Ausschuss stimmt für Neubau

BBM-Standortwahl ärgert Politik und Anwohner

Bassum - Es war ein bisschen wie der Biss in den sauren Apfel. Man mag ihn nicht, aber isst mangels Alternativen trotzdem. Der saure Apfel ist die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen neuen BBM-Baumarkt mit Gartencenter an der Bremer Straße.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat beides gegessen – also empfohlen, wobei sich einmal fünf und einmal sechs Mitglieder enthalten haben und jeweils eines dagegen gestimmt hat.

Geschmeckt hat es wohl keinem, obwohl alle sich darüber einig waren, dass sie den Baumarkt in Bassum halten wollen. Und dieser Erhalt wäre wohl in Gefahr, wenn man dem Markt keine Möglichkeit gibt, sich zu vergrößern, gab Bauamtsleiter Martin Kreienhop zu bedenken.

Was den Genuss vergällte, war der Standort. „Mein Wunsch wäre ja die Syker Straße im neuen Gewerbegebiet gewesen“, sagte Helmut Zurmühlen und gab zu bedenken: „Neben den baulichen Aspekten müssen wir auch die Verkehrssituation im Auge behalten. Bei Lidl und Aldi an der Bremer Straße haben wir uns auch schwergetan, und das Verkehrsaufkommen wird noch stärker werden.“

Helmut Straßburg vom Bürgerblock pflichtete Zurmühlen bei: „Ich sage: ,Willkommen BBM’, aber dieser Standort ist suboptimal.“ Auch ihm sei die Syker Straße lieber. Bürgermeister Christian Porsch erklärte, dass diese in Betracht gezogen worden, aber wieder verworfen worden sei. Auch der Vorschlag, den Markt an die Osterbinder Straße zu setzen, sei keine Option. „Da die meistem Kunden aus Bassum kommen, würde der Verkehr auf der Bahnhofstraße zu viel werden“, so Porsch.

„Vogel, friss oder stirb!“

Auch Bärbel Ehrich zeigte sich unzufrieden über den Standort. „Ich weiß zwar auch keinen anderen, aber es widerstrebt mir, dass wir kaum eine Wahl haben. Wenn wir dem Investor den Platz verweigern, geht BBM aus Bassum weg. Da heißt es: ,Vogel, friss oder stirb!’.“

Kreienhop entschärfte die Formulierung und erklärte, dass BBM die Stadt nicht mit solch einer Forderung unter Druck gesetzt habe. Aber natürlich sei ein Weggang eine mögliche Konsequenz, über die man sich im Klaren sein müsse. Zudem gab der Bauamtsleiter zu bedenken, dass man erst am Anfang eines langen Weges stehe. „Es ist noch alles offen. Wir müssen zahlreiche Gutachten erstellen und auch auf unser Konzept gucken. Umfangreiche Arbeiten stehen bevor, und der Vermieter des Gebäudes an der Industriestraße hat auch bereits erklärt, dass er mit dem Vorgang nicht einverstanden ist.“

Keine Alternativen bekannt

Straßburg erklärte, dass er zwar gegen den vorgeschlagenen Standort sei, aber auch keine Alternative wüsste, weswegen er sich enthalten wolle. Damit stand er nicht alleine da. „Wir sollten in das Verfahren gehen, aber trotzdem weiter nach anderen Standorten suchen und im Dialog mit dem Investor bleiben “, sagte Zurmühlen.

Nach der Abstimmung meldete sich eine Anwohnerin zu Wort, die bald in Nachbarschaft zu dem neuen Baumarkt wohnen könnte. „Ich wollte wissen, ob das Grundstück an der Bremer Straße bereits verkauft ist. Denn wenn ja, ist diese ganze Diskussion sinnlos.“ Kreienhop konnte dazu aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben. 

juk

Rubriklistenbild: © juk

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