Bassum sammelt Spielzeug für bedürftige und geflüchtete Kinder

Erste Teddys in der Kiste

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Kai-Uwe Jobst (r.), Bürgermeister Christian Porsch (v.l.), Hedda Berlin und Uwe Liesmann sind für den Spielzeug-Container vor dem Bürgerservice verantwortlich.

Bassum - Von Maik Hanke. Nur noch anderthalb Monate – dann ist schon wieder Weihnachten. Eine neue Erfahrung für viele Flüchtlinge, gleichzeitig oft eine nüchterne Erfahrung für Kinder aus finanzschwachen Familien. Damit sich aber die Wünsche von möglichst vielen Kindern erfüllen, wurde jetzt vor dem Bürgerservice an der Alten Poststraße der erste Container für Spielzeug-Spenden aufgestellt.

Verantwortlich für die sogenannte Spielzeugkiste sind der Unternehmer Kai-Uwe Jobst und die Bassumerin Hedda Berlin. Jobst ist Geschäftsführer der Altkleider-Container-Firma Jo-Ba. Ihm ist die Idee dafür kürzlich gekommen, als er darüber nachdachte, wie er Flüchtlingen helfen kann.

Im Gespräch mit Hedda Berlin festigte sich das Konzept, Spielzeug für Flüchtlingskinder sammeln zu lassen. Jobst kümmerte sich um den Container, Berlin übernahm das Organisatorische in Bassum, sprach mit Bürgermeister Christian Porsch und engagierte den Grafiker und Künstler Uwe Liesmann für die Gestaltung. „Ich war natürlich gleich dabei“, sagt Liesmann. Er habe sofort gewusst, wie die Kiste aussehen soll. Für ihn eine Arbeit von wenigen Minuten.

Die Macher glauben, ihre Spielzeugkiste ist deutschlandweit die erste. Das Prinzip ist aber das Gleiche wie bei einem Altkleider-Container: Klappe auf, Sachen rein, Klappe zu, fertig.

In den Container ist extra eine verlängerte Rampe eingebaut, damit die Spielsachen nicht so tief fallen und nicht kaputtgehen. Im Bauch der Kiste befindet sich außerdem ein sogenannter Big Bag, ein großer Sammelbeutel, der den Fall der Sachen dämpft.

Damit das 1000-Teile-Puzzle aber nicht im Container aufgeht und sich dort mit dem Monopoly-Scheinen und den Schiffe-versenken-Pinökeln vermischt, sollten Spender die Spielsachen gut verpacken, am besten in einer verschnürten Tüte.

Einmal in der Woche soll der Container geleert werden. Gelagert werden die Sachen dann bei der Bassumer Tafel. Von dort gehen sie zukünftig an die Kinder. Dass Weihnachten vor der Tür steht, passt dabei gut. Das Spielzeug ist aber nicht nur für Flüchtlingskinder gedacht, sondern auch für bedürftige deutsche Kinder. „Bei der Tafel ist alles für alle“, sagt Hedda Berlin.

Der Container sei jetzt erst mal in der Testphase, erklärt Jobst. Er und Berlin würden aber gerne zukünftig noch eine zweite Kiste aufstellen – abhängig vom Erfolg der ersten.

„Ich hoffe, dass viele die Möglichkeit nutzen“, sagt auch Bürgermeister Christian Porsch. Er freut sich über das Engagement von Jobst, Berlin und Liesmann.

Die Kiste wurde am Montagmorgen vor dem Bürgerservice aufgestellt. Als Jobst sie gestern einmal kurz öffnete, um das Prinzip zu demonstrieren, erlebte er eine Überraschung: Die ersten Teddys lagen schon drin.

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