1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Bassum

Reichlich Fläche für die Windenergie in Bassum

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Im Windpark Albringhausen hat das Repowering bereits begonnen. Damit kann künftig mehr Energie bei weniger Emissionen gewonnen werden.
Im Windpark Albringhausen hat das Repowering bereits begonnen. Damit kann künftig mehr Energie bei weniger Emissionen gewonnen werden. © Frauke Albrecht

Bassum – Erneuerbare Energien leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf regenerative Energieformen hat auch in der Region bereits vor Jahren begonnen und zeigt sich unter anderem in Form von Windrädern. Die älteste heute noch in Betrieb befindliche Windenergieanlage auf Bassumer Boden stammt aus dem Jahr 1993.

In drei sogenannten Sondergebieten für Windenergieanlagen generieren alle Maschinen zusammen weitaus mehr Strom als die Stadt allein verbraucht. 2019 speisten die Anlagen mehr als 180 Gigawattstunden in das öffentliche Netz ein. „Es gibt aktuell keine Bestrebungen, bei der Windenergie etwas am Status quo zu ändern“, sagt Bassums Bauamtsleiter Martin Kreienhop.

Da die im gültigen Flächennutzungsplan ausgewiesenen Gebiete (siehe Infokasten) nahezu vollständig bebaut seien, werde es in den kommenden Jahren lediglich ein Repowering geben, sagt Kreienhop. Dabei werden alte Anlagen nach einer rund 20-jährigen Laufzeit durch leistungsstärkere ersetzt. In Bassum geht die Verwaltung davon aus, dass dieses Repowering bis 2035 bei den Anlagen, die vor 2015 errichtet wurden, vorgenommen wird. Im Windpark Albringhausen hat der Betreiber Westwind zu Beginn des Jahres mit dem Austausch begonnen (wir berichteten).

Die Verwaltung war in ihrem Windkonzept aus dem Jahr 2017 davon ausgegangen, dass „der dargestellte Flächenpool ausreicht, um der Windenergie substanziell Raum zu verschaffen“. An dieser Ansicht habe sich nichts verändert, sagt Bauamtsleiter Kreienhop. „Wir sind weit in Vorleistung gegangen“, erläutert er mit Blick auf die Vorgaben aus dem niedersächsischen Landes-Raumordnungsprogramm (LROP). Das schreibt vor, dass bis 2030 zunächst 1,4 Prozent der Landesfläche Niedersachsens für Windenergie bereitgestellt werden muss, danach 2,1 Prozent. „In Bassum liegen wir bei 3,8 Prozent“, weiß Martin Kreienhop. Daher gebe es für die kommenden Jahre „keinerlei Bestrebungen für die Ausweisung neuer Flächen“. Auch wenn es ihm zufolge noch zwei bis drei mögliche Areale gebe. So ließen sich zudem aufwendige Verfahren, die sich in der Regel mit der Ausweisung solcher Potenzialflächen ergeben, vermeiden. „Wir richten uns nach dem bestehenden Konzept und sind damit gut aufgestellt“, meint Martin Kreienhop.

Auch wenn sich der Fachbereichsleiter wünscht, „dass alles möglichst so bleiben soll, wie es jetzt ist“, schließt er Vorstöße in Sachen Windenergie in der Zukunft nicht vollständig aus und bezeichnet die Entwicklung als unkalkulierbar. „Vielleicht bilden sich Initiativen, die eine private Windkraftanlage betreiben möchten“, spekuliert Kreienhop.

Ein anderes regeneratives Energiekonzept, mit dem sich die Kommunen künftig möglicherweise befassen müssten, sind Photovoltaikanlagen. „Bei der Planung muss man viel berücksichtigen“, weiß Martin Kreienhop und nennt die Flächenversiegelung sowie die nötige Infrastruktur als Beispiele. „Es gibt erste Ideen und Anfragen“, weicht er einer detaillierteren Ausführung zur solaren Energiewende aus und erinnert an den Solarpark im Gewerbegebiet Auf dem Lockhorn. Dort sowie auf weiteren Flächen im Stadtgebiet gebe es ihm zufolge noch Potenzial.

Auch interessant

Kommentare