Dr. Ralph Schuder hat 13 Jahre den Vorsitz des Fördervereins Petermoor innegehabt

„Mit der Arbeit im Tierpark einen Traum erfüllt“

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Dr. Ralph Schuder hat sich mit der Arbeit für den Tierpark auch einen kleinen Traum erfüllt. 

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Zweimal hintereinander ertönt ein langgezogener Schrei. „Das ist der Pfau“, erklärt Dr. Ralph Schuder und blickt aus dem Fenster. Wer in dem Behandlungszimmer des Tierarztes sitzt, schaut direkt auf das Streichelgehege des Tierparks Petermoor. Diese räumliche Nähe spiegelt geradezu wider, wie nahe und verbunden sich der 61-Jährige dem Tierpark mit all seinen Bewohnern fühlt. Seit 2001 ist er im Förderverein und übernahm vier Jahre später den Vorsitz. Vor Kurzem wurde er für sein Engagement mit der Bassumer Medaille geeehrt.

Mit der Arbeit für den Park hat er sich auch einen Traum im Kleinen erfüllt. „Zootierhaltung ist mein Steckenpferd“, gesteht der Tierarzt mit einem Lächeln. Früher hätte er gern Zootiere behandelt, aber „an solche Posten kommt man oft nur mit Vitamin B. Darum war es ganz witzig, als sich das mit Petermoor ergeben hat.“ Jahrelang kümmerte er sich um die kleinen und großen Vier- und Zweibeiner. „Das war immer eine spannende Herausforderung, weil es immer andere, besondere Fälle gab“, berichtet Schuder. Oft habe er sich Rat bei Kollegen aus dem Zoo in Leipzig geholt, die ihn immer sehr nett unterstützt hätten.

Sein bisher schwerster Fall sei ein Lama-Hengst gewesen, der unter einer Versteifung der Halswirbel gelitten habe. Schuder zog eine Chiropraktikerin hinzu, die die Blockaden löste. Anschließend musste der Patient noch einen Schal tragen. Der Hengst ist mittlerweile tot, doch sein Fohlen lebt noch immer im Tierpark.

Pläne für die Zukunft

Schuders Lieblinge sind aber die Kattas, die auf sein Betreiben hin nach Petermoor gekommen sind. „Früher hatten wir grüne Meerkatzen“, berichtet der Tierarzt. „Doch dann hatte ich mehrmals im Monat Anrufe von besorgten Eltern, die Angst hatten, ihr Kind könne sich eine gefährliche Krankheit eingefangen haben, weil eines der Tiere es gebissen hatte.“ Daraufhin rief er einen Freund an, der ihm bestätigte, dass Meerkatzen eher schwierige Zeitgenossen sind. „Nimm lieber Kattas“, riet der Freund. „Die sind robust, freundlich und liebenswürdig.“ Gesagt, getan.

Von dem Geld, dass dem Tierpark gespendet worden war, wurde die Affeninsel eingerichtet, und die Kattas zogen aus dem Frankfurter Zoo und Hagenbecks Tierpark nach Bassum.

Auch für die Zukunft hat Schuder noch Pläne. „Wir würden die Haustierrassen gerne in einem schöneren Ambiente präsentieren. Unsere zweite Vorsitzende, Gesa Tontara, hat angeregt, vielleicht einen Mini-Bauerhof mit einem Abenteuerweg anzulegen, und ich finde diese Idee schön.“ Allerdings wird bei diesem Projekt wohl jemand anderes die Federführung übernehmen müssen, denn Schuder hat sich dazu entschlossen, noch in diesem Jahr den Vorsitz in jüngere Hände abzugeben. Im Förderverein will er bleiben.

Viel Herzblut in die Arbeit gesteckt

Sein Ehrenamt hat ihm immer viel Freude gemacht – auch wenn es viele Stunden verschlang. „Wir hatten Aufräum- und Pflanzaktionen, haben Tierparkfeste organisiert, Inventar-Listen erstellt oder bei der Vogelgrippe geholfen, alle Tiere einzusperren“, zählt Schuder auf. Viel Herzblut stecke in dieser Arbeit, doch er habe das Glück gehabt, durch ein tolles Vorstandsteam unterstützt zu werden.

Auch in den Herzen der Bassumer habe der Tierpark einen festen Platz. Das habe er vor allem bei der 40- und der 50-Jahr-Feier gemerkt, die gut besucht waren und bei denen sich tolle Gespräche ergeben hätten. „Wir hatten immer das Gefühl, dass unsere Arbeit gesehen und geschätzt wird.“

Die offizielle Ehrung durch die Stadt sei die Krönung des Ganzen gewesen. Auch deshalb, weil damit erneut ein Traum im Kleinen in Erfüllung gegangen ist. „Mein Vater war ehrenamtlich sehr engagiert, von daher war für mich klar, dass ich auch ein Ehrenamt annehmen möchte“, erläutert Schuder. „Er wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, und ich habe mir gesagt: ,Irgendetwas wie Papa musst du auch machen.'“ Für das Verdienstkreuz habe es zwar nicht gereicht – aber über die Bassumer Medaille habe er sich auch sehr gefreut, so Schuder schmunzelnd.

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