Tierpark Petermoor in Bassum

Praktikantin mit Handicap ist lieber draußen bei den Tieren

Anke Höfemann fegt im Streichelgehege, davor stehen zwei Ziegen.
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Im Streichelgehege fegt die Praktikantin regelmäßig die Hinterlassenschaften der Ziegen zusammen.

Sie ist lieber draußen bei den Tieren als mit vielen Menschen drinnen. Deshalb unterstützt Anke Höfemann seit einigen Monaten den Tierpark Petermoor.

Bassum – Donnerstags sind die Volieren dran: Mit dem Grubber in den Händen kümmert sich Anke Höfemann um den Boden in den Vogelgehegen. Sorgfältig, Bahn für Bahn, macht die Praktikantin gerade im Zuhause von Blaukappensittich, Prachtrosella, Ziegensittich und Co. sauber.

Seit dem 1. Juli arbeitet Anke Höfemann als Praktikantin beim Tierpark Petermoor. Sie ist damit die vierte Kraft neben den Tierpflegern Maik Otto, Carolin Meineke und einer Teilzeitkraft an den Wochenenden. „Carolin Meineke und ich freuen uns sehr über die Unterstützung“, sagt Tierpark-Leiter Otto.

Anke Höfemann ist eigentlich bei den Delme-Werkstätten angestellt

Wegen einer geistigen Behinderung ist Anke Höfemann eigentlich bei den Delme-Werkstätten angestellt. Aber dort ist es ihr, auch wegen des nahen Kindergartens, zu laut. Lieber arbeitet sie für sich alleine statt in der großen Gruppe. Und lieber draußen und mit Tieren als drinnen.

Sie selbst ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Die heute 52-Jährige erzählt, dass sie dort – seit sie sechseinhalb war – mit anpacken musste. „Wir hatten früher Rinder und Bullen, die waren gefährlicher als die Tiere hier“, sagt sie. Sie erzählt außerdem, dass sie als Kind ein Kalb selbst großgezogen habe.

Unter wachsamen Augen macht die Praktikantin ihren Job im Streichel-Gehege.

Im Tierpark Petermoor ist sie besonders gerne bei den Streifenhörnchen und bei den Lamas. Ihr vierstündiger Arbeitstag (inklusive kurzer Frühstückspause) beginnt morgens um acht. Höfemann wohnt mit ihrem Mann in eigener Wohnung ganz in der Nähe. Zur Arbeit kommt sie morgens mit dem Fahrrad.

Ihre beiden wiederkehrenden täglichen Aufgaben zählt Maik Otto auf: den Platz bei den Ziegen fegen, und die Runde drehen, um die Mülltonnen zu leeren.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Die Arbeit mit den Tieren macht Anke Höfemann sichtlich Spaß. „Sie kommt und sie lacht“, stellt Maik Otto fest, während er die Praktikantin bei der Arbeit in der Voliere beobachtet. Gewissenhaft furcht sie weiter den Boden. Und sie hebt, wie Maik Otto lobend betont, „jedes Blatt und jeden Ast“ auf.

Anke Höfemann macht sich besser als so mancher nicht behinderter Helfer

Überhaupt sei Anke Höfemann eine pünktliche Praktikantin, lobt der Leiter des Tierparks. „Sie hat ihre festen Aufgaben“, sagt Otto. Wenn die Struktur erstmal stehe, erledige sie die Arbeit eigenständig und zuverlässig.

Anke Höfemanns Praktikum beim Tierpark ist einerseits ein Beitrag zur Inklusion. Anderseits macht sie sich besser als so mancher nicht behinderter Helfer, wie man aus Otto Erzählungen heraushört, wenn er etwa sagt: „Sie spricht mit den Tieren. Das machen manche anderen nicht.“

Höfemanns Praktikum ist zeitlich unbegrenzt. Sie selbst spricht schon vom Winter im Tierpark.

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