Bassum hat einen Naturgarten- und Insektenbeauftragten

Wenn der Wille da ist, aber das Wissen fehlt, hilft Jens Diedrich

Jens Diedrich (l.) erklärt Bürgermeister Christian Porsch, die Besonderheiten des Sandariums in Bramstedt
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Jens Diedrich (l.) erklärt Bürgermeister Christian Porsch, die Besonderheiten des Sandariums in Bramstedt. Bassum hat, wie die übrigen Kommunen der W.i.N.-Region, die Stelle des Naturgarten- und Insektenbeauftragten geschaffen, um Bürgern Hilfestellung zu geben, ihre Gärten insektenfreundlich zu gestalten.

Bassum – Beseelt von dem Wunsch, etwas für die Insekten und die Natur zu tun, kauft der Gartenbesitzer ein Insektenhotel – doch die Summser bleiben aus. Woran liegt das? Oder er hat nur sehr wenig Fläche zu Verfügung und will nicht unbedingt alles in eine Blühwiese verwandeln. Was kann er dann tun? Kann er überhaupt was tun? Für alle Bassumer, die solche Fragen beschäftigen, gibt es nun einen Ansprechpartner, der ihnen mit Rat und Tat und Empathie zur Seite stehen möchte: Jens Diedrich, Naturgarten- und Insektenbeauftragter der Stadt Bassum.

Der Bramstedter ist Naturschützer aus Leidenschaft und das merkt man deutlich, wenn man mit ihm spricht. Mit seiner Begeisterung möchte er andere anstecken, sodass sie von selber Lust bekommen, aktiv zu werden. Von Verboten oder dem erhobenen Zeigefinger hält er gar nichts. „Ich will die Leute nicht verunsichern. Sie sollen begeistert sein und vor allem am Ende zufrieden.“

Niemand muss also Sorge haben, dass er nach Diedrichs Besuch seinen eigenen Garten nicht wiedererkennt. „Die Leute können mich anrufen. Und entweder berate ich am Telefon oder wir machen einen Termin und ich komme vorbei. Dann schaue ich mir die Gegebenheiten vor Ort an und gebe Tipps, was der Eigentümer machen könnte. Die Beratung ist individuell auf jeden zugeschnitten, je nachdem, was derjenige sich vorstellen kann und möchte. Hat jemand vielleicht kaum Rasenfläche zur Verfügung, könnte er auch ein paar Töpfe mit Kräutern auf der Terrasse aufstellen.“

Es wird keine Gebühr berechnet und auch nicht gemeldet

Und falls der Eigentümer am Ende der Beratung die Entscheidung trifft, doch lieber nichts zu verändern, ist das auch nicht schlimm. „Ich melde das nicht an die Stadt oder berechne ihm eine Gebühr“, sagt Diedrich.

Das Amt, das der 59-jährige Bramstedter aus Überzeugung übernommen hat, ist mehr oder weniger ein Ehrenamt, für das er eine Aufwandsentschädigung erhält.

Doch warum hat er sich dafür entschieden, als Naturgarten- und Insektenbeauftragter seine Freizeit zu opfern? „Als Gartenbaumeister mit eigener Firma habe ich den Strukturwandel in der Landschaft hautnah mitbekommen. Und vor etwa 20 Jahren habe ich mir gesagt: So geht das nicht weiter. Die Betriebe werden immer größer, Monokulturen breiten sich immer weiter aus. Da muss man sich engagieren.“

Und das tat Diedrich. Er ist Leiter der Arbeitsgemeinschaft Landnutzung vom Klima-Aktions-Bündnis und betreut das Projekt Insektenpark Bramstedt mit Hingabe und Sachverstand.

Erst einmal mit kleinen Veränderungen beginnen

Nun will er seinen Erfahrungsschatz jedem zur Verfügung stellen, der der Umwelt etwas Gutes tun möchte. „Ich sehe bei vielen Leuten den Willen dazu. Nur fehlt einigen das Wissen oder die Ideen, was sie tun könnten. Ich persönlich setze auf die kleinen Schritte. Erst mal mit kleinen Veränderungen beginnen, wie insektenfreundliche Pflanzen im Garten anzusiedeln.“ Und wenn die Leute dann die ersten Erfolge sehen, bekommen sie vielleicht Lust, noch mehr zu verändern. „Es ist doch das Beste, morgens aufzustehen und zahlreiche Vögel auf dem Rasen umherhüpfen zu sehen. Und wenn ein Anwohner der Siedlung begeistert von den Änderungen ist, denken sich die Nachbarn: ,Ach, den Diedrich rufe ich auch mal an’“, schildert der 59-Jährige und lacht.

Er ist davon überzeugt, dass auf diese Weise jeder etwas zum Klimaschutz beitragen kann, denn „Kleingärten haben ein großes Potenzial. Wenn man sie alle zusammen zählt, ist die Fläche größer als alle Naturschutzgebiete in Deutschland zusammen. Sie erfüllen eine wichtige Funtkion als Ersatzlebensräume. Aber diese Flächen müssen als Verbünde auftreten. Wenn überall irgendwo große Einzelflächen verstreut auftreten, hat das nicht so viel Nutzen.“

Geplant hat Diedrich auch kleine Projekte mit der Grundschule und dem Kindergarten Bramstedt. Aber auch Anfragen von anderen Grundschulen steht er offen gegenüber. Seine Devise: Einfach mal anrufen. „Im persönlichen Gespräch kann man vieles schnell klären.“

Kontakt

Jens Diedrich nimmt montags bis freitags Anrufe unter 04241/8047722 oder unter 0171/9501573 entgegen.

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