Konzert beim Kulturforum Bassum

Kammerphilharmonie Bremen überzeugt mit Perfektion an den Instrumenten

+
Tomohiro Arita (l.) und Ulrike Rüben spielten mit Niveau und Leidenschaft.

Bassum - Von Ulf Kaack. Ein Konzert-Abo der besonderen Art hat ganz offensichtlich die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen beim Kulturforum gebucht. Bereits zum zehnten Mal gastierte das in wechselnden Besetzungen auftretende Ensemble in der Lindenstadt. Zwar nicht ausverkauft, aber gut gefüllt waren die Ränge der Kulturbühne.

Das Konzert begann mit einem Wermutstropfen, der sich in der Folge nicht als ein solcher erwies: Krankheitsbedingt fehlte Barbara Kummer-Buchberger, sodass dieser Abend von nunmehr drei Instrumentalisten bestritten wurde. Diese Tatsache machte es wiederum unumgänglich, das angekündigte Programm in wesentlichen Teilen zu ändern. Werke von Franz Schubert, Gideon Klein und Gustav Mahler entfielen, wurden aber adäquat ersetzt.

Den Einstieg in einen gehaltvollen Abend bestritt Ulrike Rüben. Solo am Violoncello intonierte sie drei Sätze aus der Suite Nr. 1 G-Dur von Johann Sebastian Bach. Drei Tänze reihten sich aneinander: die freudige Courante, eine ehrfürchtige Sarabande und die heitere Gigue.

Eher selten bekommt man heutzutage die Werke des Österreichers Anton Webern zu hören, der als Gegenwartskomponist einerseits experimentell, andererseits streng musikwissenschaftlich arbeitete. Drei kleine Stücke für Violincello und Klavier opus 11 titelte das Werk, das von Pianistin Karen Tanaka und Tomohiro Arita an der Viola vorgetragen wurde. Zwei Minuten Enthaltsamkeit für diesen Augenblick der Kürze hatten sie dem Publikum nahegelegt. Expressiv und verhalten im Wechsel, kratzte das klassische Werk unüberhörbar am Portal moderner Jazzkompositionen, wie sie im Repertoire von Keith Jarrett oder Esbjörn Svensson auftauchen.

Inspiriert von den Zeilen des Dichters Louis du Rieux schuf Robert Schumann 1851 seine Märchenbilder opus 113., eine der wenigen ausschließlich für Viola und Klavier geschriebenen Stücke in der klassischen Musik. Dem Thema entsprechend, eine lebhafte, wenn auch nicht rasante Komposition mit melancholischem Ausdruck. Es entstammt dem Spätwerk des berühmten Komponisten. Reif und gereift kam es daher, ausgewogen in seiner Gesamtheit.

Liebenswürdiger Schlusspunkt

Nach der Pause konnte Tomohiro Arita seine Virtuosität bei der Suite für Viola Nr. 3 des ebenfalls heute nur noch Experten bekannten Komponisten Max Reger in all ihren Facetten ausleben. Den perfekten Schlusspunkt des Konzerts bildete das Allegro amabile aus einer Sonate von Johannes Brahms. Ein als liebenswürdig und unaufgeregt zu bezeichnendes Stück, bei dem die Instrumente die Themen geschickt miteinander verwoben.

Einmal mehr präsentierte die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen in Bassum einen niveauvollen und in seiner Ausgestaltung gut durchdachten Hörgenuss fernab spätromantischer Monumentalität. Die drei Musiker beeindruckten dabei mit ihrer Leidenschaft fürs Vorgetragene und Perfektion an den Instrumenten. Für die Macher vom Kulturforum gewichtige Argumente, das Abonnement mit dem ambitionierten Ensemble auch in Zukunft fortzuführen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

28. Jugend-Kart-Slalom in Martfeld 

28. Jugend-Kart-Slalom in Martfeld 

jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 2

jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 2

jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 1

jbs-Maisfeldfete in Westeresch - Teil 1

Kunst Kultur Kirchlinteln

Kunst Kultur Kirchlinteln

Meistgelesene Artikel

Nächtlicher Einbruch in Seniorenheim - Täter gestellt 

Nächtlicher Einbruch in Seniorenheim - Täter gestellt 

20-jähriger Radfahrer bei Unfall schwer verletzt - Autofahrer flüchtet

20-jähriger Radfahrer bei Unfall schwer verletzt - Autofahrer flüchtet

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

AMC feiert Sonntag 60-jähriges Bestehen

AMC feiert Sonntag 60-jähriges Bestehen

Kommentare