorbereiten“, beendet Petra Gehrmann das Treffen. „Schon Schluss? Das ging aber schnell“, heißt es. – Sicher ein Zeichen dafür, dass es allen Spaß gemacht hat. Maria, Hannelore und Rita wussten das schon vorher, aber Helga und Helmut wollen nächstes Mal auch wiederkommen.

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