Bassum schafft bezahlbaren Wohnraum – nicht nur für Flüchtlinge

Stadt baut schlüsselfertig

+
Hier soll ein Vier-Familienhaus entstehen.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Stadt Bassum steht vor mehreren Herausforderungen: Zum einen müssen die ankommenden Flüchtlinge untergebracht werden – dezentral. Zum anderen ist die Obdachlosenunterkunft baufällig. Adäquater Ersatz muss her. Drittens möchten Politik und Verwaltung gerne bezahlbaren Wohnraum schaffen, der allen Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen soll.

Diese drei Herausforderungen wolle man nun angehen. Das gaben Bürgermeister Christian Porsch und der Erste Stadtrat Norbert Lyko in einem Pressegespräch bekannt.

Was die Flüchtlingssituation angeht, sieht es aktuell wie folgt aus: Derzeit leben etwa 200 Personen in Bassum. Laut Quote muss die Stadt bis Ende März noch weitere 164 Personen unterbringen. „Wir haben noch eine Wohnreserve für etwa 80 Personen“, berichtet Lyko. Er hofft, auch weiterhin Wohnungen angeboten zu bekommen.

Um zusätzlichen Platz zu schaffen, hat die Stadt das bebaute Grundstück an der Syker Straße 60 gekauft. Die Fläche ist 3200 Quadratmeter groß. Es steht ab Mitte März zur Verfügung, der Kaufvertrag ist unterzeichnet. Das Haus verfügt über 150 Quadratmeter Wohnfläche. „Es ist bewohnbar. Wir werden es wohnfähig halten, aber nicht mehr investieren“, sagte Porsch. Dort sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

Da auch die städtischen Obdachlosenunterkünfte marode sind, „denken wir über Ersatzmaßnahmen nach“. Zur Zeit laufen Gespräche. Porsch: „Wir sind mit einem Investor in Verhandlung. Es geht darum, vernünftige Standardhäuser zu errichten.“ Im Gespräch sei der Standort Bahnhofstraße 2. Noch handelt es sich ausschließlich um eine Planung, betont der Bürgermeister. Der Komplex, eventuell Reihenhäuser, könnte etwa 20 bis 25Personen Platz bieten. Die Stadt würde das Grundstück verkaufen und die Wohnungen später anmieten.

Außerdem hat sich die Politik dazu entschlossen, ein Vier-Familien-Haus bauen zu lassen – schlüsselfertig. Das Gebäude soll auf dem städtischen Grundstück an der Osterbinder Straße, Ecke Eschenhauser Straße entstehen. Die Fläche ist 2900 Quadratmeter groß. „Es ist Platz für zwei Gebäude, wobei wir erst einmal mit einem anfangen“, sagt Porsch. „Wenn wir wissen, was es kostet, sehen wir weiter.“ Die Ausschreibung läuft. Die Wohnungen sind um die 80 Quadratmeter groß und sollen später auch für ältere Menschen interessant sein. „Wir bauen zwar noch keinen Fahrstuhl mit ein, planen aber so, dass eine Nachrüstung problemlos möglich ist“, erklärt Porsch. Die Erschließung des Grundstücks erfolgt über die Eschenhauser Straße.

„Realistisch ist, dass wir Mitte des Jahres mit dem Bau beginnen. Die Branche ist derzeit gut ausgelastet.“ Nächste Woche rollen aber bereits Bagger an, um die Bäume zu roden. Diese Arbeiten müssen bis spätestens Ende Februar erfolgt sein.

Insgesamt steht für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – wohlgemerkt nicht nur für Flüchtlinge – eine Million Euro im städtischen Haushalt zur Verfügung. Der Landkreis hat zudem eine Förderrichtlinie aufgelegt und steuert 155000 Euro bei.

Mehr zum Thema:

Trump wendet sich vom Klimaschutz ab

Trump wendet sich vom Klimaschutz ab

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Tim Wiese gibt Autogrammstunde in Apotheke

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

Zyklon „Debbie“ verwüstet Australiens Küstenregion

New Model Army im Aladin

New Model Army im Aladin

Meistgelesene Artikel

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Appletree: Zeltplatz wird mit Zaun gesichert

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frage zum Frühlingserwachen: „Wer braucht schon Moore?“

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Frühjahrskonzert mit musikalischer Reise 

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Unfallszenario mutet auf den ersten Blick etwas rätselhaft an

Kommentare